Mikroplastik, Blut-Hirn-Schranke

Mikroplastik überwindet die Blut-Hirn-Schranke

04.02.2026 - 17:25:12

Forschungsergebnisse zeigen, dass Kunststoffpartikel die Blut-Hirn-Schranke überwinden und sich im Gehirngewebe ansammeln. Die konkreten Gesundheitsfolgen sind jedoch noch unklar.

Neue Studien belegen: Mikroplastik gelangt ins menschliche Gehirn. Die winzigen Kunststoffpartikel überwinden die schützende Blut-Hirn-Schranke und reichern sich im Gehirngewebe an. Was bedeutet das für unsere Gesundheit? Die Forschung steht vor einem Rätsel – und vor drängenden Fragen.

Wie Plastik ins Denkorgan vordringt

Mikro- und Nanoplastik ist allgegenwärtig. Wir atmen es ein, trinken und essen es mit. Bislang galt das Gehirn durch eine spezielle Zellbarriere, die Blut-Hirn-Schranke, als sicher vor solchen Eindringlingen. Dieses Bild bröckelt.

Forschende der Medizinischen Universität Wien wiesen im Tiermodell nach: Nanoplastik aus Polystyrol war schon zwei Stunden nach der Aufnahme im Gehirn nachweisbar. Ein Schlüssel zum Eindringen ist die „biomolekulare Korona“ – eine spezielle Oberflächenstruktur der Partikel. Sie hilft dem Plastik, die Schutzbarriere zu umgehen.

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Erster Nachweis im menschlichen Gehirn

Was im Tierversuch begann, bestätigt sich nun beim Menschen. Ein Team der University of New Mexico analysierte Gewebeproben Verstorbener. Das Ergebnis: Kunststoffpartikel fanden sich in Leber, Nieren und – in der höchsten Konzentration – im Gehirn.

  • Hauptsächlich wurde Polyethylen (PE) nachgewiesen, der Kunststoff von Plastiktüten und Verpackungen.
  • Ein Vergleich von Proben aus den Jahren 2016 und 2024 legt eine deutliche Zunahme der Belastung im Zeitverlauf nahe.

Wissenschaftler betonen jedoch: Der Nachweis einer Anreicherung ist kein Beweis für eine konkrete Gesundheitsgefahr. Die Kausalität ist noch unklar.

Droht eine Gefahr für die Nervenzellen?

Die Entdeckung wirft alarmierende Fragen auf. Könnten die Partikel Entzündungen fördern, oxidativen Stress auslösen oder sogar das Risiko für Krankheiten wie Alzheimer erhöhen?

Eine Studie fand bei Demenzpatienten höhere Plastikkonzentrationen im Gehirn. Doch das zeigt nur eine Korrelation, keine Ursache. Möglicherweise ist bei einer bestehenden Erkrankung die Blut-Hirn-Schranke einfach durchlässiger.

Tierversuche deuten auf mögliche Schäden hin: Mikroplastik könnte feine Hirngefäße verstopfen und Verhaltensänderungen auslösen. Ob diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, ist derzeit völlig offen.

Fakten gegen Mythen: Was wir wirklich wissen

Das Thema ist emotional aufgeladen – und voller Halbwahrheiten.

  • Mythos „Kreditkarte pro Woche“: Die oft zitierte Menge bezieht sich auf geschätzte Aufnahme, nicht auf die Anreicherung im Körper. Der Großteil wird wieder ausgeschieden.
  • Methodische Zweifel: Kritiker einer vielbeachteten Studie vermuten, dass Fettmoleküle aus dem Gehirngewebe fälschlich als Plastik identifiziert worden sein könnten. Die Analytik ist extrem anspruchsvoll.
  • Behörden-Einschätzung: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht derzeit keine Belege für konkrete Gesundheitsschäden beim Menschen. Die gemessenen Mengen seien sehr gering.

Was die Forschung jetzt braucht

Die Wissenschaft steht am Anfang. Klar ist: Es braucht dringend mehr und bessere Daten. Die kommenden Studien müssen die Langzeitfolgen erforschen und größere Bevölkerungsgruppen einbeziehen.

Zentrale Aufgaben sind:
* Die genauen Schadensmechanismen im Gehirn zu entschlüsseln.
* Standardisierte Analysemethoden zu entwickeln, um Messfehler auszuschließen.
* Grenzwerte zu ermitteln, ab denen ein reales Risiko besteht.

Bis dahin empfehlen Experten, die persönliche Belastung durch einfache Maßnahmen zu reduzieren: Leitungswasser statt Plastikflaschen trinken und auf plastikfreie Alternativen im Haushalt setzen. Die nächsten Forschungsergebnisse werden zeigen, wie ernst die unsichtbare Invasion wirklich ist.

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