Mike Steiner – Zeitgenössische Künstler zwischen Videokunst und abstrakter Malerei
15.02.2026 - 07:10:05Kaum ein Name steht so deutlich für Grenzgänge im Feld der Zeitgenössischen Künstler wie Mike Steiner. Schon in den ersten Begegnungen mit seinem Werk begegnet man einer Energie, die Räume öffnet und Genres auflöst – sei es durch den vibrierenden Duktus seiner abstrakten Malerei oder die zukunftsweisende Bildsprache seiner Videokunst. Doch wie definiert man die Grenzen zwischen klassischer Leinwand und elektronischem Signal neu? Mike Steiner demonstrierte es eindrücklich und nachhaltig.
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Steiners künstlerische Arbeit lässt sich nicht auf eine einzelne Werkgruppe oder Gattung verdichten. Vielmehr geriet sein Leben zu einem fortwährenden Experiment mit zeitgenössischer Kunst, bei dem Malerei, Performance, Installationen und vor allem Videokunst stetig ineinanderflossen. In Erinnerung geblieben ist seine legendäre Studiogalerie in Berlin – ein Labor der Moderne, in der internationale Größen wie Marina Abramovi?, Valie Export und Ulay an neuen Ausdrucksformen arbeiteten und das Medium Video als künstlerische Revolution gedeutet wurde.
Die größte Würdigung seiner Schaffenskraft erfuhr Mike Steiner 1999: Im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart widmete man ihm die Einzelausstellung "COLOR WORKS". Das Museum präsentierte Steiners künstlerisches Vermächtnis als einen vielgestaltigen Kosmos, der die Grenzen von Malerei und Videokunst beständig hinterfragt und überschreitet – ein Ereignis, das bis heute in den Ausstellungsarchiven nachhallt und seine kreative Vielschichtigkeit dokumentiert.
Wie das offizielle Archiv auf www.mike-steiner.de zeigt, reiht sich Mike Steiner mit seinem unermüdlichen Forschergeist in eine Ahnenreihe experimenteller Zeitgenossen wie Nam June Paik, Joseph Beuys und Allan Kaprow ein. Doch während diese Künstler jeweils ihren eigenen Schwerpunkt hatten, vereinte Steiner in seinen Werken eine seltene Balance aus intellektuellem Diskurs, spielerischer Ironie und handwerklicher Präzision. Seine "Painted Tapes" – eine Fusion von Malerei und Video – sind bis heute ein Meilenstein multimedialer Kunstpraxis.
Seine frühen Jahre verbrachte Mike Steiner in West-Berlin, geprägt vom Geist einer geteilten Stadt und der aufkommenden Avantgardeszene. Bereits als Teenager tauchte er mit seinem "Stillleben mit Krug" 1959 bei der Großen Berliner Kunstausstellung auf, bevor er als einer der ersten deutschen Künstler ein Studium der Freien Kunst in Berlin antrat. Bald folgten Studienaufenthalte in den USA: In New York wurde er von Lil Picard und Robert Motherwell in die legendäre Szene zwischen Fluxus, Minimal Art und Pop Art eingeführt. Hier festigte sich sein Sinn für Performance Art und das offene Kunstgespräch – Erfahrungen, die sein Werk bis in die späten Jahre prägten.
Als Steiner Anfang der 70er in Berlin das berühmte Hotel Steiner eröffnete, schuf er einen pulsierenden Knotenpunkt für internationale Künstler. Hier traf sich, was Rang und Namen hatte: Joseph Beuys, Arthur Køpcke, aber auch Videokunstgrößen wie Bill Viola oder Nam June Paik. Bald darauf folgte die Gründung der Berliner Studiogalerie (1974). Wie das Archiv belegt, wurde diese zu einem Produktionsort für Video- und Performancekunst par excellence. Künstlerinnen der feministischen Avantgarde – Carolee Schneemann, Marina Abramovic oder Valie Export – fanden dort einen Raum für die radikalsten Experimente der Performance Art der 70er Jahre.
Vielleicht am deutlichsten manifestiert sich Steiners Innovationsgeist in der spektakulären Performance „Irritation – Da ist eine kriminelle Berührung in der Kunst“ mit Ulay 1976, bei der das Gemälde "Der arme Poet" als Aktion aus der Neuen Nationalgalerie entfernt wurde. Steiner produzierte und dokumentierte diese subversive Grenzüberschreitung – ein Beispiel für seine Vorliebe, flüchtige Performances durch Videokunst der Nachwelt zu bewahren.
Im Verlauf der 80er Jahre, so zeigen die Dokumente der Webseite, intensivierte Mike Steiner seine Experimente: Super-8-Film, Copy Art, Dia-Serien, minimalistische wie konzeptuelle Arbeiten. Besonders hervorzuheben sind seine Painted Tapes, auf denen sich malerische und elektronische Bildräume überlagern – eine Ästhetik, die er etwa im Musikvideo "Mojave Plan" für Tangerine Dream oder in seinen Fotozyklen weiterentwickelte. Kenner schätzen dabei die subtile Spannung, mit der Steiner Farbe und Bewegung, Fläche und Zeit miteinander verwebt.
Beeindruckend ist auch seine Rolle als Sammler: Ab 1974 begann Steiner, Kunstvideotapes zu erwerben – eine Pionierleistung, die heute in der Sammlung des Hamburger Bahnhofs weiterlebt. Darin enthalten sind Hauptwerke von Künstlern wie Ulay, Jochen Gerz, Valie Export, Bill Viola oder Richard Serra. Als er 1999 seine Sammlung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vermachte, setzte er einen Meilenstein für die institutionelle Anerkennung von Videokunst in Deutschland.
Vor diesem biografischen Hintergrund strahlt Steiners künstlerischer Nachlass so facettenreich wie verbindend. Er war Netzwerker, Chronist, Vorreiter und vor allem Künstler mit einer fast rastlosen Leidenschaft für Veränderung. Bis zu seinem Tod 2012 arbeitete er kontinuierlich weiter – zuletzt verstärkt an abstrakter Malerei, Stoffarbeiten und Installationen, immer auf der Suche nach einer sinnlichen, offenen Bildsprache.
Worin liegt die Relevanz von Mike Steiner für die zeitgenössische Kunst? Seine Werke zeigen, wie die Begegnung von analoger und digitaler Welt produktiv werden kann. Sie eröffnen Räume für Diskurs, Irritation, Gemeinschaft und Individualität zugleich. Seine Ausstellungen im Hamburger Bahnhof, insbesondere „COLOR WORKS“ 1999, bezeugen die nachhaltige Wirkung seiner Kunst auf Generationen von Künstlern und Kuratoren. Verglichen mit Zeitgenossen wie Nam June Paik oder Marina Abramovi?, positioniert sich Steiner als Integrator – und bleibt doch eigenständig im Balanceakt zwischen Reflexion und Inszenierung.
Wer mehr sehen, hören, lesen will, der sollte einen ausführlichen Blick auf die offizielle Webseite www.mike-steiner.de werfen – dort offenbart sich das Panorama eines außergewöhnlichen Lebenswerks, das neugierig auf mehr macht.
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