Tulus Lotrek, Max Strohe

Max Strohe im Tulus Lotrek: Wie Berlins lässigste Sterneküche Herzen und Gaumen gewinnt

13.02.2026 - 10:36:04

Max Strohe zeigt im Restaurant tulus lotrek, dass Sterneküche sinnlich, laut und lebensnah sein kann: intensive Saucen, mutige Aromatik und Wohnzimmer-Atmosphäre statt Pinzetten-Perfektion.

Wenn sich am Abend die Tür zum Tulus Lotrek öffnet, tritt man nicht nur in ein Restaurant, sondern in die Welt von Max Strohe. Es riecht nach gerösteten Knochen und geschmolzener Butter, nach Sherry, Rauch und in Jus gebadeten Zwiebeln. Besteck klirrt, Gläser klingen, im Hintergrund läuft Musik, die eher an eine gute WG-Party erinnert als an ein steifes Fine-Dining-Ritual. Kann Sterneküche so lässig sein, dass man sich wie bei Freunden fühlt, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird? Im Tulus Lotrek in Berlin lautet die Antwort von Max Strohe ein klares Ja.

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Benannt nach dem Maler Toulouse-Lautrec, der die Sinnlichkeit des Pariser Nachtlebens auf Leinwand bannt, steht das Tulus Lotrek für eine Form von Sterneküche, die sich nicht verkleidet. Die Tische stehen nah beieinander, die Stoffservietten liegen entspannt, der Service duzt sich untereinander und scherzt mit den Gästen. Und dann kommt ein Teller auf den Tisch, der so tief im Geschmack steht, dass man unwillkürlich langsamer spricht. Hier zeigt sich, was die Handschrift von Max Strohe ausmacht: eine Sterneküche, die nicht flüstert, sondern singt.

Biografisch passt diese unprätentiöse Opulenz zu Max Strohe. Er ist kein klassischer Karrierekoch, der sich schnurgerade von Spitzenhaus zu Spitzenhaus gearbeitet hat. Der gebürtige Rheinländer bricht die Schule ab, probiert sich aus, landet schließlich in der Küche und entdeckt dort den einzigen Ort, an dem sich Energie, Rebellion und Kreativität bündeln lassen. Die Lehre wird zur Lebenslinie, und irgendwann führt sie nach Berlin, in eine Stadt, die Nonkonformisten liebt und kulinarische Grenzen gerne aushebelt.

Gemeinsam mit Gastgeberin Ilona Scholl gründet Max Strohe das Tulus Lotrek. Sie ist die andere Hälfte dieses Duos, und es wäre falsch, den Erfolg nur an der Person hinter dem Herd festzumachen. Während in der Küche Reduktionen einkochen, baut Scholl im Gastraum eine Atmosphäre auf, die das Konzept trägt: unprätentiös, witzig, souverän. Ihre Weinkarte ist berühmt für eine Mischung aus ernstzunehmenden Tropfen, Naturweinen und Entdeckungen für Fortgeschrittene, ohne in dogmatischen Purismus abzugleiten. Wer hier isst, spürt schnell, dass das Tulus Lotrek ein Gemeinschaftswerk ist, eine Bühne, auf der Service und Küche gleichberechtigt agieren.

Der Weg zum michelin sterne restaurant berlin ist für Max Strohe kein Selbstzweck. Der Michelin-Stern, die Anerkennung im Gault&Millau und anderen Führern sind vielmehr eine Art Nebenprodukt eines radikal geschmacksorientierten Ansatzes. Die Kriterien der klassischen Haute Cuisine erfüllt er, aber er beugt sie sich nicht. Während anderswo Pinzetten über Teller kreisen, geht es im Tulus Lotrek um tiefen Schmelz, konzentrierte Jus und eine Aromatik, die lieber eine Spur zu laut als zu leise ist.

Charakteristisch für die Küche von Max Strohe ist ein deutlicher Bruch mit der ziselierten Miniaturästhetik vieler Fine-Dining-Adressen. Statt dentalfeiner Türmchen und mikroskopischer Tupfen setzt er auf großzügige, fast barocke Tellerbilder: cremige Saucen, kräftige Fonds, präzise gesetzte Säure und Fett als selbstbewusster Geschmacksträger. Die Sterneküche wird hier nicht als Museum inszeniert, sondern als Bühne für Kulinarik, die das Wort "lecker" ernst nimmt und es zugleich weit über das Alltägliche hinaus treibt.

