Mallorca-Urteil, Immobilienkäufer

Mallorca-Urteil schockiert deutsche Immobilienkäufer

30.01.2026 - 14:54:11

Ein Gerichtsurteil im "Lujo Casa"-Fall führt zu mehr Vorsicht bei Immobilienkäufen auf Mallorca, während der Gesamtmarkt erstaunlich stabil bleibt.

Ein Gericht in Palma verurteilt einen Immobilienbetrüger zu fast 15 Jahren Haft. Der Fall entzündet eine Debatte über Risiken beim Kauf auf Mallorca. Doch der Gesamtmarkt zeigt sich erstaunlich robust.

Der sogenannte „Lujo Casa“-Skandal hat ein erstes juristisches Ende gefunden. Das Landgericht Palma verhängte gegen den Unternehmer Carlos García Roldán eine Haftstrafe von 14 Jahren und 9 Monaten. Er hatte rund 240 Käufer, viele davon Deutsche, um Millionenbeträge gebracht.

Ein Schneeballsystem mit Luxusfassade

Roldán lockte Investoren mit Hochglanzprospekten für scheinbar exklusive Villenprojekte. Die Ermittler entdeckten jedoch: Oft gab es weder Baugenehmigungen noch gehörten die Grundstücke seinem Unternehmen. Statt zu bauen, finanzierte der Verurteilte seinen luxuriösen Lebensstil.

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Die Schadenssumme beläuft sich auf schätzungsweise 3,3 bis 4 Millionen Euro. Für die betrogenen Anleger, die oft sechsstellige Anzahlungen leisteten, bleibt trotz des Urteils wenig Hoffnung auf Rückerstattung. Das Geld ist größtenteils verbraucht.

Vorsicht statt Panik: Der Markt bleibt stabil

Die Nachricht von der Rekordstrafe verunsichert aktuell viele Kaufinteressenten. Makler berichten von deutlich mehr Nachfragen nach Bankbürgschaften und größerer Skepsis gegenüber „Papier“-Projekten.

Doch der Gesamtmarkt reagiert anders als befürchtet. Aktuelle Analysen widerlegen Gerüchte über einen Preisverfall. Die Immobilienpreise auf den Balearen verharren auf Rekordniveau.

  • Top-Lagen wie Son Vida oder Port d’Andratx verzeichnen weiterhin stabile bis leicht steigende Preise.
  • Der Skandal betrifft vor allem das Vertrauen in Neubauprojekte.
  • Der Markt für fertige Bestandsimmobilien gilt als „sicherer Hafen“.

Die fatale Lücke: Fehlende Bankgarantien

Der Fall deckt eine gefährliche Schwachstelle auf: die oft fehlende Bankbürgschaft für Anzahlungen. Spanisches Recht schreibt diese Absicherung eigentlich vor. Bei „Lujo Casa“ wurde sie umgangen oder die Käufer verzichteten darauf.

Die Folge ist ein Ansturm auf Anwaltskanzleien. Deutsche Käufer lassen nun massiv Verträge prüfen. Die gründliche Überprüfung von Baugenehmigung und Grundbucheintrag ist heute unverzichtbar.

Schärfere Justiz, kritischere Käufer

Das harte Urteil fällt in eine Zeit, in die Balearenregierung versucht, mit neuen Gesetzen mehr Rechtssicherheit zu schaffen. Während alte Bausünden legalisiert werden können, geht die Justiz gegen neuen Betrug rigoros vor.

Experten erwarten für 2026 eine Zweiteilung des Marktes: Bestandsimmobilien bleiben stark nachgefragt. Bei Neubauprojektierungen hingegen müssen Bauträger lückenlose Garantien vorweisen. Die Ära der Leichtgläubigkeit ist vorbei.

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