MariaDB kehrt nach Protesten um: Galera-Cluster bleibt kostenlos
10.03.2026 - 00:00:24 | boerse-global.deNach heftiger Kritik der Open-Source-Community rudert MariaDB zurück und behält die wichtige Clustering-Technologie in der kostenlosen Version. Die Entscheidung verhindert eine drohende Abwanderung von Datenbank-Administratoren und entschärft vorerst den Konflikt zwischen kommerziellen Interessen und Community-Treue.
Stille Entfernung löst Empörung aus
Im Februar 2026 schien plötzlich Schluss: Galera Cluster, eine Schlüsseltechnologie für hochverfügbare Datenbank-Architekturen, verschwand aus den Entwicklungsversionen des kostenlosen MariaDB Community Servers. Für viele Unternehmen war das ein Alarmsignal.
Die Technologie ermöglicht synchrones Multi-Master-Clustering – also Ausfallsicherheit, nahtlose Wiederherstellung und null Datenverlust bei Serverproblemen. Ihre stille Entfernung erfolgte ohne Transparenz oder Erklärung. Selbst involvierte Entwickler wussten laut Berichten nichts von den Gründen.
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Die Konsequenz wäre drastisch gewesen: Ohne native Galera-Unterstützung wäre die Community-Version für produktive Hochlast-Umgebungen kaum noch brauchbar. Unternehmen hätten teure Enterprise-Lizenzen kaufen oder aufwändig migrieren müssen. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.
Unternehmensführung reagiert auf Community-Druck
Der öffentliche Druck zeigte Wirkung. MariaDB gab nun bekannt, dass Galera Cluster in Version 12.3 des Community Servers erhalten bleibt – und zwar unter der freien GPLv2-Lizenz. Ein kompletter Systemumbau wäre zum jetzigen Zeitpunkt unangemessen, so das Unternehmen.
„Wir haben die Bedenken der Community ernst genommen und gründlich geprüft“, erklärte Vizepräsident Max Mether. Die schnelle Kehrtwende verhinderte wohl eine Massenabwanderung zu Alternativen wie PostgreSQL.
Die Bedeutung dieses Vertrauensbeweises ist historisch begründet: MariaDB entstand einst als Open-Source-Fork von MySQL, genau um eine unabhängige, freie Alternative nach der Übernahme durch Oracle zu schaffen. Diese Identität steht nun erneut auf dem Prüfstand.
Hintergrund: Kaufrausch und Unternehmensstrategie
Warum versuchte MariaDB überhaupt, eine Kernfunktion aus der Community-Version zu entfernen? Die Antwort liegt in der jüngsten Unternehmensstrategie.
Im Mai 2025 kaufte MariaDB den finnischen Entwickler Codership Oy – die Firma hinter Galera Cluster. Nur wenige Tage vor der aktuellen Kehrtwende folgte die Übernahme von GridGain Systems, einem Spezialisten für In-Memory-Computing.
Beide Akquisitionen zielen klar auf den Premium-Markt für Enterprise-Lösungen ab, besonders für KI-Workloads. Nach einer turbulenten Phase mit Börsengang, Warnungen vor der Zahlungsfähigkeit und Rückzug in Privatbesitz drängt MariaDB aggressiv auf Profitabilität.
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Die zunächst geplante Entfernung von Galera aus der kostenlosen Version war wohl ein Versuch, die Enterprise-Produkte attraktiver zu machen. Ein klassischer Spagat: Wie monetarisiert man eine Datenbank, ohne die Community zu vergraulen, die sie groß gemacht hat?
Offene Fragen zur langfristigen Strategie
Ist die Wiedereinführung dauerhaft oder nur ein Aufschub? Diese Frage beschäftigt Datenbank-Experten weiterhin. Besonders brisant: MariaDB hat selbst für September 2026 das Aus von MySQL Galera Cluster angekündigt und empfiehlt die Migration zur eigenen Lösung.
Damit würde MariaDB zum primären Ziel für alle Galera-Nutzer werden. Eine spätere Einschränkung der Technologie in der Community-Vision hätte dann noch schwerwiegendere Folgen.
Community-Vertreter fordern nun klare Zusagen für die Zukunft. Soll MariaDB langfristig wettbewerbsfähig bleiben, muss das Unternehmen das Vertrauen seiner Open-Source-Basis bewahren – auch wenn der Druck von Investoren und Märkten wächst. Der aktuelle Kompromiss ist nur ein Waffenstillstand in einem grundlegenden Konflikt.
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