Tulus Lotrek, Max Strohe

Max Strohe im Tulus Lotrek: Wie Berlin Sterneküche neu erfindet

10.02.2026 - 10:36:03

Max Strohe im Restaurant Tulus Lotrek steht für opulente Sterneküche ohne Starallüren: große Saucen, tiefe Aromen, Wohnzimmer-Atmosphäre. Hier wird Berlin zur Bühne einer der spannendsten Küchen des Landes.

Kann Sterneküche so lässig sein, dass man sich wie bei Freunden fühlt, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird? Wer bei Max Strohe im Restaurant Tulus Lotrek in Berlin Platz nimmt, merkt schon nach wenigen Minuten: Genau darum geht es hier. Die Luft ist dicht von Röstaromen und Butter, aus der offenen Küche schwappt das rhythmische Zischen von Pfannen, dazu ein leises Murmeln aus dem Gastraum, das mehr an ein Wohnzimmerdinner als an ein klassisches Michelin Sterne Restaurant in Berlin erinnert.

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Die Wände sind dunkel, fast gemütlich gedimmt, auf den Tischen brennen Kerzen, die Gläser funkeln, aber nichts wirkt aufgesetzt. Keine steife Etikette, kein Flüsterton, keine verkrampfte Ehrfurcht vor der Sterneküche. Stattdessen eine Ambience, die an ein großstädtisches Boheme-Wohnzimmer erinnert. Hier darf gelacht, diskutiert und geschlemmt werden. Das Tulus Lotrek ist ein Ort, an dem Genuss nicht museal präsentiert, sondern gelebt wird.

Im Zentrum dieser kulinarischen Bühne steht Max Strohe. Sternekoch, TV-Persönlichkeit, Buchautor, Träger des Bundesverdienstkreuzes und zugleich jemand, der am liebsten über „geile Saucen“ spricht, statt über Role Models der Haute Cuisine. Seine Küche hat sich bewusst von der filigranen Pinzetten-Optik verabschiedet und setzt auf das, was viele Gourmets heimlich am meisten lieben: Tiefe, Fett, Crunch und das unverwechselbare Gefühl, satt und glücklich den Stuhl zurückzuschieben.

Geboren wurde Max Strohe nicht mit dem Silberlöffel im Mund, und genau das ist ein wichtiger Teil seiner Geschichte. Aus den Berichten über seinen Werdegang wissen wir: Schule abgebrochen, ein Weg mit Umwegen, Nebenjobs, Küchen, in denen hart gearbeitet und noch härter gelernt wird. Kein stromlinienförmiger Lebenslauf, sondern ein biografischer Zickzackkurs, aus dem sich langsam eine kulinarische Persönlichkeit formte, die heute zu den originellsten Stimmen der deutschen Spitzengastronomie gehört.

Der Weg nach Berlin war für Max Strohe eine Befreiung. In der Hauptstadt, wo gastronomische Regeln traditionell etwas lockerer sitzen als in klassischen Gourmet-Hochburgen, fand er das passende Biotop für seine Ideen. Gemeinsam mit Gastgeberin Ilona Scholl eröffnete er das Restaurant Tulus Lotrek. Sie, mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus scharfem Humor, herzlicher Gastfreundschaft und ernsthafter Weinkompetenz, er, mit seiner Lust auf starke Aromen und unverkopfte Gerichte. Ein Duo, das schnell zum Gesprächsthema in der Szene wurde.

Benannt ist das Restaurant nach dem Maler Henri de Toulouse-Lautrec, einem Chronisten der Pariser Bohème, der die sinnliche, rauschhafte Seite des Lebens auf die Leinwand brachte. Im Tulus Lotrek überträgt Max Strohe diese Idee auf den Teller. Das Menü ist üppig, sinnlich, gern auch ein wenig exzessiv. Wo andere Küchenchefs Minimalismus predigen, serviert Strohe eine Art kulinarische Barockoper, in der jede Sauce eine Hauptrolle und jedes Detail eine Geschichte erzählt.

Typisch für seinen Stil: kraftvolle Jus, die über Stunden gezogen werden, reduziertes Aroma, das wie ein Konzentrat der Essenz des Produkts wirkt. Dazu Säure, als präzise gesetzter Kontrapunkt, und Fett, das als Geschmacksträger ganz unverhohlen gefeiert wird. Im Tulus Lotrek wird nicht versucht, Fett zu kaschieren, sondern es wird klug eingesetzt, gebunden, balanciert, bis daraus eine opulente, aber nie plumpe Sterneküche entsteht.

