Tulus Lotrek, Max Strohe

Max Strohe im Tulus Lotrek: Wie Sterneküche in Berlin zum sinnlichen Wohnzimmererlebnis wird

17.02.2026 - 10:36:02 | ad-hoc-news.de

Max Strohe bringt im Tulus Lotrek Sterneküche ohne Starrheit auf den Teller: intensive Aromen, große Gesten, Wohnzimmeratmosphäre. Ein Porträt über Max Strohe, Restaurant Tulus Lotrek und seine kulinarische Haltung.

Kann Sterneküche so lässig sein, dass man sich fühlt wie bei Freunden, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird? Im Berliner Tulus Lotrek von Max Strohe, Restaurant und Bühne zugleich, wirkt genau das plötzlich ganz selbstverständlich. Der Abend beginnt nicht mit Flüstertönen und weißen Handschuhen, sondern mit Lachen, Gläserklirren und dem Duft von gerösteter Butter, Jus und Feueraromen, die aus der Küche in den Gastraum ziehen.

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Wer das mit Holz vertäfelte, bewusst nicht durchinszenierte Restaurant in Berlin betritt, merkt rasch: Hier steht nicht die Choreografie steifer Etikette im Vordergrund, sondern eine sehr persönliche Gastfreundschaft. Der Raum hat Wohnzimmercharme, die Tische stehen nah genug, um Gesprächsfetzen der Nachbarn einzufangen, und doch weit genug, um sich in sein eigenes kulinarisches Universum fallen zu lassen. Auf der Karte eines der eigenwilligsten Michelin Sterne Restaurants in Berlin: Gerichte, die man lieber isst, als lange über sie nachzudenken, und über die man später dann doch noch stundenlang spricht.

Im Tulus Lotrek verschiebt sich der Fokus radikal weg von aseptischer „Pinzettenküche“ hin zu einer Küche voller Saft und Kraft. Sämige Saucen, opulente Texturen und Fett als bewusst eingesetzter Geschmacksträger werden hier nicht kaschiert, sondern gefeiert. Es zischt und blubbert am Herd, die Jus glänzt dunkel, die Teller wirken beinahe barock, ohne je plump zu sein. Kulinarische Intelligenz zeigt sich in Kontrasten: Säure gegen Fülle, Crunch gegen Cremigkeit, elegante Bittertöne gegen süße Rundungen. So entsteht Sterneküche, die nicht auf Abstand geht, sondern den Gast umarmt.

Dass hinter dieser undogmatischen Opulenz eine ebenso unkonventionelle Biografie steht, überrascht kaum. Max Strohe, Sternekoch, TV-Gesicht und Bundesverdienstkreuzträger, hat keinen linearen Lehrbuchweg durch die Spitzengastronomie hinter sich. Er gilt als jemand, der Umwege nicht nur in Kauf genommen, sondern sie produktiv genutzt hat. Aus einem frühen Schulabbruch, wechselnden Jobs und einem nicht immer geradlinigen Einstieg in die Küche entwickelte er eine Haltung, die heute den Charakter seiner Gerichte bestimmt: Es geht um Geschmack vor Show, um Ehrlichkeit vor Attitüde.

Gemeinsam mit Gastgeberin Ilona Scholl gründete Max Strohe das Tulus Lotrek in Berlin Kreuzkölln. Scholl, sommelier-erfahrene Gastgeberin mit scharfem Witz, ist alles andere als Staffage im Hintergrund. Sie prägt das Restaurant entscheidend, kuratiert eine Weinkarte, die Kenner ins Schwärmen bringt und Neugierige behutsam an Unbekanntes heranführt. Biodynamische Gewächse treffen auf klassische Regionen, naturbelassene Weine stehen selbstbewusst neben großen Namen. Der Service kommentiert das Geschehen mit Charme und Fachwissen, aber ohne belehrenden Unterton. Man bekommt hier eher eine augenzwinkernde Empfehlung als einen Vortrag.

