Mikrozensus, Kriminelle

Mikrozensus: Kriminelle nutzen amtliche Befragung für Phishing-Angriffe

31.01.2026 - 01:09:12

Kriminelle fälschen derzeit Online-Portale des Mikrozensus, um persönliche Daten zu stehlen. Die Statistischen Ämter warnen eindringlich vor den professionellen Phishing-Versuchen.

Die Betrüger nutzen den offiziellen Charakter der gesetzlichen Befragung aus. Sie verschicken täuschend echte E-Mails oder Briefe, die zur Teilnahme auffordern. Enthaltene Links führen zu gefälschten Webseiten, die den Portalen der Statistischen Ämter nachempfunden sind. Dort sollen Bürger dann sensible Daten eingeben – von Bankverbindungen bis zu Passwörtern.

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Die Masche setzt auf psychologischen Druck. Die Schreiben suggerieren dringenden Handlungsbedarf und drohen oft mit einem Bußgeld bei Nichtbeachtung. Diese Taktik soll Opfer zu überstürzten Handlungen verleiten. Die abgefragten Informationen gehen dabei häufig weit über den regulären Umfang des Mikrozensus hinaus. Was einmal eingegeben ist, landet direkt bei den Kriminellen.

Woran Sie echte Schreiben erkennen

Die Behörden betonen: Sie fordern niemals sensible Daten per einfacher E-Mail an. Die erste offizielle Kommunikation erfolgt stets per Post. Bei unaufgeforderten E-Mails zur Teilnahme ist grundsätzlich Misstrauen angebracht.

Diese Merkmale helfen bei der Unterscheidung:

  • Offizielle Adressen: Echte Portale der amtlichen Statistik enden auf .de, wie destatis.de oder statistik-bbb.de. Die zentrale Seite ist mikrozensus.de.
  • Keine Drohungen: Behörden drohen nicht im ersten Schreiben mit Geldstrafen.
  • Postalische Ankündigung: Die Aufforderung kommt per Brief vom Statistischen Landesamt oder einem Erhebungsbeauftragten.
  • Sichere Meldewege: Die elektronische Datenübermittlung läuft über gesicherte Verfahren wie IDEV oder eSTATISTIK.CORE, nie per E-Mail.
  • Rechtsbehelfsbelehrung: Jedes echte Schreiben informiert über mögliche Rechtsmittel.

Im Zweifelsfall raten die Ämter, die Echtheit direkt beim zuständigen Statistischen Landesamt zu prüfen.

Warum die gestohlenen Daten so gefährlich sind

Die Informationen aus dem Mikrozensus bieten Kriminellen einen umfassenden Einblick in die persönliche und wirtschaftliche Lage der Opfer. Das macht sie besonders wertvoll. Die Täter können die Daten für maßgeschneiderte Betrugsversuche, Kontoplünderungen oder Identitätsdiebstahl nutzen. Die Kombination aus Stammdaten und sozioökonomischen Angaben birgt ein hohes Risiko für langfristigen finanziellen Schaden.

Immer mehr Angriffe nutzen behördlichen Anstrich

Diese Betrugsmasche ist kein Einzelfall. Cyberkriminelle setzen zunehmend auf offizielle Anlässe wie Steuererklärungen oder Volkszählungen. Die gesetzliche Auskunftspflicht beim Mikrozensus wird dabei gezielt als Hebel genutzt. Die fortschreitende Digitalisierung behördlicher Abläufe bietet zwar Komfort, schafft aber auch neue Angriffspunkte. Experten fordern deshalb eine noch breitere Aufklärung der Bevölkerung.

@ boerse-global.de