Meta-Chef, Zuckerberg

Meta-Chef Zuckerberg in Jugend-Schutz-Klage befragt

21.02.2026 - 05:03:12 | boerse-global.de

Meta-Chef Mark Zuckerberg muss sich in einem US-Mammutprozess für den Vorwurf verantworten, seine Plattformen seien bewusst suchtfördernd für junge Nutzer gestaltet.

Der Meta-Konzern muss sich in den USA vor Gericht für den Einfluss seiner Plattformen auf die psychische Gesundheit junger Nutzer verantworten. CEO Mark Zuckerberg gab diese Woche eine vielbeachtete Zeugenaussage in einem Mammutverfahren.

Kern der Klage: „Süchtig machendes Design“

Im Zentrum der juristischen Auseinandersetzung steht ein schwerwiegender Vorwurf: Die Kläger, darunter Tausende Familien, Schulbezirke und mindestens 42 US-Bundesstaaten, werfen Meta, Google, TikTok und Snap vor, ihre Plattformen absichtlich suchtfördernd gestaltet zu haben. Unendliches Scrollen, Push-Benachrichtigungen und algorithmisch gesteuerte Feeds seien darauf ausgelegt, die Verweildauer junger Nutzer zu maximieren – auf Kosten ihrer Sicherheit.

Die Folgen seien alarmierend: Die Klagen machen die Plattformen für einen starken Anstieg von Angststörungen, Depressionen, Essstörungen und selbstschädigendem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen mitverantwortlich.

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Die Anwälte ziehen Parallelen zu vergangenen Prozessen gegen die Tabakindustrie – es gehe um internes Wissen über Schäden und das Unterlassen angemessener Warnungen.

Zuckerbergs Aussage unter Eid

Vor diesem Hintergrund stand Mark Zuckerberg am Mittwoch, dem 18. Februar 2026, den Fragen der Anwälte der Geschädigten gegenüber. Die Befragung drehte sich um die Sicherheit der Meta-Plattformen und konkrete Unternehmensziele zur Steigerung der Nutzung durch Jugendliche.

Konfrontiert mit der Aussage, dass Menschen suchtfördernde Produkte intensiver nutzten, zeigte sich der Meta-Chef unsicher. „Ich weiß nicht, wie ich das beantworten soll“, entgegnete er und bezweifelte, dass das Konzept hier zutreffe. Meta betont hingegen stets sein proaktives Vorgehen für Sicherheit.

Thema waren auch interne Kommunikationen, etwa E-Mails Zuckerbergs an Apple-Chef Tim Cook zum Wohlbefinden junger Nutzer, sowie die Wirkung von Schönheitsfiltern auf Instagram, die plastische Chirurgie simulieren können.

Zwei Schaufensterprozesse mit Signalwirkung

Zuckerbergs Auftritt ist ein Höhepunkt innerhalb einer gewaltigen Rechtslage. Aktuell laufen zwei entscheidende Schaufensterprozesse („Bellwether Trials“) in Los Angeles und New Mexico. Ihr Ausgang wird die Strategie in Tausenden ähnlichen Klagen prägen.

Im Los-Angeles-Prozess, einem der ersten mit Geschworenen, klagt eine 20-jährige Frau. Sie macht eine frühe Nutzung von Meta- und YouTube-Plattformen für schwere psychische Probleme verantwortlich. Der Prozess könnte bis zu acht Wochen dauern. Während Meta und Google vor Gericht kämpfen, haben sich TikTok und Snap in ersten Fällen bereits außergerichtlich geeinigt – unter bislang ungenannten Bedingungen.

Ein Kampf an mehreren Fronten

Der juristische Druck ist nur eine Front, an der sich die Tech-Giganten verteidigen müssen. Parallel dazu verschärft sich die gesetzgeberische Kontrolle. Allein in den USA liegen auf Bundesstaatenebene über 300 Gesetzesentwürfe zum Schutz Minderjähriger im Netz vor. Sie fordern Altersverifikation, elterliche Zustimmung und altersgerechtes Design.

Diese Entwicklung folgt auf Jahre der Debatte und interner Studien, etwa von Meta, die negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Mädchen feststellten. Der Streit ist nun aus den Schlagzeilen in den Gerichtssaal gewandert – mit potenziell existenziellen Folgen: hohe Schadensersatzsummen und die Auflage, die Produktphilosophie grundlegend zu ändern.

Die kommenden Urteile werden die Weichen stellen. Eines scheint sicher: Der Druck auf Transparenz und Verantwortung der Social-Media-Konzerne wird weiter wachsen und die digitale Landschaft für die nächste Generation nachhaltig verändern.

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