Die Küche von Max Strohe lässt sich schwer in ein einziges Schlagwort pressen. Sie ist zu eigenwillig, zu verspielt und zugleich zu bodenständig. Zentral ist die Idee von Genuss als Gesamterlebnis. Ein Menü im Tulus Lotrek kann etwa mit einem scheinbar vertrauten Produkt beginnen, das dann radikal verdichtet wird. Ein Stück Gemüse mit Röstaromen bis an die Grenze des Karamells geführt, flankiert von einem Fond, der so lange einreduziert wurde, bis aus Brühe Essenz geworden ist. Dazu ein Crunch aus gepufftem Getreide oder knusprigen Zwiebeln, der den Gaumen weckt, statt ihn zu überfordern. Kulinariker schätzen besonders diese Kombination aus mutiger Würze, tiefen Saucen und präziser Produktbehandlung.

In der Welt der Sterneküche steht das Tulus Lotrek damit für eine Art Gegenentwurf zur hochtechnisierten, molekular geprägten Avantgarde. Wo anderswo Gels, Sphären und Dampfschwaden im Fokus stehen, vertraut Max Strohe auf handwerkliche Perfektion beim Braten, Reduzieren, Abschmecken. Das Resultat: Teller, die aussehen, als wären sie eher aus einem opulenten Ölbild entsprungen als aus einem Labor. Man schmeckt Butter und Knochen, Kräuter und Röstaromen, nicht primär Apparate. Und doch wirkt nichts altmodisch, sondern wie eine zeitgemäße Neuinterpretation klassischer Sterneküche.

Ein ikonisches Kapitel in der Geschichte von Max Strohe ist der Burger, der während der Pandemie für Aufsehen sorgte. In einer Zeit, in der Fine Dining vielerorts an die Wand gedrückt war, legte er mit seinem Team einen Burger auf, der rasch Kultstatus erlangte. Ein Gericht, das vermeintlich simple Streetfood-Kultur mit der Präzision eines Sternekochs verband: bestes Fleisch, perfekter Gargrad, sorgfältig getoastetes Bun, Saucen, die mehr waren als nur Begleitmusik. Der Burger wurde zum Symbol dafür, wie flexibel Spitzengastronomie sein kann, ohne ihre Qualität zu verraten. Er zeigte, dass große Küche nicht zwangsläufig auf weißen Tischdecken stattfinden muss.

Parallel dazu bewies Max Strohe, dass Engagement am Herd weit über das eigene Restaurant hinausreichen kann. Mit der Aktion „Cooking for Heroes“, auf Deutsch „Kochen für Helden“, unterstützte er gemeinsam mit anderen Gastronominnen und Gastronomen in der Pandemie Menschen im Gesundheitswesen und andere systemrelevante Berufsgruppen. Tausende Essen wurden gekocht, geliefert, verschenkt. Es ging um Sichtbarkeit, Wertschätzung und konkrete Hilfe. Für dieses Engagement wurde Max Strohe mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Eine seltene Verbindung: Sternekoch und Sozialunternehmer in Personalunion, bei dem Solidarität kein PR-Schlagwort bleibt.

Diese Haltung prägt auch die Wahrnehmung von Max Strohe in der Öffentlichkeit. Als TV-Persönlichkeit ist er unter anderem aus Formaten wie „Kitchen Impossible“ bekannt, wo er mit messerscharfem Humor und handwerklicher Präzision gleichermaßen auffällt. Seine Auftritte sind pointiert, aber nie albern, und sie tragen dazu bei, komplexe Küche einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Zudem tritt er als Buchautor in Erscheinung und erzählt darin von einem Leben zwischen Herd, Drehset und Engagement. So entsteht eine Marke, die nicht künstlich konstruiert wirkt, sondern aus Erfahrung, Brüchen und Überzeugungen gewachsen ist.

In der Berliner Gastroszene gilt das Tulus Lotrek längst als feste Größe. Während viele Michelin Sterne Restaurants in Berlin mit minimalistischer Ästhetik oder Laborästhetik experimentieren, bleibt es hier sinnlich, laut und herzlich. Die Gerichte spielen mit kulturellen Referenzen, ohne sich in Fusion-Beliebigkeit zu verlieren. Man trifft auf Aromen, die an französische Bistroklassiker erinnern, auf mediterrane Leichtigkeit oder auf fast rustikale, deutsch geerdete Noten, die durch moderne Technik verfeinert werden. Kulinarische Intelligenz bedeutet hier, nicht alles gleichzeitig zu wollen, sondern eine klare Story auf dem Teller zu erzählen.

