Manipulierte, Maschinen

Manipulierte Maschinen: Jeder vierte Betrieb riskiert schwere Unfälle

21.01.2026 - 22:48:12

Eine aktuelle Studie zeigt, dass an 27 Prozent aller Maschinen Sicherheitseinrichtungen umgangen werden, was jährlich zu etwa 10.000 Arbeitsunfällen führt.

Die Umgehung von Sicherheitssystemen an Maschinen bleibt ein massives Risiko in deutschen Fabrikhallen. Aktuelle Daten zeigen: An 27 Prozent aller Anlagen werden Schutzeinrichtungen regelmäßig außer Kraft gesetzt – mit teils tödlichen Folgen.

Alarmierende Zahlen: Bis zu 10.000 Unfälle jährlich

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) schlägt Alarm. Ihre jüngste Auswertung, basierend auf einer Befragung von 850 Sicherheitsexperten, offenbart einen gefährlichen Alltag. Besonders betroffen sind bewegliche Schutzeinrichtungen wie Sicherheitstüren. Fast die Hälfte der Fachleute berichtet, dass diese häufig oder dauerhaft manipuliert werden.

Die Konsequenzen sind dramatisch. Jährlich führen solche Manipulationen zu schätzungsweise 10.000 Arbeitsunfällen. Fast jeder zweite befragte Experte (49,6 Prozent) kennt mindestens einen Vorfall oder Beinahe-Unfall im eigenen Betrieb, der auf eine umgangene Sicherung zurückging. Zwar ist die Quote seit 2006 von 37 auf 27 Prozent gesunken. Doch das aktuelle Niveau ist weiterhin inakzeptabel hoch.

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Der Hauptgrund: Bequemlichkeit und falsche Toleranz

Warum setzen Mitarbeiter ihr Leben aufs Spiel? Die Motive sind oft banal. Zeitdruck, der Wunsch nach effizienteren Abläufen oder schlichte Bequemlichkeit treiben die Manipulation an. Vor allem bei Wartungs-, Reinigungs- oder Einrichtarbeiten gelten Schutzeinrichtungen als störend.

Eine entscheidende Rolle spielt die Führungsebene. Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang: Wo Vorgesetzte Manipulationen dulden, steigt deren Häufigkeit um über 10 Prozent. Die Unfallrate schnellt sogar um 18 Prozent in die Höhe. Eine klare Sicherheitskultur von oben ist damit der Schlüssel zur Prävention.

Neue Regeln: Strengere Pflichten für Hersteller und Betreiber

Die rechtliche Lage verschärft sich. Seit 2023 gilt die neue europäische Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Sie verpflichtet Hersteller, Maschinen so zu konstruieren, dass Manipulationsanreize von vornherein minimiert werden. Jede Lebensphase der Anlage – auch seltene Wartungen – muss im Schutzkonzept bedacht sein.

Auf der anderen Seite stehen die Betreiber in der Pflicht. Nach Arbeitsschutzgesetz und Betriebssicherheitsverordnung tragen sie die Verantwortung für den sicheren Betrieb. Das schließt regelmäßige Gefährdungsbeurteilungen und die Durchsetzung der Sicherheitsregeln ein. Wer Manipulationen duldet, riskiert hohe Strafen und haftet im Schadensfall.

Die Zukunft: Smarte Technik und gelebte Prävention

Die Lösung liegt in einer Doppelstrategie. Technisch setzen Experten auf intelligente Systeme. Kameras oder smarte Steuerungen sollen Manipulationen eigenständig erkennen und melden. Künstliche Intelligenz für vorausschauende Wartung soll zudem Störungen reduzieren – eine häufige Ursache für gefährliche Abkürzungen.

Parallel dazu fördert das Institut für Arbeitsschutz (IFA) die Prävention mit praktischen Tools. Die Webanwendung MaSeM hilft Betrieben, Schwachstellen systematisch zu identifizieren und Gegenmaßnahmen zu planen. Letztlich geht es um eine Mentalitätsänderung. Maschinensicherheit muss als gemeinsame Aufgabe von Management, Mitarbeitern und Herstellern verstanden werden. Denn jeder manipulierte Schutz ist ein Spiel mit dem Feuer.

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