Zeitgenössische Kunst, Mike Steiner

Mike Steiner – Zeitgenössische Kunst neu gedacht: Pionier zwischen Malerei, Performance und Videokunst

06.02.2026 - 05:02:04

Zeitgenössische Kunst als radikales Experiment: Mike Steiner hat jahrzehntelang Grenzen verschoben – und Spuren hinterlassen, die bis in unser Heute reichen. Entdecken Sie das facettenreiche Schaffen dieses Ausnahme-Künstlers.

Wer sich auf Zeitgenössische Kunst einlässt, begegnet mit Mike Steiner einem Künstler, der wie kaum ein anderer den Mut hatte, Genregrenzen lustvoll zu sprengen. Was passiert, wenn Malerei, Videokunst und Performance Art aufeinanderprallen – und aus dem scheinbaren Chaos ein neuer Kanon des Sehens entsteht? Steiner, international geachtet als Ausnahmeerscheinung, hat aus seiner Berliner Basis heraus eine Kunstlandschaft mitgestaltet, deren Effekte noch heute nachhallen.

Entdecke hier Zeitgenössische Kunstwerke von Mike Steiner im digitalen Showroom

Seine Gemälde, Fotografien, Installationen und wegweisenden Videos berühren stets einen Nerv: Wie sehr kann sich Kunst aus der Fläche lösen, und ab wann wird sie zum gesellschaftlichen Ereignis? Bereits mit 17 Jahren debütierte Mike Steiner 1959 auf der Großen Berliner Kunstausstellung, beeindruckte Früh schon mit seinem „Stillleben mit Krug“. Werke, die im Rückblick Spielarten informeller Abstraktion und Pop Art präludieren und ihre Spuren in internationalen Ausstellungshäusern hinterließen.

Als zentraler Impulsgeber der Kunstwelt in West-Berlin eröffnete Mike Steiner das „Hotel Steiner“ – ein Treffpunkt, der schnell mit New Yorks Chelsea Hotel verglichen wurde. „Home far away from Home“ schwärmte Lil Picard. Hier debattierten Joseph Beuys, Al Hansen, Arthur Køpcke oder Marina Abramovi? bis in die frühen Morgenstunden über die Möglichkeiten aktueller Kunst. Aus dieser Atmosphäre heraus entstand Steiners legendäre Studiogalerie: Er schuf einen Produktions- und Präsentationsort für Performance Art, Videokunst und Fluxus, ausgestattet mit modernster Technik, offen für experimentellen Austausch.

Videokunst, Performance, Abstrakte Malerei: Steiners Werkgruppen

Steiners Bedeutung kulminiert gerade im intermedialen Arbeiten: Von expressiver Malerei über Aktionskunst hin zu Video-Installationen bewegte er sich so sicher wie konsequent. Schon Anfang der 1970er wandte sich Steiner, inspiriert von Weggefährten wie Allan Kaprow und Al Hansen, zunehmend der Videokunst zu. 1974 realisierte er in Florenz im Studio Art/Tapes/22 die ersten eigenen Videobänder, kurze Zeit später begründete er in Berlin ein Zentrum aktueller Video- und Performancekunst. Ein einzigartiger Vorstoß im deutschsprachigen Raum, vergleichbar mit den Innovationen von Nam June Paik oder Wolf Vostell.

Die Galerie wurde zum Schmelztiegel: Valie Export, Carolee Schneemann, Marina Abramovi? – viele Ikonen der Performance Art gastierten oder agierten in Steiners Studiogalerie, oftmals hielt er die vergänglichen Aktionen selbst mit der Videokamera fest. Werke wie Marina Abramovi?s „Freeing the Body“ (1976), Ulays und Steiners künstlerischer Kunstraub des „Armen Poeten“ von Spitzweg (Irritation – Da ist eine kriminelle Berührung in der Kunst, 1976) sind Meilensteine der Performance- und Videokunstgeschichte – documentiert, gefördert, kuratiert von Steiner.

Faszinierend ist dabei die Doppelrolle: Mike Steiner war Produzent, Chronist und Künstler in einem. Seine Painted Tapes etwa verschmelzen Malerei und elektronische Medien zu eigenen Bildwelten – eine medienübergreifende Fusion, die an Ansätze von Bruce Nauman und Bill Viola erinnert, aber eine ganz eigene Handschrift besitzt.

