Microsoft erneuert weltweit Millionen Windows-Sicherheitszertifikate
10.02.2026 - 21:55:12Microsoft startet eine der größten Sicherheitsaktionen in der Windows-Geschichte: Der Konzern tauscht ab sofort verpflichtend die veralteten Secure-Boot-Schlüssel auf Millionen PCs aus. Hintergrund ist das bevorstehende Ablaufdatum der ursprünglichen Zertifikate von 2011, die für den Schutz vor Schadsoftware beim Systemstart unverzichtbar sind. Ohne dieses Update würden Computer ab Sommer 2026 in einen „degradierten Sicherheitszustand“ fallen.
Warum dieser Zertifikats-Tausch so wichtig ist
Secure Boot ist eine fundamentale Sicherheitsbarriere in modernen PCs. Die Technik wirkt wie ein Türsteher für den Systemstart: Sie prüft, ob nur vertrauenswürdige und kryptografisch signierte Software geladen wird, bevor das Betriebssystem startet. Das ist die wichtigste Abwehr gegen tief im System verankerte Schadprogramme wie Rootkits, die herkömmliche Virenscanner umgehen können. Die Zertifikate, die diesen Mechanismus absichern, haben eine geplante Lebensdauer von 15 Jahren – und diese läuft Ende Juni 2026 aus.
Was passiert, wenn die Schlüssel ablaufen? Zunächst starten die Rechner noch. Doch sie können keine Sicherheits-Updates mehr für neu entdeckte Boot-Level-Schwachstellen erhalten. Langfristig drohen auch Kompatibilitätsprobleme mit neuer Hardware, Treibern oder Betriebssystemen. Microsoft spricht daher von einer notwendigen „proaktiven Maßnahme“, um die Integrität der gesamten Windows-Plattform zu bewahren.
So läuft die globale Update-Offensive ab
Für die meisten Privatanwender mit Windows 11 läuft der Tausch automatisch und unsichtbar im Hintergrund. Die neuen „2023“-Zertifikate werden über die monatlichen Sicherheitsupdates von Windows Update verteilt. Microsoft nutzt Telemetriedaten, um zunächst Geräte mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit zu aktualisieren – so soll ein reibungsloser Rollout gewährleistet werden.
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Doch es gibt Ausnahmen: Geräte mit nicht mehr unterstützten Betriebssystemen, wie bestimmte Windows-10-Versionen ohne erweiterten Sicherheits-Support, erhalten die neuen Schlüssel nicht. Sie bleiben verwundbar.
In Unternehmen haben IT-Administratoren mehr Kontrolle. Sie können den Prozess mit Management-Tools steuern. Eine kleine Zahl älterer Geräte benötigt zudem ein Firmware-Update vom Hersteller, um mit den neuen Zertifikaten kompatibel zu sein. Viele PC-Hersteller sind hier bereits vorausgegangen: Die meisten seit 2025 ausgelieferten Geräte und viele aus 2024 haben die neuen Schlüssel bereits ab Werk.
Eine neue Ära der Lebenszyklus-Verwaltung
Technisch ersetzt Microsoft die zentralen Vertrauensanker in der UEFI-Firmware. Dazu gehören der Key Exchange Key (KEK) und die Allowed Signature Database (DB) aus dem Jahr 2011. Sie werden durch neue Zertifizierungsstellen von 2023 abgelöst. So bleibt die Vertrauenskette intakt und kann auch moderne, sicher signierte Boot-Komponenten validieren.
Diese Aktion markiert einen Wendepunkt in der Plattformsicherheit. Die geplante Erneuerung kryptografischer Grundschlüssel stellt eine neue Art von Herausforderung dar. Sie unterstreicht, wie tief Hardware- und Softwaresicherheit heute verzahnt sind – und wie kritisch die Pflege dieser Infrastruktur gegen immer raffiniertere Cyber-Bedrohungen ist.
Was Nutzer jetzt wissen müssen
Bis zum Stichtag im Juni 2026 wird das Tempo der Updates weiter zunehmen. Microsoft rät allen Nutzern und Organisationen eindringlich:
- Halten Sie Ihr System mit den neuesten Windows-Updates aktuell.
- Prüfen Sie bei älteren Geräten die Website des Herstellers auf verfügbare Firmware-Updates.
- Unternehmen sollten ihre Gerätebestände auf nicht unterstützte Windows-Versionen überprüfen.
Dieser obligatorische Schlüsseltausch ist eine klare Mahnung: Fundamentale Sicherheitstechnologien brauchen kontinuierliche Wartung. Der erfolgreiche Abschluss der Aktion wird das Windows-Ökosystem für die kommenden Jahre härten – und dafür sorgen, dass die erste Verteidigungslinie von Millionen Computern robust und vertrauenswürdig bleibt.
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