Mental Load: Deutschlands unbezahlte Schattenwirtschaft
08.02.2026 - 10:45:12Während die Börsen ruhen, managen Millionen Deutsche den größten Wirtschaftssektor des Landes – unbezahlt. Neue Daten für 2026 zeigen: Die kognitive Planung der Sorgearbeit, der Mental Load, ist ein gigantischer volkswirtschaftlicher Faktor.
Experten beobachten eine Verschiebung der Debatte. Es geht nicht mehr nur um die reine Pflege, sondern um die ökonomische Bewertung des Zeitmanagements. Während Industrieprozesse millisekundengenau vergütet werden, bleibt die Steuerungsleistung in Privathaushalten im Bruttoinlandsprodukt (BIP) unsichtbar.
Das Volumen der Schattenwirtschaft
Die Dimensionen sind gewaltig. Analysen der Prognos AG beziffern das Volumen unbezahlter Sorgearbeit auf rund 117 Milliarden Stunden jährlich. Die bezahlte Erwerbsarbeit kommt dagegen nur auf etwa 61 Milliarden Stunden.
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- Würde diese Arbeit marktüblich vergütet, entspräche das etwa einem Drittel des deutschen BIP.
- Die Verteilung ist ungleich: Frauen leisten den Löwenanteil. Der Gender Care Gap liegt bei über 44 Prozent, in Haushalten mit Kindern bei fast 59 Prozent.
Wenn Projektmanagement unbezahlt bleibt
Die aktuelle Diskussion trennt scharf zwischen Ausführung und Management. Studien deuten darauf hin, dass Frauen bis zu 73 Prozent der kognitiven Planungsarbeit übernehmen. Eine Erhebung der hkk Krankenkasse bestätigt: Mütter managen in neun von zehn Fällen die familiäre Gesundheitslogistik.
Für Arbeitsmarktanalysten ist das ein verstecktes Produktivitätsproblem. Die Energie, die für das private „Projektmanagement“ draufgeht, fehlt später im Job. Der Mental Load wird so von einem sozialen zu einer harten ökonomischen Kennziffer.
Unternehmen spüren den „Care-Drain“
Die Folgen erreichen die Vorstandsetagen. Personalverantwortliche berichten von einem Verlust an Fachkräften durch starre Arbeitsmodelle – dem „Care-Drain“.
Unternehmen reagieren zunehmend mit echter Flexibilität. Es geht nicht mehr nur um Homeoffice, sondern um asynchrone Arbeitszeiten, die das komplexe „Tetris“ aus Kinderbetreuung, Pflege und Berufsleben erst möglich machen. Die politische Debatte um partnerschaftliche Modelle wie die „Familienstartzeit“ bleibt dabei ein Dauerbrenner.
Der Weg zur ökonomischen Sichtbarkeit
Anlässlich des Equal Pay Day und Equal Care Day fordern Initiativen eine Reform der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Die Kritik: Das BIP verbucht einen Autounfall als Wertschöpfung, die Erziehung der näch Generation aber als Freizeit.
International gewinnen Bestrebungen an Fahrt, „Satellitenkonten“ für Haushaltsproduktion einzuführen. Das Ziel: Investitionen in Care-Infrastruktur nicht als Kosten, sondern als Investition in die Basis der Wirtschaft zu begreifen.
Kann die Politik 2026 Rahmenbedingungen schaffen, die dieses unsichtbare Management als Fundament der Realwirtschaft anerkennen? Der anhaltende Fachkräftemangel erhöht den Druck, diese Frage zu beantworten.
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