Microsoft, Teams

Microsoft Teams öffnet Chats für alle – mit neuen Sicherheitsregeln

04.01.2026 - 15:51:12

Microsoft Teams ermöglicht ab sofort Chats mit beliebigen E-Mail-Adressen. Doch die neue Offenheit kommt mit strengen Sicherheitsvorgaben.

Die Kommunikationsplattform Microsoft Teams hat eine grundlegende Barriere eingerissen. Seit dieser Woche können Nutzer Nachrichten an jede externe E-Mail-Adresse senden – egal ob an Geschäftspartner, Freiberufler oder Kunden. Diese Öffnung war seit einem Testlauf Ende 2025 erwartet worden. Doch nur zehn Tage nach der Freigabe zieht der Tech-Konzern die Sicherheitszügel deutlich an. Ab dem 12. Januar gelten automatische Schutzmaßnahmen für alle Nutzer.

Bisher war die externe Kommunikation in Teams umständlich. Sie erforderte eine offizielle Einladung als „Gast“ oder eine technische Verknüpfung der Firmennetzwerke. Das ist vorbei. Jetzt genügt eine E-Mail-Adresse im Chat-Fenster. Der Empfänger erhält eine Einladung per Mail. Über einen sicheren Link kann er sofort im Chat des Absenders teilnehmen – ohne Teams-Lizenz oder Microsoft-Konto.

Für Unternehmen bedeutet das eine enorme Vereinfachung. Projekte mit externen Partnern, die Abstimmung mit Lieferanten oder der Support für Kunden lassen sich nun direkt in Teams abwickeln. Microsoft positioniert sich damit klarer gegen Konkurrenten wie Slack Connect. Die Hürde, für spontane externe Kontakte zu anderen Tools zu wechseln, fällt weg.

Anzeige

Phishing-Angriffe nutzen genau solche neuen Kontaktwege, um Schadlinks oder gefälschte Vorgesetzten-Mails einzuschleusen. Ein kostenloses Anti‑Phishing‑Paket erklärt in 4 klaren Schritten, wie Sie verdächtige Nachrichten erkennen, Mitarbeiter schulen und CEO‑Fraud verhindern – perfekt, bevor Sie die neue Chat‑Funktion unternehmensweit freischalten. In 4 Schritten gegen Phishing: Gratis-Paket herunterladen

Sicherheit geht vor: Neue Standards ab 12. Januar

Doch die neue Freiheit weckt auch Bedenken. Könnte sie nicht Tür und Tor für Phishing-Angriffe öffnen? Sicherheitsexperten warnten bereits 2025 vor Risiken. Ein ungeprüfter E-Mail-Kontakt könnte Malware einschleusen und traditionelle E-Mail-Filter umgehen.

Microsoft reagiert prompt. Ab dem 12. Januar 2026 treten für alle Nutzer der Funktion neue Standard-Schutzmaßnahmen in Kraft. Alle eingehenden Nachrichten von externen Kontakten werden automatisch auf bösartige Links gescannt. Gefährliche Dateitypen werden blockiert, bevor sie den Empfänger erreichen.

Diese „Security-by-Default“-Einstellung markiert einen philosophischen Wandel bei Microsoft. Das Unternehmen erkennt an: Nutzer wollen nahtlose Konnektivität, aber die Plattform muss die Risiken der Zusammenarbeit über Firmengrenzen hinweg aktiv eindämmen.

Was IT-Administratoren jetzt beachten müssen

Für IT-Abteilungen ändert sich die Verwaltungsaufgabe. Ein neues Dashboard im Microsoft Defender Portal bietet zentrale Übersicht. Administratoren können Audit-Protokolle für „unverwaltete“ Gast-Kontakte einsehen und die Funktion für bestimmte Benutzergruppen deaktivieren.

Standardmäßig ist die neue Chat-Funktion jedoch aktiviert. Unternehmen, die das nicht wünschen oder spezielle Sicherheitsregeln anwenden möchten, müssen vor dem 12. Januar handeln. Microsoft rät dringend zur Überprüfung der „Messaging Safety“-Einstellungen.

Datenschutz-Bedenken begegnet der Konzern mit einem Verweis auf die Compliance-Politik des chat-hostingenden Unternehmens. Externe Gespräche unterliegen damit denselben Aufbewahrungs- und Kontrollregeln wie interne Chats.

Ein strategischer Schachzug im Plattform-Kampf

Die Öffnung von Teams ist ein klarer strategischer Zug. Microsoft will die Software zum unverzichtbaren zentralen Hub für alle berufliche Kommunikation machen – nicht nur für die interne. Indem Empfänger kein Teams-Konto mehr brauchen, senkt Microsoft die Einstiegshürde in sein Ökosystem massiv.

Praktische Anwendungen sind vielfältig: Personalverantwortliche können Bewerberprozesse beschleunigen, Teams leichter mit Freiberuflern koordinieren und Unternehmen direkteren Kunden-Support anbieten.

In den kommenden Wochen wird der Fokus auf der Einführung der neuen Sicherheitsvorkehrungen liegen. Langfristig könnten die externen Chats um Funktionen wie die gemeinsame Nutzung von Apps oder erweiterte Medienoptionen ergänzt werden. Die Gretchenfrage bleibt: Schafft Microsoft den Spagat zwischen maximaler Offenheit und enterprise-tauglicher Sicherheit? Die Antwort beginnt am 12. Januar.

Anzeige

PS: Sorgen Sie dafür, dass die Öffnung von Teams nicht zur Sicherheitslücke wird. Ein kostenloser Cyber‑Security‑Leitfaden fasst praxisnahe Schutzmaßnahmen, aktuelle Bedrohungen (inkl. Phishing) und umsetzbare Schritte für kleine und mittlere Unternehmen zusammen – ideal für IT‑Verantwortliche, die Sicherheit ohne große Zusatzkosten stärken wollen. Gratis Cyber-Security-Leitfaden herunterladen

@ boerse-global.de