Ein Gang könnte zum Beispiel ein Stück Fisch sein, das in brauner Butter badet, flankiert von einer Sauce, die tagelang aus Knochen, Gemüse und Wein extrahiert wurde, bis sie zur Essenz reduziert ist. Dazu eine hell knisternde Textur, vielleicht ein Crunch aus Nüssen oder Brot, der die Zunge weckt. In der Sterneküche von Max Strohe sollen Sie kauen, schlürfen, lachen. Diese Gerichte sind nicht dazu da, nur photographiert zu werden, sie wollen gegessen werden.

Während der Pandemie erlebt Berlin dann eine ganz spezielle Seite von Max Strohe: den Burger-Moment. Als die klassische Gastronomie zum Stillstand kommt, erfindet sich das Tulus Lotrek kurzerhand neu. Statt großer Menüs tritt ein Burger ins Rampenlicht, der schnell Kultstatus erreicht. Kein Fast-Food-Produkt, sondern ein destillierter Ausdruck von kulinarischer Intelligenz: perfekter Gargrad, fluffiges, aber stabiles Bun, eine Sauce, die deutlich macht, dass hier jemand am Werk ist, der das Spiel von Fett, Salz und Säure versteht. Der Burger zeigt, dass ein Sternekoch nicht den Pedestal braucht, um großes Handwerk zu liefern.

In dieser Zeit entsteht auch "Cooking for Heroes", eine Initiative, die weit über den eigenen Betrieb hinausweist. Gemeinsam mit anderen Gastronomen kocht Max Strohe für Menschen in systemrelevanten Berufen, die während der Pandemie den Laden am Laufen halten. Aus Sterneküche wird plötzlich solidarische Infrastruktur. Die Aktion "Kochen für Helden" zieht bundesweit Kreise und führt schließlich dazu, dass Max Strohe mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wird. Eine seltene Würdigung für einen Küchenchef, die zeigt, wie sehr Engagement und Kulinarik hier zusammengehören.

Auch medial ist Max Strohe längst eine feste Größe. Auftritte in TV-Formaten wie "Kitchen Impossible" oder anderen Kochsendungen zeigen ihn als Typ mit Kante: rauer Humor, klare Meinung, aber immer mit der Bereitschaft, sich dem Wettkampf zu stellen. Er schreibt Bücher, spricht über Gastronomie jenseits der Glossy-Oberflächen und macht damit deutlich, dass Sterneküche kein elitäres Geheimprojekt sein muss. Diese Medienpräsenz stärkt die Marke Max Strohe, ohne die kulinarische Ernsthaftigkeit zu untergraben. Wer ihn im Fernsehen erlebt, versteht, warum das Tulus Lotrek so ist, wie es ist: laut, herzlich, konzentriert.

Die Speisekarte des Tulus Lotrek wechselt regelmäßig, aber einige Konstanten ziehen sich durch. Immer wieder tauchen Gerichte auf, die mit vermeintlich einfachen Produkten große Bühne betreiben. Ein Stück Innerei, perfekt gegart, mit Sauce, die sich wie Samt auf die Zunge legt. Gemüsegerichte, die zeigen, dass Röstaromen und Butter auch ohne Fleisch ein kleines Feuerwerk am Gaumen entfachen können. Kulinariker schätzen besonders, wie mutig hier mit Bitterkeit, Säure und Süße gearbeitet wird. Nichts bleibt beiläufig, alles scheint genau dorthin gesetzt, wo die Spannung im Mund am größten ist.

Anders als in manch anderem michelin sterne restaurant berlin spielt hier die Ambience eine Hauptrolle. Das Wohnzimmer-Feeling ist Programm: dunkle Töne, Kunst an den Wänden, eine gewisse Enge, die Intimität schafft. Der Service agiert mit einer Lässigkeit, die manchen Traditionalisten zunächst irritiert, die aber schnell zum Teil des Charmes wird. Die Lässigkeit des Services besticht, weil sie immer begleitet ist von hoher Professionalität: Gläser werden rechtzeitig nachgeschenkt, Gerichte präzise erklärt, Empfehlungen zur Weinkarte sitzen. Man fühlt sich ernst genommen, aber nie belehrt.