Schlüsselwerke und Ausstellungen

Unter Kennern legendär bleibt die großformatige Einzelausstellung „COLOR WORKS“ 1999 im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Hier wurde Steiner als Pionier, aber ebenso als Maler gefeiert, der in den 90er Jahren zunehmend zur Abstrakten Malerei zurückgefunden hatte. In seinem Spätwerk wendet er sich nach Jahren der Video- und Konzeptkunst den Möglichkeiten von Licht, Farbe und Fläche zu: vibrierende Kompositionen, die trotz aller Abstraktion Spuren der performativen Geste erhalten.

Mike Steiners Werkgruppen sind so enorm vielgestaltig wie seine künstlerische Biografie: Von frühen informellen Tafelbildern über raumgreifende Installationen, Fotozyklen, Super-8-Filme, Copy Art – bis zu Stoffarbeiten seiner letzten Jahre. Sein Nachlass, maßgeblich im Hamburger Bahnhof verwahrt, beinhaltet nicht nur zahlreiche eigene Videos, sondern auch eine der umfassendsten Sammlungen internationaler Medienkunst: Ulay, Abramovi?, Richard Serra, Bill Viola, George Maciunas, Allan Kaprow, Nam June Paik – Namen, die für einen Kanon zeitgenössischer Avantgarde-Kunst stehen.

Künstlerische Philosophie und Kontext

Geprägt durch das Berliner Kunstklima der Nachkriegszeit, aber auch New Yorker Kontakte zu Robert Motherwell, Al Hansen und Lil Picard, verschrieb sich Mike Steiner früh einer radikal offenen, experimentellen Kunst. Kritisch, neugierig, immer an neuen Ausdrucksformen interessiert, lehnte er traditionelle Malerei keineswegs ab, sondern trieb deren Erweiterung in neue Medien voran. Im eigenen Archiv dokumentierte und sammelte er die Geschichte der Videokunst wie kaum ein anderer seiner Generation.

Sein Werdegang zeugt von intellektuellem Mut: Studium an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste Berlin, künstlerische Erfolge in Europa und New York, Dozent an Berliner Volkshochschulen, zahllose Einzelausstellungen in Hamburg, Berlin, Wolfsburg, Paris, bis hin nach San Francisco und Seoul. In allem steckt ein kompromissloses Bekenntnis zu künstlerischer Freiheit jenseits kommerzieller oder institutioneller Konventionen.

Rezeption und Bedeutung – Zeitgenössische Kunst in Bewegung

Für viele ist Mike Steiner der „Missing Link“ zwischen den Initiatoren der internationalen Videokunst und einer jungen, an der Grenzauflösung von Malerei, Aktion und Raum interessierten Künstlergeneration. Zeitgenössische Kunst, wie Mike Steiner sie konzipierte, bleibt dynamisch, offen, dialogisch. Seine Werke fordern den Betrachter durch Irritation, ironische Brechung, unmittelbare Sinnlichkeit heraus. Sein Schaffen wirkt nach – etwa in aktuellen Positionen von Künstlerinnen wie Pipilotti Rist oder Hito Steyerl, denen Steiner in seiner Sammlerpraxis den Weg bereitete.

Auch die Rolle als Vermittler, Juror und Vortragender betont: Steiner war nie ein Solitär, sondern stets Netzwerker, Katalysator, Möglichmacher. Seine Teilnahme am Symposium International d’Art Performance in Lyon, seine TV-Arbeit für die „Videogalerie“ (über 120 Sendungen!), seine Archive und Kataloge bleiben wertvolle Zeugnisse für eine Kunst, die nie für den Markt, sondern für den gesellschaftlichen Diskurs entstanden ist.

Ausblick und Fazit: Warum Mike Steiner heute gesehen werden muss

Mike Steiner steht exemplarisch für eine Zeitgenössische Kunst, die ernsthaft, experimentell und zugleich zutiefst menschlich bleibt. Seine Offenheit für neue Technologien, die künstlerische Neugier, die Lust am Grenzgang machen ihn zum Vorbild. Wer sich für Performance Art, abstrakte Malerei oder Videokunst interessiert, findet in seinem Werk einen großzügigen Fundus an Formen, Gedanken und Haltungen, die weit über modische Trends hinauswachsen.

Es lohnt, Mike Steiners Arbeiten und Nachlass zu erforschen – als Spiegel einer Kunst, die wie kaum eine andere unsere Gegenwart geprägt hat. Vertiefende Informationen, Abbildungen und aktuelle Zugänge zu seinen Werken finden Sie auf der offiziellen Webseite Mike Steiner – Zeitgenössische Kunst entdecken. Die Auseinandersetzung mit seinem vielschichtigen Oeuvre eröffnet stets einen neuen Blick auf das, was Kunst heute sein kann.

@ ad-hoc-news.de