Metaplanet Aktie: Strategie verteidigt
23.02.2026 - 03:49:29 | boerse-global.deMetaplanet steht wegen seiner Bitcoin-Treasury-Strategie unter Rechtfertigungsdruck. CEO Simon Gerovich hat anonyme Vorwürfe aus sozialen Medien Punkt für Punkt öffentlich zurückgewiesen – in einer Phase, in der sich die nicht realisierten Bitcoin-Verluste laut Bericht auf über 1,2 Mrd. US-Dollar summieren und die Aktie rund 85% unter ihren 2025er-Hochs notiert. Wie belastbar ist das Transparenz- und Risikomanagement des Unternehmens?
Vorwürfe: Offenlegung, Timing, Kredite
Kritiker warfen Metaplanet unter anderem vor, große Bitcoin-Käufe verspätet gemeldet, Derivateverluste verschleiert und zentrale Konditionen von krediten gegen Bitcoin-Sicherheiten nicht ausreichend offengelegt zu haben.
Gerovich widersprach. Er erklärte, alle vier Bitcoin-Käufe im September 2025 seien jeweils zum Zeitpunkt der Transaktionen veröffentlicht worden. Insgesamt ging es dabei um mehr als 11.800 BTC, verteilt auf vier einzelne Käufe. Als Beleg für Transparenz verwies er auf öffentlich einsehbare Wallet-Adressen sowie ein Live-Dashboard für Aktionäre.
Beim Thema Markttiming räumte der CEO ein, dass der September 2025 ein „lokales Hoch“ bei Bitcoin gewesen sei. Metaplanet verfolge jedoch keine taktische Handelsstrategie, sondern eine systematische Akkumulation.
Geschäftsjahr 2025: Operativ stark, unterm Strich rot
Die Debatte folgt auf die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Sie zeigen die Spannungen, die das Treasury-Modell mit sich bringt.
Der Umsatz stieg demnach um 738% auf 8,9 Mrd. Yen (rund 58 Mio. US-Dollar). Etwa 95% davon sollen aus dem „Bitcoin-Income“-Geschäft stammen. Der operative Gewinn legte um 1.694% auf 6,28 Mrd. Yen (rund 41 Mio. US-Dollar) zu.
Gleichzeitig drückte ein nicht zahlungswirksamer Bewertungsverlust auf die Bitcoin-Bestände von 102,2 Mrd. Yen (rund 667 Mio. US-Dollar) das Ergebnis ins Minus. Metaplanet wies für 2025 einen Nettoverlust von 95 Mrd. Yen (rund 620 Mio. US-Dollar) aus – nach einem Nettogewinn von 4,44 Mrd. Yen im Jahr 2024. Gerovich hält den Nettogewinn für ungeeignet, um eine Bitcoin-Treasury-Firma zu beurteilen, und verweist stattdessen auf die operative Entwicklung und das Wachstum bei „Bitcoin pro Aktie“, das 2025 laut ihm um über 500% gestiegen sei.
Bitcoin-Bestand wächst – Bewertungsminus bleibt
Die Bitcoin-Position ist stark gewachsen: von 1.762 BTC Ende 2024 auf derzeit 35.102 BTC. Damit gilt Metaplanet als größter Corporate-Holder in Japan und als viertgrößter börsennotierter Corporate-Holder weltweit.
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Der durchschnittliche Einstandspreis soll bei rund 107.000 US-Dollar je Bitcoin liegen. Bei Kursen um 67.000 US-Dollar – zuletzt laut Daten in Richtung 65.000 US-Dollar – ergibt sich daraus ein Bewertungsabstand, der laut Bericht etwa 1,35 Mrd. US-Dollar an nicht realisierten Verlusten entspricht.
Zusätzlich nennt der Bericht rund 280 Mio. US-Dollar an ausstehenden Schulden. Metaplanet erklärte, Verbindlichkeiten und Vorzugsaktien seien selbst bei einem Bitcoin-Preisrückgang um 86% vollständig gedeckt; als Stütze wird eine Eigenkapitalquote von 90,7% genannt. Unterdessen senkte Cantor Fitzgerald das Kursziel am 18. Februar von 6,00 auf 3,00 US-Dollar.
Optionen und Ausblick: Prämien statt Richtungswette
Auch der Einsatz von Put-Optionen geriet in die Kritik. Gerovich beschreibt die Strategie als Verkauf von Put-Optionen, um Prämien zu vereinnahmen und so die effektiven Anschaffungskosten von Bitcoin zu senken.
Zu den Kreditangaben sagte er laut Bericht, Konditionen, Sicherheiten und Beträge seien in drei separaten Mitteilungen veröffentlicht worden. Namen der Kreditgeber sowie genaue Zinssätze seien auf Wunsch der Kreditgeber nicht genannt worden.
Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert Metaplanet einen Umsatz von 16 Mrd. Yen (rund 104 Mio. US-Dollar), ein Plus von 79,7% gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn soll 11,4 Mrd. Yen (rund 74 Mio. US-Dollar) erreichen. Zudem sieht der „555 Million Plan“ vor, den Bestand bis Ende 2026 auf 100.000 BTC und bis 2027 auf 210.000 BTC auszubauen.
Die Aktie schloss am 20. Februar bei 319 Yen und lag damit seit Jahresbeginn um mehr als 21% im Minus. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Aktionäre laut Bericht von 47.200 Ende 2024 auf rund 216.500 – trotz des sinkenden Kurses.
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