Mietpreisbremse löst Neubau-Krise aus
12.01.2026 - 09:54:12Nur Tage nach Inkrafttreten der verschärften Mietpreisbremse warnen Experten vor einem Baustopp. Eine aktuelle ORF-Analyse zeichnet ein düsteres Bild für den österreichischen Wohnungsbau. Die Ausweitung der Deckelung auf freie Mieten könnte Investoren abschrecken und geplante Projekte platzen lassen.
ORF-Analyse schlägt Alarm
Das Wirtschaftsmagazin „Eco“ legte Ende letzter Woche eine umfassende Untersuchung vor. Demnach droht die gut gemeinte Entlastung für Mieter, die Grundlage für neuen Wohnraum zu zerstören. Durch die Deckelung der Mieten fallen für viele Bauträger die Renditen unter die Rentabilitätsgrenze.
Die Zahlen sind eindeutig: Allein in Wien fehlen jährlich bis zu 4.000 Wohnungen, um den Bedarf zu decken. Graz und Innsbruck melden ähnliche Engpässe. Experten im Bericht warnen: Wenn die Mieteinnahmen die explodierenden Baukosten und Kreditzinsen nicht mehr decken, werden Projekte einfach nicht realisiert.
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Historischer Paradigmenwechsel
Seit dem 1. Januar greift die Mietpreisbremse erstmals auch bei sogenannten freien Mieten. Bisher unterlagen diese weitgehend dem Spiel von Angebot und Nachfrage. Die Koalition aus SPÖ und ÖVP will so die Wohnkosteninflation für breite Bevölkerungsschichten dämpfen.
Doch die Immobilienbranche schlägt zurück. Sie argumentiert, die neue Regelung mache jede Kalkulation für Neubauten unmöglich. Erste Bauträger haben bereits reagiert und legen geplante Baustarts auf Eis. Sie warten auf Rechtssicherheit oder angepasste Förderungen.
Bundesrat will nachlegen
Trotz der Warnungen reißt die politische dynamik nicht ab. Der Bundesrat forderte am vergangenen Freitag eine „Nachschärfung“ der gerade erst in Kraft getretenen Bremse. Sein Ziel: Die Regulierung auch auf möblierte Wohnungen und die Kurzzeitvermietung auszuweiten.
Diese Forderung sorgt für zusätzliche Verunsicherung. Kritiker sehen darin einen weiteren Schritt, der flexiblen Wohnraum verknappen wird. Befürworter, darunter die Arbeiterkammer, halten eine lückenlose Regulierung für notwendig, um Ausweichmanöver zu stoppen.
Düstere Prognosen für den Markt
Die Reaktionen folgten prompt. Analysten beobachten bereits eine spürbare Zurückhaltung bei institutionellen Investoren. Der einst sichere Hafen „österreichischer Wohnungsbau“ verliert an Attraktivität.
Die Logik ist simpel: Gedeckelter Ertrag bei weiter steigenden Kosten für Material, Energie und Personal macht Bauen unrentabel. Das Schreckgespenst einer „Wohnungsnot durch Regulierung“ steht im Raum. Könnte Österreich damit Fehler wiederholen, die in anderen europäischen Metropolen das Angebot verknappt haben?
Ein Jahr der Bewährungsprobe
Die kommenden Monate werden den Konflikt verschärfen. Mieter spüren die Entlastung sofort auf dem Konto. Die wahren Effekte auf den Wohnungsmarkt zeigen sich jedoch erst mit Verzögerung.
Sollten die Baugenehmigungszahlen im ersten Quartal 2026 tatsächlich einbrechen, wird der Ruf nach staatlichen Gegenmaßnahmen laut. Massive Bauförderungen könnten dann wieder notwendig werden. Die Regierung steht vor der Zerreißprobe, leistbares Wohnen und eine dynamische Bauwirtschaft unter einen Hut zu bringen. Eines ist klar: Eine Bremse beim Preis schafft noch keine einzige neue Wohnung.
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