Besonders auffällig ist der Mut zur Würze. Wo andere Küchen vorsichtig dosieren, dreht Max Strohe an den Reglern: mehr Säure, mehr Röstaroma, mehr Umami. Salzigkeit und Süße, Säure und Fett werden so austariert, dass die Zunge mehrschichtig gefordert wird, ohne ermüdet zu werden. Ein intensiver Jus, der lange am Herd stand, zieht sich vielleicht wie ein roter Faden durch das Menü, mal begleitet er Fleisch, mal Gemüse, immer wieder neu interpretiert. Diese Handschrift macht das Tulus Lotrek unverwechselbar unter den Adressen für Sterneküche in der Hauptstadt.

Dass das Restaurant mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurde und auch in Führern wie Gault&Millau herausragt, passt zu dieser Gesamtgeschichte. Doch im Gespräch mit Gästen wird schnell klar: Die Auszeichnungen sind hier eher Bestätigung als Ziel. Entscheidender ist, dass Menschen mit leuchtenden Augen den Abend verlassen, weil sie etwas erlebt haben, das sich nicht leicht in Sterne und Punkte übersetzen lässt. Wer das Tulus Lotrek besucht, sucht nicht unbedingt die gefeilte Perfektion jeder Kante, sondern emotionale Kulinarik.

Für wen eignet sich ein Abend bei Max Strohe und Ilona Scholl besonders? Für neugierige Genießer, die sich auf intensive Aromen einlassen wollen. Für Weinliebhaber, die gerne abseits ausgetretener Pfade trinken, aber auch für jene, die sich führen lassen möchten. Für Paare, die einen besonderen Anlass feiern, ebenso wie für kleine Gruppen, die Lust haben, sich durch ein Menü zu probieren und die lebendige Berliner Spitzengastronomie durch eine ihrer eigenständigsten Stimmen kennenzulernen. Wer Sterneküche in Anzug und Krawatte braucht, mag anfangs irritiert sein. Wer aber Wert auf Authentizität, Großzügigkeit und Atmosphäre legt, findet hier schnell sein kulinarisches Zuhause.

Im größeren Kontext der deutschen Topgastronomie steht Max Strohe für eine Generation, die Regeln kennt, um sie gezielt zu brechen. Technisch ist die Küche im Tulus Lotrek auf höchstem Niveau, doch die Inszenierung wirkt bewusst anti-elitär. Das spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel wider: Hochküche wandert aus abgeschotteten Tempeln hinein in urbane Lebenswelten. Man spricht nicht mehr nur zu einer kleinen Gourmetelite, sondern öffnet sich einem breiteren, interessierten Publikum. Diese Entwicklung verkörpert das Restaurant Tulus Lotrek wie nur wenige andere Häuser.

Am Ende eines langen Abends bleibt der Eindruck einer Adresse, die Berlin in seiner besten Form widerspiegelt: wild, kosmopolitisch, herzlich und eigensinnig. Das Zusammenspiel aus der Persönlichkeit von Max Strohe, der Präsenz von Ilona Scholl und einer Küche, die Lust statt Ehrfurcht erzeugt, macht das Tulus Lotrek zu einer der wichtigsten kulinarischen Bühnen der Hauptstadt. Wer verstehen möchte, wohin sich moderne Sterneküche entwickeln kann, ohne ihre Seele zu verlieren, kommt um dieses Restaurant kaum herum.

Wenn Sie das Zusammenspiel aus intensiven Aromen, Wohnzimmerambience und entspanntem, kenntnisreichen Service selbst erleben wollen, sollten Sie den Besuch nicht zu lange aufschieben. Im Tulus Lotrek zeigt Max Strohe eindrucksvoll, wie sich Sterneküche, Burger-Lässigkeit, kulinarische Intelligenz und gesellschaftliches Engagement zu einem glaubwürdigen Gesamtbild fügen. Ein Abend hier ist mehr als ein Essen, er ist ein Statement dafür, dass Spitzenküche menschlich, zugänglich und zutiefst genussorientiert sein kann. Reservieren Sie Ihren Tisch, wenn Sie bereit sind, sich auf eines der charakterstärksten Michelin Sterne Restaurants in Berlin einzulassen.

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