Medizin-Revolution, POTS

Medizin-Revolution: POTS ist keine Einbildung

13.02.2026 - 14:22:12

Forschungsergebnisse belegen, dass das Posturale Tachykardiesyndrom eine komplexe autonome Störung ist und nicht auf mangelnde Fitness zurückzuführen ist. Dies führt zu einem Paradigmenwechsel in Diagnose und Behandlung.

POTS wird nicht mehr als Folge mangelnder Fitness abgetan. Neue Studien belegen die Erkrankung als komplexe autonome Störung. Das stellt die Therapie auf den Kopf.

Der Wendepunkt: Neue Daten entlarven alten Mythos

Jahrelang hieß es für Patienten mit Posturalem Tachykardiesyndrom (POTS): Sie seien einfach nur untrainiert. Diese Sichtweise kippt jetzt. Ein umfassender Review vom Januar 2026 in Heart, Lung and Circulation markiert einen Paradigmenwechsel. Er betont die Notwendigkeit eines multidisziplinären Ansatzes.

Die entscheidenden Beweise lieferte bereits eine Studie vom Oktober 2025. Forscher des Karolinska Instituts zeigten: Die körperliche Inaktivität bei POTS ist eine Folge der Krankheit, nicht ihre Ursache. Diese Unterscheidung stellt bisherige Reha-Empfehlungen fundamental infrage.

Körper im Alarmzustand: So unterscheidet sich POTS

Die schwedische Studie untersuchte 467 Long-COVID-Patienten. Bei 31 Prozent wurde POTS diagnostiziert. Der Vergleich war eindeutig: POTS-Patienten waren nicht nur inaktiv, ihr Körper reagierte unter Belastung völlig anders.

Beim 6-Minuten-Gehtest zeigten sie extrem hohe Herzfrequenzen – bei gleichzeitig kürzerer Gehstrecke. Experten werten dies als klaren Beleg: Hier reagiert das autonome Nervensystem unverhältnismäßig stark. Es handelt sich nicht um normales „Unfit-Sein“, sondern um eine fehlerhafte Steuerung von Kreislauf und Herzschlag.

Die Patienten vermeiden Aktivität nicht aus Trägheit. Ihre physiologische Toleranzgrenze ist durch die Krankheit massiv herabgesetzt.

Blick ins Gehirn: Die wahren Ursachen kommen ans Licht

Aktuelle Forschung zeigt, dass POTS oft mit einer gestörten Gehirndurchblutung einhergeht. Arbeiten von Harvard-Forschern belegen: Beim Aufstehen wird die Blutversorgung des Gehirns gedrosselt. Oft kommt Hyperventilation dazu, die die Gefäße weiter verengt.

Diese Mechanismen sind bei reiner Bettruhe nicht zu beobachten. Sie erklären, warum einfaches Ausdauertraining oft scheitert oder den Zustand sogar verschlimmert. Die Yale LISTEN-Studie identifizierte spezifische Symptom-Cluster, die auf eine systemische Störung hindeuten.

Diagnose-Update: Objektive Tests ersetzen Fragebögen

Der neue Review fordert eine Rückkehr zu objektiven Testverfahren. Subjektive Fragebögen reichen nicht aus. Die aktuellen Leitlinien-Empfehlungen setzen auf:

  • Aktive Stehtests: Einfach, aber effektiv. Ein Herzfrequenzanstieg um über 30 Schläge im Stehen gilt als Marker.
  • Kipptischuntersuchungen: Bleiben der Goldstandard zur Differenzierung.
  • Ausschlussdiagnostik: Die Suche nach Autoantikörpern gewinnt an Bedeutung, da autoimmune Komponenten vermutet werden.
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Neue Therapie: Pacing kommt vor Training

Die wichtigste Konsequenz betrifft die Behandlung. Das alte Modell des zügigen Ausdauertrainings gilt für viele Patienten als kontraproduktiv – besonders, wenn eine Post-Exertional Malaise (PEM) vorliegt.

Moderne Therapieansätze setzen jetzt auf eine andere Reihenfolge:

  1. Volumenexpansion: Mehr Salz und Flüssigkeit stabilisieren das Blutvolumen.
  2. Rekumbentes Training: Bewegung im Liegen oder im Wasser entlastet das autonome Nervensystem.
  3. Pacing: Strikte Energieeinteilung verhindert gefürchtete „Crashs“.
  4. Früher Medikamenteneinsatz: Betablocker oder Ivabradin sollen die Basis für Bewegung erst schaffen.

Die Long-COVID-Pandemie hat die POTS-Forschung rasant beschleunigt. Was als Nischenerkrankung galt, ist heute ein massives Gesundheitsthema. Die neuen Leitlinien zwingen Krankenkassen und Gutachter zum Umdenken. Für Betroffene bedeutet das vor allem eins: endlich Anerkennung und Therapien, die an den wahren Ursachen ansetzen.

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