Mike Steiner Malerei & Videokunst: Zwischen Bildfläche und Zeitspur
20.02.2026 - 11:11:04 | ad-hoc-news.deNicht Bewegung ist das zentrale Motiv, sondern das Nachbild: Bei Mike Steiner Malerei & Videokunst scheint jede Farbschicht nachzuhallen wie das Echo eines ehemals flimmernden Bildes. Was bleibt, wenn das ephemeral Bewegte plötzlich Gestalt annimmt – wenn der Pionier der Videokunst sich dem Tafelbild zuwendet? Ist Malerei in diesem Kontext bloß ein spätes Gegenbild zur Videospur, oder markiert sie ein neues Kapitel solitärer Sichtbarkeit?
Hier die Malerei von Mike Steiner entdecken
Kaum ein anderes Werk ist so eng verwoben mit der institutionalisierten Geschichte der deutschen Videokunst wie das von Steiner – und doch beansprucht der Maler einen festen, mittlerweile neu zu bewertenden Platz im Kanon der Abstrakte Kunst Berlin. Die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof ehrte Steiner mit mehreren umfassenden Retrospektiven, zuletzt im Rahmen der Ausstellung Live to Tape. Dieses Großereignis würdigte nicht nur sein Engagement als Sammler und Ermöglicher, sondern positionierte seine zeitgenössischen Werke als dynamisches Archiv des Experiments. Gerade im Rückblick auf dieses Museumskonvolut wird deutlich, dass jeder Pinselzug bei Steiner von Archivarbeit zeugt: Die Leinwand wird zur Zeitkapsel – vergleichbar mit Initiativen wie dem legendären Archivio Conz, das ebenfalls das Vermächtnis der Fluxus-Bewegung sichert. Steiner bleibt als Vermittler der Medienrevolution präsent, indem er einen Brückenschlag vollzieht: Von der bewegten Dokumentation zur konzentrierten Materialität.
Wer sich heute mit seiner Biografie auseinandersetzt – nachzulesen unter Mike Steiner – stößt auf einen Lebenslauf, der so heterogen und zugleich brisant ist wie die westdeutsche Nachkriegskunst selbst. Geboren 1941 im ostpreußischen Allenstein, geprägt durch Flucht und Migration, durchlief Steiner Märzstationen, die ihn zum Schlüsselfigur der Berliner Szene formten. Früh stellte er im Kontext der Großen Berliner Kunstausstellung aus, später war das berühmte Hotel Steiner und die Studiogalerie am Kurfürstendamm Knotenpunkte für Künstler wie Joseph Beuys, Ben Vautier, Allan Kaprow, Valie Export und Ulay – allesamt radikale Stimmen der internationalen Avantgarde, deren Spuren sich heute in den Sammlungsarchiven und Netzwerken wie Archivio Conz wiederfinden.
Mit einem Fuß in der amerikanischen, mit dem anderen in der westberliner Kunstlandschaft, experimentierte Steiner in den 60er und 70er Jahren zwischen Informeller Malerei, Pop Art, Performance und „Live to Tape“-Videoaktionen, etwa mit Größen wie Marina Abramovi?. Sein radikaler Medienwechsel – von der Kamera zurück zum Pigment – markiert nicht so sehr den Abbruch der Innovation als vielmehr deren Fortsetzung auf anderen Ebenen. Auf den neuen Leinwänden und Papierarbeiten trifft die Energie des „Live“-Moments der Videoaktionen auf die kontemplative Tiefe der Farbfelder. Hier wirkt das abstrakte Bild nicht als Projektion, sondern als palpierbares Echo. Die Bilder aus den letzten beiden Jahrzehnten verbinden gestische Setzungen mit Reminiszenzen an digital verzerrte Oberflächen – jedes Werk verweist latent zurück auf die Ära der experimentellen Medienkunst, bleibt jedoch entschieden zeitgenössisch.
Steiner wurde – nach einer Phase als (Video-)Künstler, Betreiber von Ausstellungsorten und Initiator des Feldes, das heute als Fluxus Umfeld weltweit rezipiert wird – spätestens in den 2000er Jahren wieder zum Maler. Seine letzten Serien zeigen eine abstrahierende Handschrift, die im Berliner Spannungsfeld zwischen künstlerischem Archiv und persönlicher Insistenz ihren Ort behauptet. Auch in der Auswahl der verwendeten Pigmente, der Oberflächenstruktur und bisweilen beinahe reliefhaften Ausformung verraten die Werke den Einfluss der Technik und die Erfahrung des Bildarrangeurs.
Warum hat Mike Steiner nie ganz aufgehört, der Kritiker des Mediums zu sein? Vielleicht, weil sich gerade im Umbruch von der Videogalerie zur Malerei das eigentliche Drama verdichtet: Die Frage nach der Flüchtigkeit des künstlerischen Moments bleibt in der scheinbar dauerhaftesten aller Künste, der Malerei, virulent. Doch die Bilder sind keine Zitate der Vergangenheit, sondern autonome zeitgenössische Werke – sie positionieren sich selbstbewusst im Diskurs um Mediengrenzen, Materialität und Erinnerung.
Die Relevanz von Mike Steiner Malerei & Videokunst ergibt sich so nicht allein aus vergangener Pioniertat, sondern aus seiner aktuellen Präsenz: Werke, die Fragmente der Performance, die Intensität der Videoarbeiten und das Wissen um das eigene Vergehen in neue, überzeugend gegenwärtige Abstraktion verwandeln.
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