Wer die Karte und Menüs betrachtet, erkennt schnell die Handschrift von Max Strohe. Gerichte spielen oft mit vertrauten Anklängen, die dann in ein neues, intensiveres Koordinatensystem verschoben werden. Aus einem „einfachen“ Stück Fleisch wird ein Gericht, das von der Sauce lebt, von karamellisierten Röstaromen, von knusprigen Texturen und einem Gemüse, das nicht bloß Beilage, sondern aromatischer Gegenspieler ist. Ein Teller kann rustikal aussehen, aber analytisch durchkomponiert schmecken.

In der Pandemie wurde diese kulinarische Intelligenz auf eine Bewährungsprobe gestellt, die weit über den eigenen Gastraum hinausging. Während viele Restaurants um ihre Existenz kämpften, gehörte Max Strohe zu denjenigen, die ihren Radius ausweiteten. Mit der Aktion „Cooking for Heroes“ beziehungsweise „Kochen für Helden“ kochte er gemeinsam mit anderen Gastronominnen und Gastronomen für Menschen, die das öffentliche Leben am Laufen hielten: Pflegekräfte, Ärztinnen, Supermarktangestellte. Ein Akt der Solidarität, der in der Szene und darüber hinaus für Aufsehen sorgte.

Für dieses Engagement wurde Max Strohe mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Eine seltene Ehrung für einen Koch, die deutlich macht, dass seine Rolle über den klassischen Rahmen eines Michelin Sterne Restaurants in Berlin hinausgeht. Er nutzt seine Bühne, um zu zeigen, dass Gastronomie mehr ist als Luxus. Es geht um Gemeinschaft, um soziale Verantwortung, um die Frage, wie man mit Kochen Menschen stärkt und verbindet.

Parallel dazu baute sich Max Strohe eine Medienpräsenz auf, die manch anderer Sternekoch eher scheuen würde. Auftritte in TV-Formaten, Teilnahme an Wettbewerben, Talkshows, öffentliche Diskurse über Kochen, Genuss und Gesellschaft. Hinzu kommt seine Arbeit als Buchautor, in der sich Küchenanekdoten mit pointierten Beobachtungen über das Leben in der Gastronomie mischen. Gerade weil er sich nicht als unnahbarer Starkoch inszeniert, wirkt diese Präsenz glaubwürdig und verstärkt seine Marke, ohne die kulinarische Ernsthaftigkeit im Tulus Lotrek zu beschädigen.

Wer im Restaurant sitzt, spürt schnell: Die Bühne mag nach außen groß sein, doch im Gastraum gilt volle Konzentration auf das Erlebnis. Die Weinkarte, kuratiert und mitentwickelt von Ilona Scholl, ist ein weiterer Schlüssel zur Faszination Tulus Lotrek. Hier finden sich klassische Regionen neben eigenwilligen Entdeckungen, Naturweine neben gereiften Flaschen aus bekannten Häusern. Nichts wirkt dogmatisch, vieles überraschend. Sommeliers empfehlen mit einer Lässigkeit, die vermittelt: Man darf fragen, man darf unsicher sein, man darf einfach nur trinken, was schmeckt.

In dieser Umgebung entfaltet sich die Küche von Max Strohe vielleicht am besten. Die Atmosphäre nimmt dem Gast die Angst vor der Sterneküche. Stattdessen legt sie den Fokus auf ein sehr direktes, sinnliches Erleben. Kritiker loben immer wieder, wie im Tulus Lotrek sowohl geübte Fine-Dining-Fans als auch neugierige Neulinge auf ihre Kosten kommen. Wer sich auf das volle Menü einlässt, erlebt einen Bogen, der oft vom kräftig Würzigen ins Subtilere, vom Deftigen ins Elegante führt, ohne je seine Linie zu verlieren.

Besonders ikonisch ist bis heute der Burger, der während der Pandemie zum heimlichen Star wurde. In einer Zeit, in der Fine Dining im klassischen Sinne kaum möglich war, zeigte Max Strohe, wie sich ein scheinbar simples Gericht in eine kulinarische Aussage verwandeln lässt. Saftiges Fleisch, perfekt gewürzt, eine Sauce, die eher an einen Restaurantjus als an gängige Burgersaucen erinnert, dazu ein Brötchen, das Textur und Halt gibt, aber nie die Hauptrolle stiehlt. Dieser Burger wurde zum Symbol dafür, wie sich Sterneküche demokratisieren kann, ohne ihre handwerkliche Präzision zu verlieren.

