Microsoft, Teams-Update

Microsoft Teams-Update stellt Betriebsräte vor Notfall

10.01.2026 - 14:25:12

Ein automatisches Sicherheitsupdate für Microsoft Teams aktiviert ab Montag Überwachungsfunktionen, was ohne Betriebsvereinbarung gegen das Mitbestimmungsrecht verstoßen könnte. Betriebsräte müssen schnell handeln.

Ein automatisches Sicherheits-Update und neue Standortverfolgung fordern die Mitbestimmung in deutschen Unternehmen heraus. Betriebsräte haben nur noch dieses Wochenende Zeit zu reagieren.

Berlin – Deutsche Betriebsräte stehen unter Druck: Microsoft rollt ab Montag, dem 12. Januar 2026, ein umfassendes Update für Teams aus, das automatisch Überwachungsfunktionen aktiviert. Die Neuerungen betreffen Millionen Beschäftigte und könnten ohne rechtzeitige Betriebsvereinbarungen gegen das Mitbestimmungsrecht verstoßen. Die Uhr tickt – betroffene Unternehmen haben nur noch dieses Wochenende Zeit, ihre Einstellungen zu prüfen.

„Secure by Default“: Automatische Aktivierung am Montag

Der unmittelbare Handlungsbedarf entsteht durch eine grundlegende Änderung in Microsofts Sicherheitsstrategie. Statt optionaler Sicherheitstools schaltet der Konzern drei zentrale Schutzmechanismen ab Montag für alle Standard-Kunden automatisch frei:

  • Blockade riskanter Dateitypen: Bestimmte Dateiendungen werden nicht mehr zugelassen.
  • Echtzeit-URL-Prüfung: Links in Chats werden sofort auf Phishing-Versuche gescannt.
  • Meldemöglichkeit für Nutzer: Mitarbeiter können falsche Blockaden melden.

Aus Sicherheitssicht sind das sinnvolle Maßnahmen gegen KI-gestützte Cyberangriffe. Aus mitbestimmungsrechtlicher Sicht ist es heikel: Diese automatische Inhaltsprüfung stellt eine technische Einrichtung zur Verhaltens- und Leistungskontrolle dar. Laut § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bedarf deren Einführung zwingend der Zustimmung des Betriebsrats.

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„Die automatische Aktivierung schafft vollendete Tatsachen“, warnt ein Arbeitsrechtsexperte. In Unternehmen ohne spezifische Betriebsvereinbarung zu diesen Features könnte der Arbeitgeber ab Montag im Rechtsbruch stehen – selbst wenn nicht er, sondern Microsoft das Update auslöste.

Standort-Tracking via WLAN: Die „Bossware“-Debatte

Noch brisanter ist eine zweite Neuerung: Microsoft Teams erhält die Fähigkeit, den Arbeitsort von Mitarbeitern präzise zu tracken. Anhand der Verbindung zum Firmen-WLAN kann das System automatisch protokollieren, in welchem Gebäude sich ein Nutzer befindet.

Microsoft betont, die Funktion sei standardmäßig deaktiviert und müsse manuell freigeschaltet werden. Datenschützer sehen dennoch einen Paradigmenwechsel für die hybride Arbeit. Die letzte Grauzone beim Homeoffice fällt weg: Wer nicht im Firmennetzwerk ist, kann seinen Standort nicht mehr verschleiern.

Für Betriebsräte ist das ein Alarmsignal. Solche Daten ließen sich nutzen, um strenge „Return-to-Office“-Vorgaben durchzusetzen – ein Trend, der 2026 in der Tech-Branche an Fahrt aufnimmt. Jede Aktivierung müsste durch eine klare Betriebsvereinbarung geregelt werden, die eine Nutzung der Standortdaten für Leistungsbewertung oder Disziplinarmaßnahmen ausschließt.

KI-Sicherheitstools verschärfen die Lage

Die Lage wird durch die Integration von KI-gestützten Sicherheitswerkzeugen zusätzlich verkompliziert. Seit dem 1. Januar 2026 ist „Security Copilot“ Teil der Microsoft-365-E5-Lizenz. Die KI analysiert Nutzerverhalten auf Anomalien – eine Form der automatisierten Verhaltensbeobachtung.

Das Problem: Die Entscheidungsprozesse der KI sind eine Blackbox. Betriebsräte können kaum nachvollziehen, wie Daten verarbeitet werden. Das erschwert die Verhandlung von IT-Rahmenvereinbarungen erheblich und verwischt die Grenze zwischen legitimer Sicherheitsüberwachung und potenziellem Profiling.

Mitbestimmung im Cloud-Zeitalter auf dem Prüfstand

Die aktuelle Krise zeigt ein grundsätzliches Dilemma: Im Zeitalter von Cloud-Software sind Updates oft universell und mit kurzer Vorlaufzeit. Unternehmen und Betriebsräte können sie nicht einfach verschieben oder isoliert testen.

Experten raten daher zu einem strategischen Wechsel. Statt bei jedem Update neu zu verhandeln, braucht es „dynamische“ Betriebsvereinbarungen. Diese legen Grundsätze für Datenschutz und Mitarbeiterüberwachung fest und gelten auch für zukünftige, vom Anbieter getriebene Änderungen.

Was jetzt passieren muss

Bis Montagmittag ist Eile geboten. IT-Abteilungen und Betriebsräte müssen prüfen, ob ihre Teams-Konfiguration von der Standardeinstellung abweicht. Wenn nicht, gehen die neuen Überwachungsfunktionen in Kraft – möglicherweise rechtswidrig.

Die Entwicklung ist ein Vorbote für weitere Konflikte. Microsofts Roadmap kündigt mehr standortbezogene Features und KI-Analysen an. Die Rolle des Betriebsrats als Hüter digitaler Rechte wird damit immer zentraler. Für 2026 erwarten Rechtsexperten eine Welle neuer Gerichtsentscheidungen, die die Mitbestimmung in der digitalen Arbeitswelt neu definieren werden.

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