Microsoft, Windows

Microsoft patcht Windows 10: Nur zahlende Kunden sind geschützt

13.02.2026 - 04:33:12

Microsoft stellt dringende Patches für sechs bereits ausgenutzte Zero-Day-Lücken in Windows 10 bereit, jedoch nur für zahlende ESU-Kunden. Nutzer müssen sich zwischen teurem Schutz, Upgrade oder hohem Risiko entscheiden.

Microsoft verteilt dringende Sicherheits-Updates für das eigentlich eingestellte Windows 10 – doch nur gegen Geld. Der Patch schließt sechs kritische Zero-Day-Lücken, die bereits aktiv ausgenutzt werden. Für Millionen Nutzer wird die Entscheidung drängender: Upgrade oder teurer Schutz.

Die Maßnahme unterstreicht die wachsenden Risiken für alle, die noch auf dem alten Betriebssystem arbeiten. Das Update, das diese Woche als Teil des Februar-„Patch Tuesday“ erschien, kommt Monate nach dem offiziellen Support-Ende im Oktober 2025. Es stellt Hunderte Millionen Nutzer weltweit vor eine klare Wahl.

Sechs Zero-Day-Lücken gestopft – nur für zahlende Kunden

Das Update mit der Kennung KB5075912 behebt insgesamt 58 Sicherheitslücken. Die brisantesten sind sechs Zero-Day-Schwachstellen. Diese wurden von Angreifern entdeckt und genutzt, bevor Microsoft einen Patch bereitstellen konnte. Sie ermöglichen unter anderem das Umgehen von Sicherheitsfunktionen und Rechteerweiterungen in Kernkomponenten wie den Remote Desktop Services.

Erhältlich ist der Patch ausschließlich für Teilnehmer des kostenpflichtigen Extended Security Updates (ESU)-Programms. Für alle anderen bleiben die Lücken offen – ihre Systeme sind angreifbar. Microsoft sendet damit ein klares Signal: Der kostenlose Schutz für Windows 10 ist Geschichte, Sicherheit gibt es nur noch gegen Geld.

Nächste Gefahr droht im Juni: Ablaufende Secure-Boot-Zertifikate

Doch die Zero-Day-Lücken sind nicht die einzige Bedrohung. Das Update bereitet auch auf ein weiteres kritisches Ereignis vor: das Auslaufen der Secure-Boot-Zertifikate im Juni 2026.

Secure Boot schützt den Startvorgang des PCs vor Schadsoftware. Die seit 2011 verwendeten Zertifikate laufen bald ab. Microsoft verteilt neue Zertifikate über Windows Update – aber nur an unterstützte Systeme wie Windows 11 oder Windows-10-ESU-Teilnehmer.

Alte, ungeschützte Windows-10-Rechner werden die neuen Zertifikate nicht erhalten. Nach dem Ablauf geraten sie in einen „herabgesetzten Sicherheitszustand“. Das macht sie anfällig für tief im System verankerte Boot-Level-Malware, die schwer zu erkennen und zu entfernen ist.

Windows 10 hält sich hartnäckig – trotz aller Warnungen

Trotz des Support-Endes ist Windows 10 noch weit verbreitet. Laut Statcounter hält es im Februar 2026 noch einen Windows-Marktanteil von rund 25 Prozent. Windows 11 kommt auf etwa 74 Prozent. Hunderte Millionen Geräte erhalten damit keine kostenlosen Updates mehr.

Die Gründe sind vielfältig: Die hohen Hardware-Anforderungen von Windows 11 schließen viele ältere PCs aus.

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Unternehmen kämpfen mit komplexen Software-Landschaften und langwierigen Migrationsprozessen. Für Cyberkriminelle ist diese große, potenziell ungeschützte Nutzerbasis ein attraktives Ziel.

Die Entscheidung: Upgrade, zahlen oder riskieren?

Was bleibt Nutzern also? Der empfohlene Weg ist das Upgrade auf Windows 11, was oft neue Hardware erfordert. Wer das nicht kann, für den bietet das ESU-Programm eine teure Überbrückung: Kritische Sicherheitsupdates für bis zu drei Jahre – zu jährlich steigenden Kosten.

Windows 10 weiterhin ohne Updates zu nutzen, ist ein hohes Risiko. Systeme werden zunehmend anfällig für Ransomware und andere Angriffe. Für Unternehmen kann dies auch zu Problemen mit Compliance-Vorschriften wie der DSGVO führen, die den Einsatz gepatchter und unterstützter Software vorschreiben.

Die Uhr tickt. Der nächste Stichtag ist der Juni 2026. Die Botschaft von Sicherheitsexperten und Microsoft ist eindeutig: Die Zeit für einen Migrationsplan weg von Windows 10 ist jetzt, bevor mangelnde Updates zu einem kritischen Sicherheitsvorfall führen.

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