Mental, Load

Mental Load: Frauen tragen die unsichtbare Last im Alltag

06.02.2026 - 21:26:12

Studien belegen eine massive Wahrnehmungslücke bei der Alltagsorganisation in Paarbeziehungen. Frauen leisten deutlich mehr unbezahlte Arbeit, was zu Stress und Karriereauswirkungen führt.

Die unsichtbare Arbeit der Alltagsplanung lastet weiterhin überwiegend auf Frauen. Während sich Paare Haushaltsaufgaben oft teilen, bleibt der Mental Load – das ständige Denken, Planen und Organisieren – ungleich verteilt. Das hat massive Folgen für Gesundheit, Karriere und Beziehungen.

Studie belegt massive Wahrnehmungslücke

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. In 62 Prozent der Paarbeziehungen übernimmt laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung vor allem die Frau die Alltagsorganisation. Nur in 20 Prozent der Fälle ist es umgekehrt. Besonders krass ist der Blick auf die Wahrnehmung: Während zwei Drittel der Männer die Aufgaben als partnerschaftlich geteilt empfinden, sieht nur ein Drittel der Frauen das genauso.

Der tägliche Mehraufwand ist konkret: Frauen leisten durchschnittlich 79 Minuten mehr unbezahlte Arbeit pro Tag als Männer. Diese Zahl des Statistischen Bundesamts umfasst sowohl sichtbare Hausarbeit als auch die unsichtbare Planung.

Chronischer Stress gefährdet Gesundheit und Beziehung

Die ständige mentale Belastung bleibt nicht folgenlos. 62 Prozent der Mütter fühlen sich dadurch stark belastet, aber nur 31 Prozent der Väter. Die Folgen reichen von Schlafstörungen bis hin zu körperlichen Beschwerden.

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In der Partnerschaft sorgt der ungleiche Mental Load für Frust und Konflikte. Wer ständig das Gefühl hat, allein für das Funktionieren des Alltags verantwortlich zu sein, distanziert sich emotional. Mehr als die Hälfte der Frauen bremst zudem aus diesem Grund die eigene Karriere aus.

Vier Strategien für eine faire Verteilung

Experten setzen auf Transparenz und klare Verantwortlichkeiten. Der Schlüssel liegt darin, die unsichtbare Arbeit sichtbar zu machen und komplett zu übertragen – nicht nur Aufgaben abzugeben.

  • Verantwortung statt Delegation: Ein Partner übernimmt die komplette Verantwortung für einen Bereich, inklusive aller dazugehörigen Planungen. Beispiel: Die gesamte Organisation des Sportprogramms der Kinder.
  • Wöchentliche Check-ins: Regelmäßige Gespräche helfen, anstehende Aufgaben zu besprechen und Belastungen früh zu erkennen.
  • Digitale Helfer nutzen: Gemeinsame Kalender und Task-Apps machen Verantwortung transparent und entlasten das Gedächtnis.
  • Perfektionismus ablegen: Paare müssen gemeinsam definieren, welche Standards wirklich wichtig sind. „Gut genug“ kann enormen Druck nehmen.

Langfristig braucht es für eine faire Verteilung auch gesellschaftliche Veränderungen. Der Ausbau der Ganztagsbetreuung und flexible Arbeitsmodelle für beide Eltern sind entscheidende politische Hebel. Die Diskussion um den Mental Load ist damit nicht nur privat, sondern zutiefst gesellschaftlich.

@ boerse-global.de