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Microsoft Copilot knackt 15-Millionen-Nutzer-Marke

11.02.2026 - 02:30:12

Microsofts KI-Assistent Copilot verzeichnet 160 Prozent Nutzerwachstum, doch die Penetration im riesigen Kundenstamm liegt erst bei 3,3 Prozent. Das Unternehmen meldet parallel Rekordumsätze und -gewinne.

Microsofts KI-Offensive zeigt erste Früchte: Der KI-Assistent Copilot zählt inzwischen 15 Millionen zahlende Nutzer. Das gab der Konzern im Rahmen seiner Quartalszahlen bekannt. Doch der Weg zur flächendeckenden Durchdringung ist noch lang.

KI-Wachstum mit Schattenseiten

Die Zahl von 15 Millionen bezahlten Copilot-Lizenzen markiert einen wichtigen Meilenstein für Microsofts milliardenschwere KI-Strategie. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Wachstum von satten 160 Prozent. Konzernchef Satya Nadella betonte, die täglichen Nutzerzahlen hätten sich sogar verzehnfacht – Copilot werde für Wissensarbeiter zur „täglichen Gewohnheit“.

Doch Analysten sehen die Zahlen differenziert. Gemessen am riesigen kommerziellen Nutzerstamm von 450 Millionen Microsoft-365-Kunden entspricht die Penetrationsrate gerade einmal 3,3 Prozent. Die große Mehrheit der Unternehmen befindet sich demnach noch in Test- oder Pilotphasen. „Das Wachstum ist beeindruckend, aber der Weg zur Massenadoption ist ein Marathon, kein Sprint“, kommentiert eine Branchenexpertin.

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Immerhin: Die Zahl der Großkunden mit über 35.000 Lizenzen hat sich verdreifacht. Zu den namhaften Neukunden zählen unter anderem der Zahlungsdienstleister Fiserv und das US-Innenministerium.

Rekordzahlen trotz Mega-Investitionen

Abseits der KI-Metriken präsentiert sich Microsoft in glänzender Verfassung. Der Konzern erzielte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 81,3 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 17 Prozent. Der Nettogewinn schoss sogar um 60 Prozent auf 38,5 Milliarden Dollar.

Treiber dieser Entwicklung ist nach wie vor das Cloud-Geschäft. Der Bereich „Intelligent Cloud“ mit der Azure-Plattform legte um 29 Prozent auf 32,9 Milliarden Dollar zu. Die Cloud-Gesamteinnahmen erreichten 51,5 Milliarden Dollar. Finanzchefin Amy Hood bestätigte einen anhaltenden Trend: „Die Nachfrage nach KI-Diensten übersteigt weiterhin unsere verfügbare Kapazität.“

Die Investitionsbereitschaft der Kunden scheint ungebrochen. Die vertraglich gebundenen zukünftigen Leistungen – die sogenannten „Commercial Remaining Performance Obligations“ – belaufen sich auf rekordverdächtige 625 Milliarden Dollar. Fast die Hälfte davon entfällt auf langfristige Azure-Verpflichtungen.

Milliarden für die KI-Infrastruktur

Hinter den Wachstumszahlen stehen gewaltige Investitionen. Allein im letzten Quartal pumpte Microsoft etwa 37,5 Milliarden Dollar in Kapitalausgaben. Das Geld fließt vor allem in den Ausbau von Rechenzentren und den Kauf von Hochleistungs-GPUs für KI-Berechnungen.

Angesichts dieser Summen wirkt die Monetarisierung der 15 Millionen Copilot-Nutzer auf manche Beobachter noch bescheiden. Microsoft versucht, das Angebot attraktiver zu machen. Kürzlich wurden neue Funktionen wie „Researcher“- und „Analyst“-Agenten ohne Aufpreis in das Copilot-Abonnement integriert.

Gleichzeitig diversifiziert der Konzern sein KI-Modellangebot. Neben der bewährten GPT-Technologie von OpenAI integriert Microsoft nun auch Claude-Modelle des KI-Startups Anthropic. Damit erhalten Kunden mehr Auswahlmöglichkeiten.

Ausblick: Wann kommt der Durchbruch?

Die Konzernführung zeigt sich zuversichtlich. Das KI-Geschäft sei bereits heute größer als einige etablierte Microsoft-Sparten, die Jahrzehnte zum Aufbau benötigt hätten. Die Strategie konzentriert sich auf „KI-Diffusion“ – die schrittweise Integration von KI-Assistenten in tägliche Arbeitsabläufe, um die Bindung zu erhöhen und Lizenzen auszuweiten.

Für das laufende Quartal prognostiziert Microsoft weiteres zweistelliges Wachstum im Bereich Produktivität und Geschäftsprozesse. Die Erwartungen liegen bei 34,25 bis 34,55 Milliarden Dollar Umsatz.

Die 15-Millionen-Marke dient Investoren nun als Benchmark, um den Return on Investment der Milliardenbeträge für generative KI zu bewerten. Die aktuelle Penetrationsrate von 3,3 Prozent lässt zwar reichlich Raum für Wachstum, verdeutlicht aber auch die Herausforderung: Kostensensible IT-Abteilungen müssen davon überzeugt werden, für jeden Mitarbeiter ein Premium-KI-Abonnement abzuschließen.

Die entscheidende Frage für 2026 lautet: Wann werden aus Pilotprojekten flächendeckende Rollouts? Mit einer sich verdoppelnden Cloud-Bestellliste und einer Nachfrage, die das Angebot übersteigt, bleibt Microsofts Kurs klar: aggressive Expansion der KI-Infrastruktur – koste es, was es wolle.

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