Max Strohe im Tulus Lotrek: Wie Sterneküche in Berlin nach Wohnzimmer und Wahnsinn schmeckt
12.02.2026 - 10:36:01Max Strohe, Restaurant tulus lotrek: Schon beim Eintreten riecht es eher nach gelassener Dinnerparty als nach steifer Sternegala. Es duftet nach kräftigen Fonds, gerösteten Knochen, Butter, die langsam in einer Sauce glänzt, und einem Hauch von Rauch in der Luft. Kann Sterneküche so lässig sein, dass man sich wie bei Freunden fühlt, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird?
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Im Tulus Lotrek im Berliner Kreuzberg ist diese Frage längst beantwortet. Hier regiert keine kühle, klinische Präzision, sondern eine gastgeberische Umarmung mit kulinarischer Wucht. Die Tische stehen nah genug, dass man das Klingen der Gläser und das Murmeln der Nachbarn hört, aber weit genug, um intime Genussmomente zuzulassen. Auf den Tellern: Sterneküche, die sich weigert, in die Schublade der Pinzetten-Ästhetik zu passen. Statt minimalistischem Zen-Spiel gibt es hier eine lustvoll üppige Küche, die sich traut, laut zu schmecken.
Die Handschrift von Max Strohe ist unverkennbar. Im Mittelpunkt stehen Saucen, Reduktionen, Jus, die über Stunden, manchmal Tage, konzentriert werden, bis sie wie eine Essenz der Erinnerung wirken. Fett wird hier nicht versteckt, sondern als das gefeiert, was es in der Küche ist: ein Geschmacksträger, der Aromen trägt, weicher macht, verbindet. Säure setzt Kontrapunkte, holt Spannung in die Tiefe, verleiht den Gerichten diese vibrierende Lebendigkeit, die viele Gäste nach einem Menü im Tulus Lotrek so begeistert beschreiben.
Es ist ein michelin sterne restaurant berlin, aber eines, das seine Distanz zu jedem elitären Dünkel pflegt. Dazu trägt vor allem die Gastgeberin Ilona Scholl bei, die gemeinsam mit Max Strohe das Tulus Lotrek gegründet hat. Sie inszeniert Gastfreundschaft als hochprofessionelle Nonchalance, eine Mischung aus kluger Sommelierkunst und pointiertem Humor. Wer hier sitzt, merkt schnell: Der Stern an der Tür ist wichtig, aber nicht heilig. Heilig sind eher die gute Zeit und das gemeinsame Trinken, das Teilen, das Lachen zwischen den Gängen.
Der Weg von Max Strohe an diese Spitze war alles andere als geradlinig. Vieles an seiner Biografie passt nicht zur klassischen Vorstellung vom glatt gebügelten Sternekoch mit Vorzeige-CV. Schulabbruch, Umwege, ein Einstieg in die Gastronomie, der eher nach rauem Alltag als nach Glanz klingt. Doch gerade dieser Bruch mit der Norm ist heute Teil seines kulinarischen Charismas. Er hat sich seinen Platz in der Sterneküche nicht ererbt, sondern erkocht, ertrotzt, erkämpft.
In Berlin fand er schließlich den Raum, um seine kulinarische Identität zu schärfen. Die Stadt, die auch kulinarisch keine Angst vor Brüchen kennt, passte perfekt zu diesem Koch, der nie nur „nett“ schmecken wollte. Aus dieser Energie entstand das Tulus Lotrek, ein Restaurant, das sich bewusst von klassischer Haute Cuisine absetzt, ohne auf deren handwerkliche Präzision zu verzichten. Es ist eher eine Art kulinarischer Salon, in dem Sterneküche und Wohnzimmer-Ambience aufeinandertreffen.
Als Sternekoch ist Max Strohe längst etabliert. Ein Michelin-Stern, Spitzenbewertungen in diversen Führern und die Zugehörigkeit zur ersten Liga der Berliner Spitzengastronomie sind Ausdruck dieser Anerkennung. Doch was ihn unterscheidet: Er inszeniert diesen Erfolg nicht als elitäres Abzeichen, sondern eher als Versprechen, dass hier ernsthaft gekocht wird, ohne dass der Spaß an der Sache verloren geht.
