Manna startet Drohnen-Lieferdienst in Cork trotz Luftraum-Streit
19.02.2026 - 07:30:12 | boerse-global.deDer irische Drohnen-Pionier Manna expandiert nach Cork – doch die geplanten Exklusiv-Flugzonen sorgen für heftigen Widerstand bei anderen Nutzern und Lokalpolitikern. Das Unternehmen hat heute Demonstrationsflüge in der zweitgrößten Stadt Irlands gestartet. Ein neues Regelwerk der Luftfahrtbehörde sollte den Betrieb eigentlich absichern, droht nun aber zu kippen.
Pilotprojekt am Marina Market nimmt Fahrt auf
Am beliebten Marina Market können Besucher die Technologie jetzt live erleben. Manna geht behutsam vor: Interessierte Haushalte können sich zunächst mit ihrer Postleitzahl registrieren. Aus dem Pool wählt das Unternehmen dann 50 bis 100 Teilnehmer für die erste Testphase aus.
Mehrere lokale Händler wie La Cantina und Burritos & Blues sind bereits Partner. Über reine Warenlieferungen hinaus prüft Manna auch Kooperationen mit Sozialdiensten wie „Meals on Wheels“. Bei einem landesweiten Rollout könnten in der Region bis zu 50 Arbeitsplätze entstehen. „Die Expansion nach Cork planen wir seit etwa einem Jahr“, sagt Gründer Bobby Healy. Die Abstimmung mit den Luftfahrtbehörden sei intensiv gewesen.
Scharfe Kritik an „unfairen“ Flugbeschränkungen
Der Start wird von einem regulatorischen Konflikt überschattet. Um Mannas BVLOS-Betrieb zu ermöglichen – dabei steuert ein Pilot mehrere Drohnen gleichzeitig außerhalb der Sichtweite –, führte die IAA am 14. Februar temporäre Flugbeschränkungen über großen Teilen Corks ein. Andere Drohnenpiloten müssen seither Flüge zwei Tage im Voraus bei der Flugsicherung anmelden.
Die Branche reagierte empört. Verbände wie Drone Professionals Ireland nannten die Regel „grundlegend unfair“. Sie bevorteile ein einziges Unternehmen und behindere Fotografen, Vermesser und Hobbypiloten massiv. Lokalpolitiker kritisierten die fehlende öffentliche Konsultation und warnten vor einer „Drohnen-Sperrzone“.
Kompromiss in Sicht nach heftigen Protesten
Nach dem massiven Widerstand zeichnet sich eine Lösung ab. Der Verband UAAI verhandelte diese Woche mit Manna. Der Vorschlag: Alle Nutzer sollen wieder wie vor den neuen Regeln operieren können.
Dieser Kompromiss findet offenbar Unterstützung bei der Flugsicherung und dem County Council. Die umstrittene Zwei-Tage-Frist soll fallen, durch weniger restriktive Maßnahmen ersetzt werden. Nun muss nur noch die IAA zustimmen. Ein wichtiger Schritt für einen gerechten Luftraum-Zugang.
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Blaupause für die Zukunft des urbanen Luftraums?
Die Expansion nach Cork ist ein Stresstest für Mannas Geschäftsmodell. In Dublin gab es bereits Ärger um Lärm und Genehmigungen. In Cork fliegen die Drohnen in 80 Metern Höhe und mit neuer, leiserer Antriebstechnik.
Ob das Pilotprojekt Erfolg hat, hängt auch von der öffentlichen Akzeptanz ab. Entscheidend wird jedoch die finale Entscheidung der IAA sein. Eine Konsultation zur dauerhaften Einrichtung der Flugzonen läuft noch bis zum 14. März 2026. Der Ausgang in Cork könnte zur Blaupause für die nationale Expansion werden – und für die Regulierung des autonomen Luftverkehrs in Irland insgesamt.
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