Microsoft, Copilot

Microsoft Copilot: KI-Assistent zwischen Innovation und Datenschutz

07.02.2026 - 22:01:12

Microsoft reagiert auf Unternehmenskritik mit erweiterten Sicherheits- und Kontrollfunktionen für Copilot, während Datenschützer die mobile App kritisieren.

Microsoft navigiert seinen Enterprise-KI-Assistenten Copilot durch ein Spannungsfeld aus neuen Sicherheitsversprechen und lauter werdender Datenschutzkritik. Der Technologieriese versucht, das Vertrauen von Geschäftskunden zu gewinnen, während die tiefe Integration der KI in Windows und mobile Systeme neue Debatten entfacht.

Neue Sicherheitswerkzeuge für Großkunden

Als direkte Reaktion auf Unternehmensanforderungen hat Microsoft wesentliche Erweiterungen für Microsoft 365 Copilot vorgestellt. Kernstück ist ein neuer Data Connector für Microsoft Sentinel, der seit Anfang Februar 2026 in der öffentlichen Vorschau verfügbar ist. Diese Integration ermöglicht Sicherheitsteams erstmals eine lückenlose Überwachung aller Copilot-Aktivitäten – von Nutzeranfragen bis zur Plugin-Erstellung – im zentralen Sicherheits-Dashboard.

Für Compliance-Verantwortliche bedeutet das einen wichtigen Fortschritt. Die für Audits und die Einhaltung von Vorschriften wie der DSGVO notwendige Nachvollziehbarkeit wird damit technisch möglich. Ergänzt wird das Paket durch eine abteilungsbezogene Suchfunktion, die die interne Suche nach Experten und Zuständigkeiten beschleunigen soll.

Mobile App im Datenschutz-Fokus

Während Microsoft auf Enterprise-Ebene aufrüstet, gerät die mobile Copilot-App zunehmend in die Kritik. Datenschützer und Experten bemängeln eine mangelnde Transparenz bei der Datensammlung auf Smartphones. Die zentrale Frage: Welche Daten sammelt der tief ins Betriebssystem integrierte Assistent eigentlich – und wofür?

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Berichte legen nahe, dass die einfache Bedienbarkeit mit potenziell hohen Kosten für die Privatsphäre erkauft sein könnte. Die Einstellungen zur Kontrolle der Datenerfassung seien schwer auffindbar. Diese Entwicklung dürfte die Diskussionen im Vorfeld der vollständigen Umsetzung der EU-KI-Verordnung weiter anheizen.

Granulare Kontrolle für IT-Administratoren

Auf Druck aus Unternehmens-IT-Abteilungen reagiert Microsoft mit neuen Steuerungsoptionen. Zukünftige Updates, beginnend mit dem Patch Tuesday am 10. Februar 2026, werden erweiterte Gruppenrichtlinien und MDM-Einstellungen einführen.

IT-Administratoren können damit die Sichtbarkeit von KI-Funktionen gezielt einschränken oder Copilot unter bestimmten Bedingungen sogar vollständig deinstallieren. Ein Zugeständnis an Unternehmen, die in ihren IT-Umgebungen maximale Kontrolle benötigen – besonders bei Bedenken hinsichtlich der unbeabsichtigten Weitergabe sensibler Informationen.

Zweigleisige Strategie: Innovation meets Compliance

Die jüngsten Ankündigungen zeigen eine klare Doppelstrategie. Einerseits treibt Microsoft die KI-Integration aggressiv voran, wie die Anfang Februar bekanntgegebene Partnerschaft mit A1 für österreichische KMU demonstriert. Andererseits investiert der Konzern sichtbar in Vertrauensbildung bei CIOs und CISOs.

Das Engagement in breiteren Sicherheitsinitiativen, wie die seit dem 2. Februar laufende, FBI-geführte „Operation Winter SHIELD“, soll dieses Bekenntnis zusätzlich untermauern. Die Botschaft an den Markt ist klar: Copilot soll nicht nur innovativ, sondern auch sicher und konform sein.

Ausblick: Balanceakt unter Beobachtung

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Microsoft die Balance zwischen fortschrittlicher KI-Integration und strengen Compliance-Anforderungen halten kann. Die neuen administrativen Kontrollen werden von IT-Abteilungen genau beobachtet werden.

Für deutsche Unternehmen, die den Einsatz von Microsoft Copilot Enterprise evaluieren, bleibt eine sorgfältige Prüfung unerlässlich. Interne Richtlinien, Mitarbeiterschulung und die Nutzung der bereitgestellten Sicherheitswerkzeuge sind der Schlüssel, um die KI-Potenziale verantwortungsvoll zu erschließen – ohne böse Überraschungen bei der nächsten Datenschutzprüfung.

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