Microsoft, KI-Wasserzeichen

Microsoft 365 führt KI-Wasserzeichen für mehr Transparenz ein

26.02.2026 - 00:09:22 | boerse-global.de

Microsoft stattet seine 365-Suite mit einer neuen Richtlinie aus, die KI-generierte Video- und Audioinhalte kennzeichnet. Die Funktion soll Transparenz schaffen und ist Teil einer breiteren Brancheninitiative für digitale Authentizität.

Microsoft stattet seine 365-Suite mit einer neuen Richtlinie aus, die Wasserzeichen für KI-generierte Video- und Audioinhalte vorsieht. Die Maßnahme soll die Herkunft digitaler Medien in Unternehmen klar kennzeichnen und wachsenden Bedenken vor Deepfakes und Manipulation begegnen. Verfügbar wird die Funktion über den Cloud Policy Service voraussichtlich Ende Februar 2026.

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Administrator entscheidet über Kennzeichnung

Die neue Funktion ist nicht standardmäßig aktiviert. IT-Administratoren müssen die Richtlinie „Include a watermark when content from Microsoft 365 is generated or altered by AI“ für ihre Nutzer explizit freischalten. Erst dann werden automatisch sichtbare oder hörbare Markierungen hinzugefügt. Ein mit KI-Funktionen in Microsoft Clipchamp erstelltes Video erhält etwa ein visuelles Wasserzeichen, oft das Copilot-Symbol. Eine von Copilot generierte Audio-Zusammenfassung eines Word-Dokuments beginnt oder endet mit dem Satz: „This audio is generated by AI.“ Platzierung und Wortlaut sind nicht anpassbar.

Selbst wenn sich ein Unternehmen gegen sichtbare Wasserzeichen entscheidet, wird Microsoft den Dateien Metadaten hinzufügen, die auf einen KI-Ursprung hinweisen. Die Richtlinie betrifft zunächst nur Video und Audio – Bereiche, die im Zentrum der Debatte um KI-gestützte Desinformation stehen.

Bei Bildern haben Nutzer die Wahl

Anders verfährt der Software-Riese bei KI-generierten Standbildern. Hier erhalten nicht Administratoren, sondern die einzelnen Nutzer die Kontrolle. Eine separate Funktion zur Wasserzeichen-Kennzeichnung von Bildern soll Ende März 2026 bereitstehen. Nutzer können sie dann in den Datenschutzeinstellungen ihres Microsoft-Kontos aktivieren. Ist sie eingeschaltet, erhalten alle neuen Bilder aus Tools wie Microsoft Designer oder den KI-Bildfunktionen in Word und PowerPoint ein Wasserzeichen. Diese nutzerzentrierte Lösung für Bilder steht im Kontrast zur administratorgeführten Politik für Bewegtbild und Ton.

Aufbauend auf etablierten Authentizitäts-Standards

Der Schritt baut auf Microsofts langjährigem Engagement für digitale Inhaltsauthentizität auf. Das Unternehmen ist ein Kernmitglied der Coalition for Content Provenance and Authenticity (C2PA), die offene Standards zur Rückverfolgung von Medien entwickelt. Deren „Content Credentials“-Technologie bettet die Entstehungsgeschichte einer Datei fälschungssicher in deren Metadaten ein.

Microsoft hat diese kryptografischen Nachweise bereits in anderen KI-Produkten wie Azure OpenAI und dem Bing Image Creator implementiert. Die neuen Wasserzeichen in Microsoft 365 bilden nun eine sichtbare Ebene über diesen Metadaten-Standards. Sie machen es auch Alltagsnutzern leicht, KI-Inhalte zu erkennen – ohne spezielle Analyse-Tools.

Antwort auf regulatorischen Druck und Branchentrend

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Das Drängen auf klare KI-Kennzeichnung kommt zu einer Zeit, in der generative KI-Tools immer ausgefeilter und fester in Arbeitsabläufe integriert werden. Die Unterscheidung zwischen Original und synthetischem Material wird für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und die Öffentlichkeit zur wachsenden Herausforderung.

Microsoft reagiert mit den Wasserzeichen auf die Forderung nach mehr Rechenschaftspflicht und hilft Organisationen, verantwortungsvolle KI-Praktiken umzusetzen. Der Schritt folgt einem Branchentrend: Auch andere Tech-Giganten wie Adobe und Google tragen zum C2PA-Standard bei. Die breite Übernahme solcher Standards gilt als entscheidend für ein vertrauenswürigeres digitales Ökosystem. Vor dem Hintergrund regulatorischer Diskussionen – etwa in Kalifornien, wo Gesetze zur KI-Kennzeichnung vorgeschlagen wurden – werden proaktive Maßnahmen der Tech-Konzerne für unerlässlich gehalten.

Ein neuer Standard für Unternehmens-KI?

Die Einführung von KI-Wasserzeichen in Microsoft 365 ist ein bedeutender Schritt, aber Teil einer größeren, andauernden Anstrengung. Das gestaffelte Rollout – Video/Audio im Februar, Bilder im März – deutet auf einen bewusst phasenweisen Ansatz hin.

Langfristig könnten klare, einheitliche Hinweise auf KI-generierte Inhalte zum Standarderwartung für Enterprise-Produktivitätstools werden. Während Unternehmen die Kraft generativer KI für mehr Kreativität und Effizienz nutzen, wird die Fähigkeit, diese Inhalte zu verwalten und zu identifizieren, von entscheidender Bedeutung sein. Microsofts neue Richtlinie gibt IT-Administratoren ein mächtiges Governance-Werkzeug an die Hand – ein Wendepunkt für die transparente Integration von KI in den modernen Arbeitsplatz.

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