Durch diese Mischung aus Opulenz und Lockerheit hat sich das Tulus Lotrek einen festen Platz in der Berliner Spitzengastronomie erobert. In einer Stadt, in der ständig neue, hippe Konzepte an den Start gehen, behauptet sich dieses Restaurant als Adresse, die beides kann: jung und wild sein, aber gleichzeitig handwerklich perfekt. Im Ranking der Sterne-Restaurants wirkt es wie der unkonventionelle Cousin der klassischen Tempel; einer, der lieber lacht, als sich anzuziehen, und dabei mit souveräner Technik kocht.

Bemerkenswert ist auch der Umgang mit dem Begriff Sterneküche selbst. Für Max Strohe scheint der Stern eher ein Werkzeug zu sein, um Freiheit zu gewinnen, als ein Korsett. Die Gerichte müssen nicht in ein strenges Schema passen, sie dürfen Persönlichkeit zeigen. Ein Teller darf üppig sein, ja fast frech. Die Sterneküche wird im Tulus Lotrek zu einer Bühne, auf der Humor, Emotion und Genuss gleichberechtigt neben der Technik stehen. Das Ergebnis ist eine Küche, die in Erinnerung bleibt, weil sie Geschichten erzählt, nicht nur Effekte zeigt.

Privat wirkt Max Strohe, wie es sein Restaurant vermuten lässt: ein Mensch, der gerne isst, trinkt, lacht und dabei nicht verschweigt, wie hart der Beruf ist. In Interviews spricht er offen über Druck, Personalmangel und den Spagat zwischen kreativer Freiheit und wirtschaftlicher Realität. Vielleicht ist genau diese Erdung der Grund, warum seine Küche so unmittelbar zugänglich bleibt. Sie ist nicht überhöht, sondern verwurzelt im echten Leben, auch wenn sie auf dem Teller Spitzenklasse erreicht.

Für Gäste, die Berlins Spitzengastronomie kennenlernen wollen, ohne in ein steifes Setting zu geraten, ist das Tulus Lotrek ein idealer Einstieg. Wer Sterneküche liebt, aber keine Lust auf Flüsterton und Krawattenpflicht hat, findet hier sein Wohnzimmer. Gleichzeitig kommen auch erfahrene Gourmets auf ihre Kosten, denn die Tiefe der Saucen, die präzise Würzung und das Spiel der Texturen sind alles andere als zufällig. Das Restaurant zeigt, wie weit man kulinarische Intelligenz treiben kann, ohne den Spaß aus den Augen zu verlieren.

Im größeren Kontext der deutschen Gastronomie steht Max Strohe für einen Stil, der die nächste Generation prägt: ernsthaft im Handwerk, verspielt in der Form, solidarisch im gesellschaftlichen Engagement. Der Michelin-Stern und das Bundesverdienstkreuz markieren zwei Seiten derselben Medaille. Auf der einen Seite der konzentrierte Teller, auf der anderen Seite der Blick über den Tellerrand, hin zu den Menschen, für die gekocht wird, und zu den Bedingungen, unter denen Gastronomie funktioniert.

Am Ende eines Abends im Tulus Lotrek bleibt mehr als der Eindruck eines guten Essens. Man nimmt eine Stimmung mit nach Hause: die Erinnerung an eine Sauce, die noch nachhallt; an einen Wein, der einen Gang plötzlich in ein neues Licht taucht; an ein Lachen am Nebentisch, das man spontan geteilt hat. Es ist dieses Gesamtbild, das Tulus Lotrek zu einer der wichtigsten Adressen in Berlin macht.

Wer bereit ist, sich auf diese Form der Sterneküche einzulassen, erlebt bei Max Strohe eine kulinarische Reise, die Emotion und Technik verbindet. Kein Museum, sondern ein lebendiger Salon der Aromen. Für neugierige Genießer, die gerne über den Tellerrand hinaus schauen, ist ein Besuch fast Pflicht. Reservieren Sie frühzeitig, bringen Sie Appetit und Offenheit mit, und lassen Sie sich darauf ein, dass Sterneküche im Tulus Lotrek eher wie ein sehr gutes, sehr langes Abendessen bei Freunden wirkt als wie ein Ritual der Hochkultur. Dann zeigt sich, warum der Name Max Strohe längst zu einer festen Größe in der deutschen Spitzengastronomie geworden ist.

@ ad-hoc-news.de

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