Gebühr, KI-Chats

Meta verlangt Gebühr für KI-Chats auf WhatsApp in Italien

29.01.2026 - 04:22:12

Nach einem Verbot durch die italienische Wettbewerbsbehörde verlangt Meta ab Mitte Februar eine Gebühr für KI-generierte Antworten auf WhatsApp Business. Dieses Modell könnte zum Vorbild für andere Märkte werden.

Meta wandelt eine regulatorische Niederlage in ein neues Geschäftsmodell um: Ab Mitte Februar müssen Entwickler in Italien für jede KI-generierte Nachricht auf WhatsApp bezahlen. Die Entscheidung folgt auf ein Verbot der italienischen Wettbewerbsbehörde und könnte zum Vorbild für andere Märkte werden.

Vom Verbot zur Gebühr: Metas regulatorische Kehrtwende

Eigentlich wollte Meta KI-Chatbots von Drittanbietern auf seiner Business-Plattform komplett verbieten. Das Unternehmen begründete dies im Oktober 2025 mit der technischen Belastung für die Infrastruktur. Die für den 15. Januar 2026 geplante globale Sperre scheiterte jedoch am Widerstand der italienischen Wettbewerbsbehörde (AGCM).

Die Behörde leitete im Dezember eine Untersuchung ein und ordnete einstweilen den Stopp des Verbots an. Sie fürchtete, Meta könne seine marktbeherrschende Stellung missbrauchen, um Konkurrenz für die eigenen KI-Dienste auszuschalten. Meta beugte sich dem Druck und machte für Italien eine Ausnahme. Statt zu verbieten, setzt der Konzern nun auf Monetarisierung: Ab dem 16. Februar kostet jede KI-Antwort auf WhatsApp Business etwa sieben Cent (0,0691 Euro).

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Die Kosten des Dialogs: Existenzfrage für Entwickler

Die neue Gebührenstruktur trifft die aufstrebende KI-Branche ins Mark. Für einen Chatbot, der täglich 10.000 Nachrichten beantwortet, summieren sich die Kosten schnell auf über 20.000 Euro im Monat – allein für den Zugang zu WhatsApp. Diese Belastung könnte für Start-ups und kleinere Entwickler existenzbedrohend werden.

Die Gebühr gilt speziell für individuell generierte KI-Antworten, nicht für vorab genehmigte Marketing-Vorlagen. Analysten sehen darin eine strategische Antwort Metas: Wenn der Konzern Konkurrenz nicht aussperren darf, macht er sie wenigstens zur Kasse. Die Folge könnte eine Konsolidierung auf dem Markt zugunsten finanzstarker Großunternehmen sein.

Testlauf für Europa? Regulierer beobachten genau

Italien ist aktuell der einzige Markt mit dieser speziellen Gebühr, da hier die Regulierer am erfolgreichsten intervenierten. Doch das Modell könnte Schule machen. Auch in Brasilien wurde das geplante Verbot aus Wettbewerbsgründen ausgesetzt. Die Europäische Kommission hat zudem ein formelles Kartellverfahren gegen Metas KI-Politik eingeleitet.

Ein Meta-Sprecher ließ durchblicken, dass dieses Preismodell in anderen Regionen übernommen werden könnte, falls das Unternehmen dort rechtlich zum Erlauben von KI-Chatbots gezwungen wird. Die italienische Lösung dient somit als Testfall für eine globale Strategie.

Ungewisse Zukunft für KI-Dienste

Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich der Markt für KI-Chatbots auf WhatsApp entwickelt. Die Entscheidungen der italienischen Behörde und der EU-Kommission werden richtungsweisend sein. Sollten andere Regulierer dem italienischen Beispiel folgen, könnten ähnliche Gebühren in ganz Europa eingeführt werden.

Für italienische Unternehmen steht nun die drängende Frage im Raum, wie sie die neuen Kosten in ihre Geschäftsmodelle integrieren können. Die Ökonomie KI-gestützter Kundenkommunikation auf einer der weltweit beliebtesten Messaging-Plattformen hat sich fundamental verändert. Der Kampf um Zugang, Wettbewerb und Monetarisierung in der verschmelzenden Welt von Kommunikations-Apps und KI-Diensten hat gerade erst begonnen.

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