Microsoft, KI-Arbeitskräfte

Microsoft zertifiziert die KI-Arbeitskräfte der Zukunft

19.02.2026 - 04:52:12

Microsoft stellt Cloud-Zertifizierungen auf autonome KI-Agenten um und startet eine globale Qualifizierungsoffensive mit neuen Prüfungen und der IDE Visual Studio 2026.

Microsoft stellt seine Cloud-Zertifizierungen auf den Kopf. Statt reiner Infrastruktur-Expertise verlangen die neuen Prüfungen nun Fähigkeiten im Umgang mit autonomen KI-Agenten. Diese Woche startete der Tech-Riese mit der globalen Einführung der „AB-Serie“ und der Veröffentlichung von Visual Studio 2026 eine neue Ära für IT-Profis.

Vom Administrator zum KI-Orchestrator

Der Kern der Neuausrichtung ist die „AB“-Zertifizierungsserie. Sie soll die Lücke zwischen Technik und Geschäftsstrategie schließen. Prüfungen wie AB-900 (Microsoft 365 Certified: Copilot and Agent Administration Fundamentals) oder AB-730 (AI Business Professional) validieren nicht mehr nur Konfigurationswissen. Stattdessen geht es um die Governance und Orchestrierung von KI-Workflows.

Diese Verschiebung spiegelt den breiteren Trend zur „Agentic AI“ wider. Diese Systeme führen eigenständig komplexe Aufgaben aus, anstatt nur Text oder Code zu generieren. Die laufende Microsoft Credentials AI Challenge bis zum 2. März 2026 fördert gezielt „Applied Skills“ in der Agenten-Erstellung. Damit können Lernende spezifische Kompetenzen nachweisen, ohne langwierige Zertifizierungspfade absolvieren zu müssen.

Visual Studio 2026 als Werkzeugkasten

Passend zur neuen Qualifikationsoffensive veröffentlichte Microsoft am 18. Februar Visual Studio 2026 (Version 18.3.1). Die IDE bietet tiefe KI-Integration und neue Tools für die „App-Modernisierung“ mit C++. Sie unterstützt den NuGet MCP-Server und erweiterte GitHub Copilot-Testfunktionen für .NET.

Diese Werkzeuge sind essenziell für das neue Berufsbild des „AI Transformation Leader“ (Prüfung AB-731). Diese Rolle ist für die Modernisierung alter Anwendungen in KI-fähige Architekturen verantwortlich. Durch die Synchronisation von Software-Release und Zertifizierungswegen schafft Microsoft ein geschlossenes Ökosystem. Die Verzögerung zwischen Produktinnovation und qualifizierten Arbeitskräften soll so minimiert werden.

50.000 Gratis-Zertifikate für Südafrika

Um den globalen Mangel an KI-Fachkräften anzugehen, starteten Microsoft und der südafrikanische Youth Employment Service (YES) eine große Initiative. Das YES x Microsoft AI Skills Programm bietet 50.000 Südafrikanern kostenlosen Zugang zu den neuen KI-Zertifikaten.

Das Programm richtet sich an arbeitslose Jugendliche, Berufswechsler und Professionals. Wer die Lernmodule abschließt und Übungsprüfungen besteht, erhält kostenlose Prüfungsgutscheine. Der Fokus liegt auch auf nicht-technischen Rollen: Der Track „AI Business Professional“ erfordert keine Programmierkenntnisse. Er konzentriert sich darauf, mit generativer KI Entscheidungsfindung und Produktivität zu steigern. Dies unterstreicht: Cloud-Technologie ist längst nicht mehr alleinige Domäne der IT-Abteilungen.

Neue Anforderungen für Partner und Sicherheit

Die Zertifizierungsoffensive erstreckt sich auch auf das Partnernetzwerk. Microsoft aktualisierte die Anforderungen für die Auszeichnung „Solutions Partner with certified software“. Nur Partner, die hohe Standards beim Einsatz von KI-Lösungen nachweisen, erhalten nun das Badge.

Eine strategische Allianzerweiterung mit dem Cybersicherheitsunternehmen CrowdStrike verdeutlicht zudem das komplexe Umfeld. Dessen Falcon-Plattform ist jetzt über den Microsoft Marketplace erhältlich. Diese Integration zeigt: Die neuen AB-900– und SC-Serie-Experten müssen verstehen, wie Drittanbieter-Sicherheitsplattformen mit Microsofts eigenen KI-Governance-Tools interagieren.

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Die Agentic‑AI‑Ära bringt nicht nur neue Rollen, sondern auch neue rechtliche und dokumentarische Pflichten. Wer KI-Systeme entwickelt oder in Unternehmensprozessen einsetzt, sollte Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Dokumentationsanforderungen der EU kennen. Ein kompakter Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt die wichtigsten Pflichten und Übergangsfristen – praxisnah für Entwickler und Entscheider. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur EU-KI-Verordnung herunterladen

Ein langfristiger Paradigmenwechsel

Mit dem nahenden Ende der AI Credentials Challenge am 2. März 2026 erwarten Branchenbeobachter weitere Ankündigungen zu Experten-Levels der AB-Serie. Die schnelle Iteration der Zertifikate – von „Fundamentals“ zum „Transformation Leader“ in unter einem Jahr – legt nahe: Microsoft betrachtet das „Agentic Era“ als langfristigen Paradigmenwechsel, nicht als vorübergehenden Trend.

Die Botschaft für IT-Profis ist klar: Die Ära rein infrastrukturbasierter Zertifizierung ist vorbei. Der neue Standard verlangt einen hybriden Fähigkeitenmix aus technischer Administration und Geschäftskompetenz, um autonome Agenten zu managen.

@ boerse-global.de

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