Lufthansa-Tarifrunde startet mit sechs Prozent Forderung
19.01.2026 - 05:32:12Die Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal der Lufthansa haben heute in Frankfurt unter angespannten Vorzeichen begonnen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) fordert sechs Prozent mehr Gehalt plus eine monatliche Mindesterhöhung von 250 Euro für rund 20.000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft schließt Warnstreiks nicht aus, sollte es keine Fortschritte geben.
Kernforderung: Sechs Prozent plus sozialer Ausgleich
Im Zentrum steht eine lineare Gehaltserhöhung von sechs Prozent für Mitarbeiter in über 20 Konzerngesellschaften, darunter Lufthansa, Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo. Die geforderte Mindesterhöhung von 250 Euro monatlich soll gezielt die unteren Lohngruppen stärken. Doch das Forderungspaket geht weit über das reine Gehalt hinaus.
Ver.di verlangt zudem die Aufwertung technischer Berufe, die Rücknahme von Gehaltskürzungen in der Frachtsparte und – besonders brisant – einen verbindlichen Ausgliederungsschutz. Vor allem das Personal an den Drehkreuzen Frankfurt und München soll vor einer Verlagerung in Tochtergesellschaften mit schlechteren Tarifbedingungen bewahrt werden.
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Konzern unter Erfolgs- und Kostendruck
Von Seiten der Lufthansa liegt noch kein offizielles Angebot vor. Ver.di-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky rechnet jedoch mit schwierigen Gesprächen. Er wirft dem Konzern vor, trotz guter Geschäftszahlen in vielen Bereichen nicht ausreichend für die Belegschaft investieren zu wollen.
Die wirtschaftliche Lage ist zwiespältig: Analysten der Deutschen Bank haben das Kursziel für die Lufthansa-Aktie kürzlich angehoben, verweisen aber auch auf konjunkturelle Risiken. Der Konzern steht im internationalen Wettbewerb unter Kostendruck, die Gewerkschaft pocht auf eine faire Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg.
Droht ein neuer Streik-Sommer?
Zum Auftakt sind noch keine unmittelbaren Arbeitskampfmaßnahmen geplant. Ver.di hat jedoch deutlich gemacht, dass Warnstreiks auf dem Tisch liegen, falls die Gespräche stocken. Das Bodenpersonal an Check-in, Gates und in der Technik kann den Flugbetrieb empfindlich stören.
Die Erinnerungen an den Tarifkonflikt Anfang 2024 sind noch frisch. Damals führten Streiks zu massiven Flugausfällen, eine Einigung wurde erst durch ein Schlichtungsverfahren erreicht. Diese Erfahrung lastet auf den aktuellen Verhandlungen und unterstreicht die potenzielle Eskalationsgefahr für Reisende.
Richtungsweisend für die gesamte Branche
Die Forderungen reihen sich in die aktuelle deutsche Tariflandschaft ein, in der Gewerkschaften angesichts guter Konjunkturdaten selbstbewusst auftreten. Die Verhandlungen bei der Lufthansa gelten als richtungsweisend für die gesamte Luftfahrtbranche.
Experten erwarten eine schwierige und möglicherweise langwierige Auseinandersetzung. Die strukturelle Forderung nach Ausgliederungsschutz bringt eine langfristige Komponente in die Gespräche, die über reine Gehaltsfragen hinausgeht. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob eine Einigung am Verhandlungstisch gelingt oder der Konflikt eskaliert.
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