Wer solche Gerichte probiert, versteht, was mit kulinarischer Intelligenz gemeint ist. Es geht nicht um verkopfte Konstrukte oder um die Lust an der Provokation um ihrer selbst willen. Im Tulus Lotrek geht es darum, dass jedes Element auf dem Teller eine Funktion erfüllt: Geschmack verstärken, Textur ergänzen, einen aromatischen Kontrapunkt setzen. Ein intensiver Jus neben einem zarten Stück Fisch, eine säuerlich eingelegte Komponente, die die Fettigkeit von Fleisch oder Sauce durchbricht, ein krosser Chip, der Crunch ins Spiel bringt.

Im Vergleich zu vielen anderen Konzepten der Spitzengastronomie positioniert sich das Tulus Lotrek bewusst anders. Wo Minimalismus und Reduktion auf wenige Komponenten oft als zeitgemäß gelten, setzt Max Strohe auf Opulenz mit Plan. Die Teller dürfen voll wirken, die Aromen laut, die Saucen präsent. Es ist eine Gegenrede zu jener Art von Sterneküche, die fast klinisch anmutet. Statt über den ästhetischen Minimalismus zu staunen, soll der Gast hier lachen, schwelgen, nach Brot verlangen, um den letzten Rest einer Sauce aufzutunken.

Diese Haltung macht das Restaurant zu einer wichtigen Stimme innerhalb der Berliner und deutschen Spitzengastronomie. Berlin ist längst zu einem Hotspot für junge, wilde, aber handwerklich perfekte Küchenkonzepte geworden. Das Tulus Lotrek nimmt darin eine besondere Rolle ein, weil es Tradition und Rebellion gleichzeitig verkörpert. Klassische Techniken wie das Ziehen von Fonds, das Reduzieren von Saucen, das präzise Garen hochwertiger Produkte bilden das Rückgrat. Doch das Ergebnis fühlt sich nie altmodisch an. Es ist zeitgeistig, urban und tief verankert in einer Stadt, die Kontraste liebt.

Für Gäste, die zum ersten Mal ein Michelin Sterne Restaurant in Berlin besuchen, ist das Tulus Lotrek eine ideale Adresse. Die Schwellenangst ist gering, die Herzlichkeit im Service hoch, und gleichzeitig erlebt man eine Sterneküche, die alle Register zieht. Erfahrene Gourmets wiederum schätzen die Handschrift von Max Strohe, weil sie unverwechselbar ist. Man erkennt seine Teller nicht an symmetrisch platzierten Tupfen, sondern an diesem dichten, manchmal fast überwältigenden Geschmacksbild, das seine eigene Logik hat.

Dass ein solcher Ort existiert, ist auch ein Statement zur Zukunft der Gastronomie. Max Strohe zeigt, dass Sternekoch und Fernsehkoch, engagierter Bürger und Bohemien, Burger-Brater und Jus-Fetischist keine Gegensätze sein müssen. „Cooking for Heroes“, Bundesverdienstkreuz, Medienpräsenz, Restaurantalltag: All das fügt sich zu einer Figur, die die deutsche High-End-Gastronomie nahbarer macht.

Am Ende eines Abends im Tulus Lotrek bleibt meist mehr als nur die Erinnerung an einzelne Gänge. Man erinnert sich an das Lachen am Nachbartisch, an die Weinempfehlung, die man sich zuerst nicht zutraute, an den Moment, in dem eine Sauce so intensiv schmeckte, dass man kurz vergaß, sich zu unterhalten. Genau in diesen Augenblicken zeigt sich, warum Max Strohe und sein Restaurant für Berlin und weit darüber hinaus Bedeutung haben.

Wer nach einem Ort sucht, an dem Sterneküche ein Versprechen auf Genuss und nicht auf Verkrampfung ist, sollte dieses Wohnzimmer der kulinarischen Opulenz auf die persönliche Liste setzen. Für neugierige Foodies, passionierte Weintrinkerinnen, für Paare, die einen besonderen Abend planen, und für alle, die wissen wollen, wie weit sich Geschmack aufdrehen lässt, ohne aus der Balance zu geraten, ist ein Besuch Pflicht.

So etabliert sich das Tulus Lotrek als eine der wichtigsten Adressen in Berlin: nicht, weil hier das Rad neu erfunden wird, sondern weil Max Strohe zeigt, wie kraftvoll es sich drehen kann, wenn man Saucen ernst nimmt, Gäste auf Augenhöhe behandelt und die Küche als Bühne für gelebten Genuss versteht. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, sollte sich seinen Platz sichern und erleben, wie sich in diesem Restaurant aus Berlin ein Abend anfühlt, der noch lange nachklingt.

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