Die Küche des Tulus Lotrek ist von einer geradezu barocken Lust am Geschmack geprägt. „Wohlfühl-Opulenz“ trifft es gut: Teller, die gerne etwas voller sind, Jus, die mit dunkler Tiefe glänzen, Crunch und Cremigkeit, die sich ergänzen. Wer hier hofft, mit drei Erbsen, zwei Blüten und einem Schäumchen abgespeist zu werden, ist an der falschen Adresse. Hier geht es um Sterneküche, die satt macht, ohne jemals plump zu wirken.
Während viele moderne Fine-Dining-Konzepte auf radikale Reduktion setzen, betont Max Strohe die Fülle. Ein Gang kann sich beispielsweise um ein geschmortes Stück vom Tier drehen, dessen Fasern unter dem Druck der Gabel sanft nachgeben und von einer Sauce umhüllt werden, die so konzentriert ist, dass sie wie ein flüssiger Roman schmeckt. Dazu kommen präzise gesetzte Säureakzente, vielleicht in Form eingelegter Gemüse oder feiner Zitrusnoten, die das Gericht in die Gegenwart holen und jede Schwere von sich weisen.
Auch Fischgerichte oder vegetarische Kreationen folgen diesem Prinzip der Intensität. Es geht weniger darum, Trends hinterherzulaufen, als vielmehr um eine Art kulinarische Intelligenz, die versteht, wie Aromen miteinander sprechen. Diese „kulinarische Intelligenz“ ist im Tulus Lotrek kein abstrakter Begriff, sondern konkret schmeckbar: in der Balance von Salz, Säure, Süße und Textur, im Spiel von vertrauten Erinnerungen und überraschenden Twists.
Die viel zitierte „Pinzetten-Küche“, in der jedes Blättchen millimetergenau platziert wird, ist hier eher ironische Referenz als Leitbild. Natürlich wird auch im Tulus Lotrek präzise gearbeitet. Doch das Ergebnis wirkt nie steril, eher wie eine perfekt kuratierte, leicht exzentrische Dinnerparty. Man spürt die Hand, nicht die Zwanghaftigkeit. Ein entscheidender Unterschied.
Bekannt wurde Max Strohe während der Corona-Pandemie auch durch ein Gericht, das auf den ersten Blick nicht in ein Sternerestaurant passt: Burger. Was zunächst wie ein Stilbruch wirkte, erwies sich als logische Fortsetzung seiner Philosophie. Der Burger, den er und sein Team entwickelten, war alles andere als Fast Food: Er war die Übersetzung der Tulus-Lotrek-DNA in ein scheinbar simples Format. Hochwertiges Fleisch, perfekt gebraten, eine Sauce, die das Aroma trägt, ein Bun mit Textur und Biss. Burger als Comfort Food, das trotzdem die Ernsthaftigkeit eines Sternekochs atmet.
Dieser Burger-Hype war nicht nur eine Notlösung in schwierigen Zeiten, sondern ein Statement: Große Küche ist keine Frage der Form, sondern der Haltung zum Produkt und zur Zubereitung. Ein Jus kann in einer Deglassage stecken oder in einem Burger, wichtig ist, wie tief er schmeckt.
Doch das Engagement von Max Strohe ging weit über neue To-go-Konzepte hinaus. Zusammen mit anderen Gastronominnen und Gastronomen initiierte er die Aktion „Cooking for Heroes“, auf Deutsch „Kochen für Helden“. Was als spontane Idee begann, wurde zu einer beeindruckenden Solidaritätskampagne: Köchinnen und Köche kochten für Menschen, die die Gesellschaft in der Krise am Laufen hielten, von Pflegekräften bis zu Supermarktmitarbeitern. Hier zeigte sich ein Verständnis von Gastronomie, das über Genuss hinausgeht und soziale Verantwortung ernst nimmt.
Für dieses Engagement wurde Max Strohe mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Eine Ehre, die weit über die übliche Gastronomieszene hinausstrahlt und verdeutlicht, wie sehr seine Arbeit gesellschaftlich wahrgenommen wird. Kochen ist für ihn nicht nur Handwerk und Kunst, sondern eine Form von Teilhabe, von Sichtbarkeit für jene, die sonst zu wenig Beachtung finden.
