LibreOffice attackiert Microsofts Dateiformate und verbessert Kompatibilität
12.02.2026 - 05:30:12LibreOffice verschärft den Ton gegenüber Microsoft und verbessert gleichzeitig die Kompatibilität mit dessen Dateiformaten. Die Stiftung hinter der kostenlosen Office-Suite kritisiert die Umsetzung von Microsofts Standards als zu komplex und veröffentlicht gleichzeitig ein großes Update.
Die Document Foundation hat diese Woche ihre Kritik an Microsofts Office-Formaten erneuert. Gleichzeitig brachte sie ein wichtiges Update für das Open Document Format (ODF) Toolkit heraus. Diese Doppelstrategie verdeutlicht den anhaltenden Kampf um nahtlose Dokumenten-Kompatibilität.
Hintergrund ist das kürzlich erschienene LibreOffice 26.2. Die am 4. Februar 2026 veröffentlichte Version legt einen Schwerpunkt auf bessere Handhabung proprietärer Dateitypen.
Kritik an Microsoft: OOXML als „zu komplex“
Am 10. Februar 2026 übte die Document Foundation scharfe Kritik an Microsofts Dateiformaten wie DOCX, XLSX und PPTX. Die Organisation wirft dem Software-Riesen vor, die praktische Umsetzung des Office Open XML (OOXML)-Standards erschwere die Arbeit konkurrierender Office-Pakete.
Kern des Problems sei Microsofts Festhalten an der „Transitional“-Version von OOXML. Diese behalte veraltete Elemente früherer Office-Versionen bei. Die „Strict“-Variante des ISO-Standards werde nicht genutzt.
„Das Ergebnis ist eine übermäßig komplexe Spezifikation“, so die Foundation. Für die Open-Source-Community bedeute dies immense Reverse-Engineering-Aufwände. Wertvolle Entwicklerressourcen, die für neue Funktionen genutzt werden könnten, flössen stattdessen in die Kompatibilitätsarbeit.
LibreOffice 26.2: Pragmatische Verbesserungen für Nutzer
Trotz der Kritik treibt LibreOffice die Kompatibilität mit Microsoft-Formaten aktiv voran. Die Version 26.2 bringt mehrere praktische Verbesserungen:
Für Tabellenkalkulationen bietet LibreOffice Calc nun eine verbesserte Zwischenablage-Kompatibilität mit Microsoft Excel. Durch BIFF12-Unterstützung können nun auch sehr große Datensätze problemlos übertragen werden. XML-Karten in Excel-Tabellen bleiben beim Öffnen erhalten.
Im Textverarbeitungsprogramm Writer wurde die Handhabung von schwebenden Tabellen optimiert. Diese teilen sich nun besser auf, was den Export ins DOCX-Format verbessert.
Eine neue Funktion ist der native Import und Export von Markdown-Dateien (.md). Nutzer können dabei ODT- oder DOCX-Vorlagen anwenden, um Inhalte schnell zu formatieren.
Für Präsentationen setzt Impress unter Windows nun auf die Microsoft Media Foundation API. Das behebt viele Probleme mit der Wiedergabe eingebetteter MP4- und anderer Videoformate.
ODF Toolkit: Modernisierung für Entwickler
Am 11. Februar 2026 veröffentlichte das ODF Toolkit Project Version 0.13.0. Diese Sammlung von Java-Bibliotheken ermöglicht Entwicklern die Arbeit mit dem Open Document Format, dem nativen Format von LibreOffice.
Das Update markiert das Ende der Unterstützung für JDK 11. Ein strategischer Schritt hin zu moderneren Java-Plattformen für die Entwickler-Community rund um ODF. Die Document Foundation stärkt damit das Ökosystem offener Standards.
Strategie zwischen Idealismus und Pragmatismus
Die Ereignisse der Woche zeigen eine zweigleisige Strategie. Einerseits öffentliche Advocacy-Arbeit gegen technische Barrieren proprietärer Formate. Andererseits pragmatische Software-Verbesserungen für genau diese Formate.
Dieser Push kommt zu einem günstigen Zeitpunkt. Das Ende des Mainstream-Supports für Windows 10 veranlasst viele Nutzer, nach Alternativen zu suchen. Für LibreOffice ist die nahtlose Datei-Austauschbarkeit mit Microsoft Office eine Überlebensfrage.
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Die Document Foundation bleibt bei ihrer Linie: Sie preist die Überlegenheit offener Standards wie ODF. Gleichzeitig arbeitet sie daran, dass Nutzer nicht isoliert sind in einer Welt, in der proprietäre Formate noch immer dominieren.
Der nächste große Release ist für August 2026 geplant. Die Kompatibilitätsarbeit wird auch dann im Mittelpunkt stehen.
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