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Microsoft Copilot: Neue Tools für strengere Datenschutz-Kontrolle

13.01.2026 - 01:31:12

Microsoft reagiert auf Datenschutzbedenken in Unternehmen mit neuen Purview-Funktionen und Windows-Richtlinien, die Admins mehr Kontrolle über den KI-Assistenten geben.

Microsoft stattet IT-Administratoren mit schärferen Werkzeugen aus, um den KI-Assistenten Copilot in Unternehmen zu zügeln. Die im Januar 2026 vorgestellten Updates für Microsoft Purview und Windows 11 geben Kontrolle über Datenverarbeitung und App-Nutzung zurück – eine direkte Antwort auf Datenschutzbedenken in Konzernen.

Die Neuerungen kommen zum richtigen Zeitpunkt. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Produktivitätsvorteile generativer KI gegen strikte Compliance- und Sicherheitsanforderungen abzuwägen. Mit den Updates reagiert Microsoft auf Forderungen seiner Enterprise-Kunden nach mehr Transparenz und Steuerungsmöglichkeiten für tief in Office-Anwendungen integrierte KI-Features.

Purview: Die Datensperre für die KI

Herzstück der Verschärfungen ist das Compliance-Portal Microsoft Purview. Neue Funktionen sollen Administratoren die Einführung von Microsoft 365 Copilot erleichtern – und sicherer machen. Ein zentrales Werkzeug ist eine vereinfachte Richtlinie zur Verhinderung von Datenverlust (DLP). Mit einem Klick können Admins eine Regel erstellen, die verhindert, dass mit Sensitivity-Labels gekennzeichnete, sensible Daten überhaupt von Copilot verarbeitet werden.

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Zusätzlich, noch in der Vorschauphase, können IT-Teams nun bestimmte sensible Informationstypen blockieren. Enthält eine Nutzeranfrage an Copilot solche Daten, erhält der Nutzer gar keine KI-Antwort mehr. Diese proaktive Maßnahme soll das Risiko des ungewollten Datenabflusses minimieren. Zusammen mit bereits verfügbaren Policies, die die Zusammenfassung von blockierten Dateien und E-Mails verhindern, entsteht so ein mehrschichtiger Schutzschild.

Klare Sicht und zentrale Steuerung

Für besseren Überblick sorgt ein neues, dediziertes Dashboard innerhalb von Purview. Statt alle KI-Anwendungen zusammenzufassen, bietet die Übersicht nun eine eigene „Microsoft 365 Copilot“-Ansicht. Dieses maßgeschneiderte Board zeigt spezifische Empfehlungen und Daten zum KI-Assistenten und führt Admins durch die notwendigen Schritte für Datensicherheit und Compliance.

Diese fokussierte Sicht ist entscheidend für Unternehmen, die ihre Sicherheitslage für Copilot bewerten wollen. Das System scannt Dateien in SharePoint auf potenziell zu freizügig geteilte Inhalte und ermöglicht die direkte Behebung von Zugriffsrisiken. Ein proaktives Sicherheitsmanagement wird immer wichtiger, da KI-Tools die Fähigkeit haben, rasch riesige Informationsmengen in der Cloud eines Unternehmens zu durchforsten.

App-Kontrolle: Copilot komplett abschalten

Neben datenbezogenen Steuerungen gibt Microsoft Admins auch auf App-Ebene mehr Macht. Aufgrund von Nutzerfeedback und regulatorischer Prüfung der tiefen Copilot-Integration führt der Konzern direktere Methoden ein, um die KI einzudämmen oder zu entfernen.

Aktuelle Updates für Windows 11 Insider Preview bringen eine neue Richtlinie namens „RemoveMicrosoftCopilotApp“. Über Group Policy oder Intune können Administratoren damit die Copilot-App auf verwalteten Windows-11-Geräten der Pro-, Enterprise- und Education-Versionen deinstallieren. Bisher konnten Nutzer und Admins Copilot in Apps wie Excel oder Outlook nur über Privatsphäreeinstellungen deaktivieren. Die neue Systemrichtlinie ist ein entschiedenerer Schritt für Firmen, die die KI-Präsenz auf bestimmten Geräten komplett tilgen wollen.

Branchenrelevanz: Vertrauen als Schlüssel

Die verbesserten Admin-Tools markieren einen Wendepunkt für die Enterprise-Einführung generativer KI. Die Produktivitätsversprechen sind groß, doch Datenschutzbedenken bremsen viele Organisationen aus – besonders in streng regulierten Branchen wie Finanzen oder Gesundheitswesen. Durch granularere Kontrolle via Purview versucht Microsoft, diese Hürde zu senken und Vertrauen bei Geschäftskunden aufzubauen.

Branchenbeobachter sehen diesen Schritt als essenziell an, um die Führungsposition im umkämpften Markt für KI-gestützte Produktivität zu halten. Die Nachfrage nach umfassenden Governance-Werkzeugen wird mit dem wachsenden Verständnis für KI-Risiken steigen. Die Integration der Steuerung in das bereits etablierte Purview-Portal ist dabei strategisch klug, denn viele Unternehmen nutzen es bereits für ihr allgemeines Datenmanagement.

Ausblick: KI-Governance wird komplexer

Die Entwicklung der Governance-Tools wird rasant weitergehen. Die aktuell in der Vorschau verfügbaren Features, wie das Blockieren sensibler Informationstypen, dürften in den kommenden Monaten allgemein verfügbar werden. Erwartet wird auch eine tiefergehende Integration zwischen Copilot und Purview, mit mehr automatisierten Empfehlungen.

Die anstehende Einführung von „Agent 365“ und anderen autonomen KI-Workloads wird 2026 noch ausgefeiltere Governance-Rahmen erfordern. Wenn Copilot vom reaktiven Assistenten zum proaktiven Teammitglied wird, sind klare Grenzen, Audit-Funktionen und Compliance-Sicherheit paramount. Die heute eingeführten Tools sind die Grundsteine für ein umfassendes und vertrauenswürdiges KI-Ökosystem im Unternehmen.

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