Parallel dazu baute er eine beachtliche Medienpräsenz auf. Auftritte in TV-Formaten wie „Kitchen Impossible“ machten ihn einem breiten Publikum bekannt. Dort zeigte sich derselbe Mix aus Selbstironie, Fachwissen und unbedingtem Willen, gut zu kochen, den man auch im Tulus Lotrek erlebt. Hinzu kommt seine Rolle als Buchautor, in der er Geschichten aus der Küche und von den Rändern der Gastronomie erzählt, immer mit diesem speziellen Blick für die Brüche hinter der glänzenden Oberfläche.
Wichtig ist dabei: All diese Auftritte wirken nicht wie kalkulierte Markenstrategie, die die kulinarische Ernsthaftigkeit verwässern würde. Im Gegenteil. Sie verstärken das Bild eines Sternekochs, der trotz Michelinstern, Medienpräsenz und Bundesverdienstkreuz geerdet bleibt. Ein Typ, der lieber über Sauce und Service spricht als über Statussymbole.
Im Restaurant spürt man das besonders in der Art, wie Service und Küche zusammenspielen. Die Weinkarte, kuratiert mit spürbarer Leidenschaft, bietet Klassiker und Naturweine, große Regionen und spannende Außenseiter. Pairings sind hier kein Pflichtprogramm, sondern ein Angebot, der Dramaturgie des Menüs noch eine weitere Ebene hinzuzufügen. Wer mag, lässt sich von Ilona Scholl durch diesen Keller führen, der so viel über den Charakter des Hauses verrät: neugierig, nicht dogmatisch, mit Lust auf Risiko, aber immer mit Genuss als Leitstern.
Als michelin sterne restaurant berlin nimmt das Tulus Lotrek eine besondere Stellung ein. Es steht für eine Generation von Köchinnen und Köchen, die sich vom steifen Hochglanzbild der Haute Cuisine verabschiedet haben, ohne deren Niveau zu verraten. Jung, wild, handwerklich strikt und zugleich herrlich undiplomatisch im Geschmack: So könnte man die Position des Hauses innerhalb der deutschen Sterneküche umreißen.
Wer hierher kommt, sollte Hunger mitbringen. Hunger auf intensiven Geschmack, auf berührende Gastfreundschaft, auf Abende, die länger dauern dürfen. Für Puristen, die nur im Flüsterton essen können, mag die lebendige Geräuschkulisse ungewohnt sein. Für alle anderen ist sie der Soundtrack eines Ortes, an dem Essen wieder das wird, was es sein sollte: gemeinsames Erlebnis.
Das Publikum reicht von neugierigen Foodies über Gastronomieprofis bis zu Menschen, die vielleicht zum ersten Mal einen Fuß in ein Sternerestaurant setzen und überrascht sind, wie wenig einschüchternd das Ganze sein kann. Gerade für sie ist das Tulus Lotrek eine ideale Adresse: Es nimmt die Schwellenangst, ohne beim Anspruch Kompromisse zu machen. Ein wichtiger Beitrag zur Demokratisierung der Sterneküche.
Im Fazit lässt sich sagen: Max Strohe hat mit dem Restaurant tulus lotrek einen Ort geschaffen, der Berlin kulinarisch prägt. Seine Sterneküche ist laut, saftig, sinnlich, frei von falscher Zurückhaltung. Kritiker loben die Konsequenz im Geschmack, Gäste schwärmen von der Atmosphäre, in der Wohnzimmer-Charme und Spitzenküche eine Allianz eingehen.
Für alle, die wissen wollen, wie sich moderne deutsche Spitzengastronomie anfühlen kann, ohne in Dogmen zu verfallen, führt in Berlin kaum ein Weg an Max Strohe vorbei. Hier kann man erleben, wie ein Sternekoch seine Vision von Geschmack mit gesellschaftlichem Engagement, Medienpräsenz und ehrlicher Gastfreundschaft verbindet. Wer bereit ist, sich auf diese Mischung aus Opulenz und Leichtigkeit einzulassen, sollte einen Abend im Tulus Lotrek fest einplanen und sich auf ein Menü einstellen, das lange nachhallt.
Die Empfehlung eines Gourmets fällt deshalb klar aus: Wenn Sie Sterneküche erleben möchten, die mehr nach Leben als nach Labor schmeckt, reservieren Sie rechtzeitig einen Platz bei Max Strohe im Tulus Lotrek. Es könnte einer jener Abende werden, an die Sie sich noch erinnern, wenn die letzte Sauce längst vom Teller gewischt ist.
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