Lufthansa CityLine: Warnstreik legt Regionalflüge lahm
11.02.2026 - 01:03:12Zehntausende Passagiere müssen sich auf massive Flugausfälle einstellen. Grund ist ein 24-stündiger Warnstreik des Kabinenpersonals bei der Regionaltochter Lufthansa CityLine. Die Gewerkschaft UFO will so einen Sozialplan für die etwa 800 Beschäftigten erzwingen.
Die Arbeitsniederlegung am Donnerstag trifft alle CityLine-Abflüge von deutschen Flughäfen. Die wichtigsten Drehkreuze Frankfurt und München sind ebenso betroffen wie Hamburg, Bremen und Stuttgart. Die Lage verschärft sich, weil gleichzeitig Piloten der Lufthansa-Kernmarke für bessere Pensionsleistungen streiken. Für Deutschlands größte Airline bedeutet das doppelten Ärger und chaotische Verhältnisse.
Konflikt um die Zukunft: Angst vor „CityLine 2.0“
Im Kern geht es um die existenzielle Unsicherheit der Mitarbeiter. Lufthansa plant, den Flugbetrieb der CityLine auszulaufen zu lassen. An ihre Stelle soll die neue Tochter „Lufthansa City Airlines“ treten. Die UFO-Gewerkschaft befürchtet, dass diese mit nicht tarifgebundenem Personal und schlechteren Arbeitsbedingungen operieren wird.
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Die aktuellen Beschäftigten fürchten eine erzwungene Übernahme zu verschlechterten Konditionen oder gar den Jobverlust. Als Schutz fordert UFO einen verbindlichen Tarif-Sozialplan. Dieser soll Abfindungsregelungen und Schutzklauseln für die vom Betriebsende Betroffenen festschreiben. Fast 98 Prozent der befragten Mitglieder sprachen sich für Streikmaßnahmen aus, um diesen Plan durchzusetzen.
Verhärtete Fronten: Management gegen Gewerkschaft
Die Gewerkschaft wirft dem Management vor, Verhandlungen über einen Sozialplan kategorisch zu verweigern. Das Unternehmen berufe sich auf das Fehlen eines formellen Schließungsbeschlusses. Für UFO sind Angebote für mögliche Wechsel zur neuen City Airlines oder zur Lufthansa Hauptmarke kein Ersatz für eine verbindliche Vereinbarung.
Lufthansa verfolgt unterdessen eine andere Strategie. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt der Konzern auf mehr Produktivität und Flexibilität. Die Gründung neuer, kostengünstigerer Gesellschaften wie Discover Airlines und Lufthansa City Airlines ist Teil dieses Kurses. Wachstum sei nur in profitablen Bereichen möglich, so das Management. Diese Kostenstrategie kollidiert direkt mit den Gewerkschaftsforderungen nach Jobsicherheit und Tariftreue.
Branchentrend: Der Kampf um flexible Arbeitsmodelle
Der Konflikt bei Lufthansa CityLine ist kein Einzelfall. Traditionelle Airlines in Europa gründen zunehmend neue, flexible Gesellschaften, um mit Billigfliegern konkurrieren zu können. Diese operieren oft außerhalb etablierter und teurerer Tarifverträge.
Das führt regelmäßig zum Konflikt mit starken Gewerkschaften. Sie werfen den Konzernen Sozialdumping und den Abbau von Arbeitnehmerrechten vor. Der aktuelle Streik zeigt den grundlegenden Zielkonflikt: Unternehmensprofitabilität gegen die Sicherheit der Belegschaft. Für Passagiere bedeutet das zunächst einmal gestrichene Flüge und Planungsunsicherheit.
Was kommt als nächstes?
Die Fronten sind verhärtet. Der Warnstreik soll ein deutliches Signal an den Lufthansa-Vorstand sein. Sollten die Verhandlungen über einen Sozialplan weiter blockiert bleiben, droht die UFO mit weiteren, möglicherweise längeren Streiks.
Die Lösung dieses Disputs wird ein Präzedenzfall für die künftigen Arbeitsbeziehungen im Lufthansa-Konzern sein. Für die 800 CityLine-Beschäftigten geht es um ihre berufliche und finanzielle Zukunft. Reisende mit Lufthansa-Buchungen sollten ihren Flugstatus regelmäßig über die offiziellen Kanäle der Airline prüfen. Die Auswirkungen werden das deutsche und europäische Streckennetz spürbar treffen.
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