Lancet-Kommission, Demenzfälle

Lancet-Kommission: 45 Prozent der Demenzfälle vermeidbar

26.02.2026 - 00:18:12 | boerse-global.de

Eine internationale Expertenkommission identifiziert 14 beeinflussbare Risikofaktoren für Demenz, darunter neu bestätigte wie Sehschwäche und hohes LDL-Cholesterin. Lebensstiländerungen bieten wirksamen Schutz.

Lancet-Kommission: 45 Prozent der Demenzfälle vermeidbar - Foto: über boerse-global.de
Lancet-Kommission: 45 Prozent der Demenzfälle vermeidbar - Foto: über boerse-global.de

Eine internationale Expertenkommission hat neue, konkrete Ansatzpunkte im Kampf gegen Demenz veröffentlicht. Laut einem aktualisierten Bericht der renommierten „Lancet Commission on Dementia Prevention, Intervention, and Care“ ließen sich weltweit bis zu 45 Prozent aller Demenzfälle verhindern oder verzögern. Der Schlüssel liegt in der Bekämpfung von 14 beeinflussbaren Risikofaktoren – darunter zwei neu identifizierte.

Neue Risikofaktoren: Sehkraft und Cholesterin

Die Kommission hat erstmals auch nachlassendes Sehvermögen und hohe LDL-Cholesterinwerte als wesentliche, modifizierbare Risiken bestätigt. Damit erweitert sich die Liste der Schlüsselfaktoren, die über die gesamte Lebensspanne hinweg angegangen werden können. Die Experten betonen: Es ist nie zu früh oder zu spät, mit der Prävention zu beginnen.

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Die Risiken erstrecken sich von der Kindheit bis ins hohe Alter. Dazu zählen in jungen Jahren vor allem geringe Bildung. Im mittleren Alter kommen Bluthochdruck, Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, Hörverlust und Kopfverletzungen hinzu. Später gewinnen Rauchen, Depressionen, soziale Isolation, körperliche Inaktivität, Luftverschmutzung und Diabetes an Bedeutung. Viele dieser Faktoren schädigen die Blutgefäße und fördern Entzündungen im Gehirn.

Ernährung und Bewegung als wirksamste Waffen

Aktuelle Studien untermauern die zentrale Rolle des Lebensstils. Eine diese Woche veröffentlichte US-Langzeitstudie zeigt: Eine gesunde, gemüsereiche Ernährung mit wenig verarbeiteten Lebensmitteln wirkt dem kognitiven Abbau signifikant entgegen. Die mediterrane Kost kann das Demenzrisiko sogar bei Menschen mit hoher genetischer Alzheimer-Veranlagung senken.

Ebenso entscheidend ist regelmäßige Bewegung. Forschungen der Boston University belegen, dass körperliche Aktivität das Demenzrisiko um bis zu 45 Prozent reduzieren kann – selbst wenn man erst im mittleren Alter damit beginnt. Bewegung verbessert die Durchblutung und reduziert Entzündungen, was einen starken Schutz für das Gehirn darstellt.

Geistig fit bleiben und Vorsorge nutzen

Neben dem Körper muss auch der Geist gefordert werden. Eine neue Studie des Rush University Medical Center belegt: Lebendige Beschäftigung mit Sprache durch Lesen, Schreiben oder Fremdsprachen kann das Alzheimer-Risiko um bis zu 38 Prozent senken. Dies stärkt die kognitive Reserve, die Fähigkeit des Gehirns, Schäden auszugleichen.

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Parallel ist die medizinische Vorsorge unerlässlich. Die aktuellen deutschen Leitlinien empfehlen Ärzten, modifizierbare Risikofaktoren in der Beratung zu berücksichtigen. Dazu gehört die konsequente Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und hohen Cholesterinwerten genauso wie die Versorgung mit Hörgeräten und Sehhilfen.

Paradigmenwechsel: Demenz ist kein Schicksal

Die Erkenntnisse markieren einen Wendepunkt. Demenz wird zunehmend als teilweise vermeidbare Erkrankung verstanden, nicht als unausweichliches Schicksal. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) errechnete: Allein in Deutschland sind schätzungsweise 36 Prozent der Demenzfälle auf beeinflussbare Risiken zurückzuführen.

Dies zeigt das enorme Potenzial für gezielte Public-Health-Maßnahmen. Die Nationale Demenzstrategie der Bundesregierung zielt bereits darauf ab, Prävention durch Aufklärung und bessere Versorgung zu stärken. Der Fokus liegt nicht nur auf dem Einzelnen, sondern auch auf gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie Bildung, Gesundheitszugang und sauberer Luft.

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