Microsoft, Treiber

Microsoft blockiert gefährliche Treiber im Windows-Kernel

22.02.2026 - 10:40:12 | boerse-global.de

Windows 11 nutzt eine automatische Blockierliste, um angreifbare Hardware-Treiber zu stoppen und so BYOVD-Angriffe zu verhindern. Die Funktion arbeitet mit Memory Integrity zusammen.

Windows 11 schottet sein Herzstück ab: Ein automatisiertes Blockiersystem verhindert, dass angreifbare Hardware-Treiber Schaden anrichten können. Das ist der Kern des „Microsoft Vulnerable Driver Blocklist“-Mechanismus, der aktuell im Fokus steht. Für Millionen Nutzer und Unternehmen könnte diese oft unsichtbare Sicherheitsfunktion den entscheidenden Unterschied machen.

Angriffspunkt mit Systemrechten

Die Achillesferse vieler Systeme sind Kernel-Mode-Treiber. Diese essenziellen Software-Bausteine vermitteln zwischen Hardware – wie Grafikkarten oder Netzwerkchips – und dem Windows-Kernel. Sie genießen höchste Systemprivilegien. Genau das macht sie zum perfekten Einfallstor für Angreifer, die tief in Systeme eindringen wollen.

Microsofts Antwort ist eine zentrale Sperrliste. Sie arbeitet eng mit Hypervisor-Protected Code Integrity (auch „Memory Integrity“ genannt) zusammen. Auf unterstützter Hardware mit Windows 11 prüft das System automatisch jeden zu ladenden Treiber gegen eine ständig aktualisierte Datenbank. Wird ein Treiber als gefährlich erkannt, wird der Ladevorgang gestoppt – bevor Schaden entstehen kann.

Die Abwehr einer hinterhältigen Angriffsmethode

Hauptziel der Sperrliste sind sogenannte BYOVD-Angriffe (Bring-Your-Own-Vulnerable-Driver). Dabei nutzen Cyberkriminelle einen trickreichen Umweg: Statt neuen Schadcode zu schreiben, missbrauchen sie ältere, legitime Treiber mit bekannten Sicherheitslücken. Diese besitzen gültige digitale Signaturen und umgehen so traditionelle Sicherheitschecks.

Einmal installiert, ermöglichen diese angreifbaren Treiber es, Berechtigungen zu eskalieren, Virenscanner zu deaktivieren und die vollständige Kontrolle über den PC zu erlangen. Die Blockliste macht die Signatur dieser Treiber für den Kernel-Zugriff ungültig und schließt damit eine gefährliche Lücke, die oft für Ransomware und Rootkits genutzt wurde.

So setzt Microsoft die Regeln durch

Die Durchsetzung der Sperrlisten erfolgt mehrschichtig. Microsoft kann Treiber anhand spezifischer kryptografischer Hashwerte blockieren oder ganze Gruppen über deren Dateiattribute wie Version oder Namen sperren. Die schärfste Waffe: Wird ein Code-Signatur-Zertifikat missbraucht, kann es komplett gesperrt werden – und damit alle Treiber, die es nutzen.

Für die Aktualität der Liste ist eine enge Zusammenarbeit mit Hardware-Herstellern entscheidend. Werden Schwachstellen entdeckt, landet der betroffene Treiber in der verwalteten Richtlinie, die an alle geschützten Windows-Systeme ausgespielt wird.

Balanceakt zwischen Sicherheit und Kompatibilität

Für Privatanwender ist die Funktion meist über die Memory-Integrity-Einstellung in der Windows-Sicherheits-App aktiviert. In Unternehmen benötigen IT-Administratoren feinere Steuerung. Sie können die Liste per PowerShell, Gruppenrichtlinien oder Registry verwalten.

Die Empfehlung: Zunächst im Audit-Modus testen. So werden potenzielle Blockierungen nur protokolliert, ohne Funktionen zu brechen. Kritisch wird es bei alter, aber betriebsnotwendiger Hardware. Blockiert die Richtlinie einen Legacy-Treiber, steht die IT vor einem Dilemma: Sicherheitsrisiko gegen Betriebsabläufe abwägen. Oft bleibt nur die Koordination mit dem Hersteller, um ein gepatchtes Treiber-Update zu erhalten.

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Wenn Windows 11 wegen alter Hardware oder blockierter Treiber Probleme macht, kann ein praktischer Gratis-Report helfen. Er erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Windows 11 trotz als „inkompatibel“ eingestufter Hardware legal installieren und dabei Datenverlust vermeiden — ideal für Anwender, die von Memory Integrity oder einer Blockliste betroffen sind. Ihr Gratis-Report: Windows 11 trotz inkompatibler Hardware installieren

Ein Schritt im ewigen Wettlauf

Die Treiber-Blockliste ist Teil eines größeren Trends zu Zero-Trust-Architekturen und gehärteten Systemkernen. Experten betonen: Wird der Kernel kompromittiert, hat der Angreifer das gesamte System in der Hand.

Doch der Weg ist steinig. Die Synchronisation von Bedrohungserkennung und Richtlinien-Verteilung bleibt eine logistische Herausforderung. Temporäre Lücken zwischen Entdeckung und Sperre können Systeme verwundbar lassen. Zudem drohen Kompatibilitätsprobleme mit alter Hardware. Der Spagat zwischen strenger Sicherheit und praktischer Nutzbarkeit bleibt eine Daueraufgabe für IT-Verantwortliche.

Die Entwicklung geht klar voran: Die Blocklisten werden immer umfassender, Updates häufiger. Der Druck auf Hardware-Hersteller, sichere Code-Standards einzuhalten und schnell auf Schwachstellen zu reagieren, wächst. Wer riskiert schon, dass sein Flaggschiff-Treiber von Windows blockiert wird? Langfristig könnte diese Verteidigung Angreifer zwingen, ihre Methoden zu ändern – und das Katz-und-Maus-Spiel in neue, komplexere Gefilde verlagern.

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