Longevity-Markt: Boomende Verjüngungsindustrie spaltet die Gesellschaft
12.02.2026 - 16:22:12Die milliardenschwere Langlebigkeits-Industrie verspricht, das Altern umzukehren – und treibt immer mehr Menschen in eine zwanghafte Angst vor dem Älterwerden. Jüngste wissenschaftliche Erfolge befeuern diesen Trend, während Psychologen vor dem „Longevity Fixation Syndrome“ warnen.
Studie liefert „Beweis“ für Verjüngung
Ein entscheidender Durchbruch gelang im Mai 2025: Eine Studie im Fachblatt Aging Cell zeigte, dass eine Kombinationstherapie aus therapeutischem Plasmaaustausch (TPE) und intravenösem Immunglobulin das biologische Alter im Schnitt um 2,6 Jahre senken kann. An der wegweisenden Studie war unter anderem das renommierte Buck Institute for Research on Aging beteiligt.
Bei der Plasmapherese wird das Blutplasma entfernt und ersetzt, um entzündungsfördernde Substanzen aus dem Kreislauf zu spülen. Die Ergebnisse lieferten den bisher überzeugendsten Beleg, dass sich molekulare Alterungsmarker beim Menschen gezielt beeinflussen lassen. Sie verleihen einem lange von Scharlatanerie geprägten Feld plötzlich wissenschaftliche Seriosität.
Wenn die Lebensverlängerung zur Zwangsidee wird
Doch die Erfolge haben eine Schattenseite. Psychologen beobachten einen deutlichen Anstieg des sogenannten „Longevity Fixation Syndrome“. Dabei handelt es sich um eine angstgetriebene, zwanghafte Besessenheit von der Verlängerung des eigenen Lebens.
Betroffene entwickeln oft orthorektische Verhaltensweisen, überwachen unentwegt Biomarker wie Blutzucker und isolieren sich sozial, um ihre extremen Diät- und Therapieprotokolle einzuhalten. Die ständige Selbstoptimierung führt paradoxerweise zu chronischem Stress, Angst und einer geminderten Lebensqualität – die Suche nach mehr Leben raubt das Leben im Hier und Jetzt.
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Milliardenmarkt mit sozialer Sprengkraft
Während die einen kämpfen, boomt der Markt. Analysten schätzen das Volumen des Longevity-Marktes für 2026 auf über 30 Milliarden US-Dollar. Bis 2031 könnte er auf fast 47 Milliarden wachsen.
Dieses Potenzial lockt massive Investitionen an, besonders aus dem Silicon Valley. Start-ups entwickeln senolytische Medikamente, Gentherapien und regenerative Ansätze. Doch der Hype wirft drängende ethische Fragen auf: Werden diese Therapien nur einer wohlhabenden Elite vorbehalten sein? Droht eine Gesellschaft, in der die Lebenserwartung direkt vom Kontostand abhängt?
Die Langlebigkeitsforschung steht an einem Wendepunkt. Sie könnte die größte medizinische Revolution des Jahrhunderts einläuten – oder zur tiefgreifendsten sozialen Zerreißprobe werden. Die Debatte über gerechte Verteilung und gesellschaftliche Folgen muss jetzt geführt werden.
@ boerse-global.de
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