LWB plant Rekord-Mieterhöhungen für 10.900 Wohnungen
11.02.2026 - 07:40:12Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) will in diesem Jahr die Mieten für mehr als ein Viertel ihres Bestandes erhöhen. Mit 10.900 betroffenen Wohnungen erreicht die kommunale Gesellschaft einen Höchstwert. Die Anpassungen erfolgen ohne Modernisierungen, allein auf Basis des aktuellen Mietspiegels.
Die Ankündigung entfacht eine heftige Debatte über soziale Verantwortung und wirtschaftlichen Druck auf dem angespannten Leipziger Wohnungsmarkt.
Wirtschaftliche Notwendigkeit oder sozialer Fehltritt?
Die LWB begründet den Schritt mit harten Zahlen. Ein Verzicht auf die Mehreinnahmen würde bedeuten, dass die Bewirtschaftungskosten nicht mehr gedeckt werden könnten, so die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme. Die zusätzlichen Mittel seien für gestiegene eigene Kosten, Investitionen und die energetische Sanierung des Bestandes fest eingeplant.
Kritiker sehen das anders. Linken-Stadträtin Juliane Nagel, die die Pläne durch eine Anfrage öffentlich machte, wirft der LWB vor, zum Mietpreistreiber für die gesamte Stadt zu werden. „In einer Zeit, in der rund ein Fünftel der Leipziger Haushalte bereits durch Wohnkosten überbelastet ist, ist das nicht akzeptabel“, so Nagel. Selbst moderate Erhöhungen von 20 bis 30 Euro bedeuteten für viele eine erhebliche Belastung.
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Rekordwerte und rechtlicher Rahmen
Die Dimension der geplanten Anpassungen ist beispiellos für die LWB:
* 2026: 10.900 Wohnungen (geplant)
* 2025: 5.362 Wohnungen
* 2024: 9.523 Wohnungen
Rechtlich stützt sich die LWB auf Paragraf 558 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Dieser erlaubt die Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete. In Leipzig greift eine verschärfte Kappungsgrenze: Innerhalb von drei Jahren sind ohne Modernisierung maximal 15 Prozent Erhöhung erlaubt. Diesen Spielraum nutzt das Unternehmen konsequent aus.
Teufelskreis auf dem Leipziger Wohnungsmarkt
Die Entscheidung fällt in eine ohnehin dynamische Marktphase. Leipzig wächst, die Nachfrage ist hoch und die Mieten kletterten zuletzt auf fast 10 Euro pro Quadratmeter. Zwar liegt die LWB mit einer Durchschnittsmiete von 6,03 Euro (2024) deutlich darunter, doch ihre regelmäßigen Anpassungen heizen die Preisspirale weiter an.
Ein alarmierendes Zeichen sind die steigenden Zwangsräumungen bei der LWB. Sie stiegen von 100 Fällen im Vorjahr auf 126 im Jahr 2024 – überwiegend wegen Mietschulden.
Der fundamentale Zielkonflikt
Die LWB steht exemplarisch für das Dilemma vieler kommunaler Wohnungsunternehmen: Sie soll einerseits sozialen Wohnraum schaffen, muss andererseits wirtschaftlich handeln. Die jährliche Mietspiegelanpassung ist dabei ein legales und betriebswirtschaftlich logisches Instrument.
Doch die sozialen Folgen sind gravierend. Kritiker monieren, dass Schutzmechanismen wie Härtefallregelungen kaum bekannt sind. Im vergangenen Jahr nutzte nur eine einzige Mietpartei diese Möglichkeit. Bleibt die Frage: Wie kann die Stadt die finanzielle Stabilität ihrer LWB sichern, ohne die soziale Stabilität in den Vierteln zu gefährden?
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