Google, Millionen

Meta und Google zahlen Millionen für Social-Media-Sucht

27.03.2026 - 00:00:27 | boerse-global.de

Ein US-Gericht verurteilte Meta und Google zu Schadenersatz, weil ihre Plattformen eine Nutzerin in eine Sucht trieben. Das Urteil könnte Tausende weitere Klagen auslösen und die Branche verändern.

Meta und Google zahlen Millionen für Social-Media-Sucht - Foto: über boerse-global.de
Meta und Google zahlen Millionen für Social-Media-Sucht - Foto: über boerse-global.de

Ein US-Gericht verurteilte Meta und Google zu Millionen-Schadenersatz. Die Tech-Riesen sollen eine junge Frau durch ihre Plattformen in eine Sucht getrieben haben. Das bahnbrechende Urteil könnte Tausende ähnlicher Klagen beeinflussen.

Nur einen Tag zuvor traf es Meta bereits in einem anderen Bundesstaat: Das Unternehmen muss dort 375 Millionen Dollar Strafe zahlen. Der Vorwurf: unzureichender Schutz junger Nutzer. Die beiden Urteile innerhalb von 48 Stunden zeigen den immensen juristischen Druck, der auf der Branche lastet.

Anzeige

Während die rechtliche Verantwortung großer Plattformen zunimmt, bleibt der Schutz der eigenen Privatsphäre in sozialen Netzwerken eine zentrale Aufgabe für jeden Nutzer. Dieser kostenlose Leitfaden unterstützt Sie dabei, Ihre Daten in Messenger-Diensten durch die richtigen Einstellungen und Verschlüsselungen effektiv zu sichern. Sicher chatten und Privatsphäre schützen – Gratis-Report anfordern

Historischer Schuldspruch in Los Angeles

Ein Geschworenengericht befand Meta und Google für fahrlässig. Die Klägerin, eine 20-Jährige, wurde süchtig nach Instagram und YouTube. Die Jury sah es als erwiesen an, dass die Plattformen gezielt so gestaltet wurden, um Nutzer möglichst lange zu binden.

Der Klägerin sprach das Gericht sechs Millionen US-Dollar zu. Meta soll 70 Prozent der Summe tragen, Google 30 Prozent. Im Fokus der Klage standen Design-Elemente wie endloses Scrollen und autoplayende Videos. Die Frau gab an, bereits als Kind abhängig geworden zu sein und litt unter Depressionen.

Sowohl Meta als auch Google kündigten Berufung an. Google wies zudem den Vorwurf zurück, YouTube sei ein soziales Netzwerk. Ursprünglich waren auch Snapchat und TikTok angeklagt, die sich jedoch vor Prozessbeginn außergerichtlich einigten.

Die Argumente: Sucht-Design gegen externe Faktoren

Die Klägerseite argumentierte mit Absicht: Die Plattformen nutzten variable Belohnungen und Dopamin-Trigger, um maximale Bindung zu erzeugen. Dieses gezielte Design erschwerte es den Unternehmen, jede Verantwortung von sich zu weisen.

Meta und Google wiesen die Vorwürfe zurück. Man entwickle Produkte, die „echten Wert im Leben der Menschen“ schaffen sollen. Die psychischen Probleme der Klägerin führten sie auf externe Faktoren wie instabile Familienverhältnisse oder Mobbing zurück.

Die Geschworenen folgten dieser Argumentation nicht. Sie sahen die Fahrlässigkeit der Unternehmen als erwiesen an. Beide Tech-Konzerne beharren auf ihrer Unschuld – das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.

Eine Welle von Klagen rollt an

Experten bewerten das Urteil als potenziell richtungsweisend. Einige sprechen bereits vom „Zigaretten-Moment“ für die Social-Media-Branche. Tausende ähnliche Klagen in den USA könnten nun befeuert werden.

Im Sommer soll ein großes Verfahren vor einem Bundesgericht in Kalifornien beginnen. Mehrere US-Bundesstaaten sind daran beteiligt. Der juristische Druck auf die Tech-Giganten wächst also weiter.

Anzeige

Der wachsende Fokus auf die Sicherheit digitaler Plattformen zeigt, wie wichtig ein bewusster Umgang mit den eigenen Geräten und Daten geworden ist. Erfahren Sie in diesem Gratis-Ratgeber, wie Sie mit fünf einfachen Schritten Ihr Smartphone vor unbefugten Zugriffen und Datenklau schützen. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Europa zieht nach: Verbote und strengere Regeln

Parallel intensivieren sich auch in Europa die Regulierungsbemühungen. In Deutschland diskutieren CDU und SPD über ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige. Für ältere Jugendliche könnten suchtfördernde Algorithmen standardmäßig abgeschaltet werden.

Die Europäische Union erwägt strengere Altersverifikation und Mindestalter für algorithmusgesteuerte Dienste. Australien hat bereits ein Verbot für unter 16-Jährige eingeführt. Die EU-Kommission ermittelt zudem gegen Snapchat wegen Jugendschutz-Verstößen.

Die Kombination aus US-Haftungsrisiken und europäischen Regeln übt einen starken Anpassungsdruck aus. Die Tech-Konzerne könnten gezwungen sein, ihre Plattform-Designs grundlegend zu überdenken. Steht die Branche am Beginn einer neuen Ära der Verantwortung?

So schätzen Börsenprofis die Aktie ein!

<b>So schätzen Börsenprofis die Aktie  ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
boerse | 68999858 |