Kudzu-Extrakt: Behörden warnen vor hochdosierten Wechseljahres-Präparaten
05.02.2026 - 21:40:12Verbraucherschützer und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnen vor pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln mit hochdosierten Isoflavonen. Diese hormonähnlichen Pflanzenstoffe, etwa aus Kudzu-Extrakt, werden oft als natürliche Hilfe bei Wechseljahresbeschwerden beworben. Doch die Risiken sind real, während die Wirksamkeit fraglich bleibt.
Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen ergab kürzlich: Rund 40 Prozent der geprüften Produkte überschreiten empfohlene Tagesmengen. Oft fehlen zudem klare Warnhinweise für Risikogruppen.
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Was macht Isoflavone so riskant?
Isoflavone, auch Phytoöstrogene genannt, ähneln in ihrer Struktur dem menschlichen Östrogen. Das erklärt ihren Einsatz gegen Hitzewallungen. In traditioneller asiatischer Küche sind sie in moderaten Mengen unbedenklich. Hochkonzentriert in Kapselform sieht die Lage anders aus.
Das BfR hält die wissenschaftliche Beweislage für unzureichend. Die hormonähnliche Wirkung ist die größte Gefahrenquelle. Besonders riskant ist die Einnahme für Frauen mit östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs in der Vorgeschichte. Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten wie Tamoxifen sind möglich.
Kudzu: Der Extremfall unter den Extrakten
Die Kudzu-Wurzel steht besonders im Fokus. Ihre Extrakte können extrem hohe Isoflavon-Dosen enthalten.
- Einige Präparate liefern 500 bis 1.000 Milligramm pro Tag.
- Diese Menge liegt weit über dem, was eine sojareiche Ernährung bietet.
- Für diese hohen, zusätzlichen hormonellen Belastungen fehlen Langzeit-Sicherheitsdaten.
Verbraucherschützer kritisieren: Exotische Pflanzen wie Kudzu werden mit vollmundigen Versprechen vermarktet, obwohl die Sicherheitsnachweise dünn sind.
Warum gibt es keine klaren Grenzwerte?
Ein Kernproblem ist die fehlende Regulierung. In der EU gibt es keine gesetzlichen Höchstmengen für Isoflavone in Nahrungsergänzungsmitteln.
Zwar sah die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in bestimmten Studien keine schädlichen Effekte. Diese Bewertung gilt aber nicht pauschal für jede Dosis und Dauer. Das BfR bleibt vorsichtiger und verweist auf die unzureichende Datenlage. Gesundheitswerbung (Health Claims) für Isoflavone lehnt die EFSA ab.
„Pflanzlich“ heißt nicht automatisch „harmlos“
Behörden unterscheiden klar: Der moderate Verzehr von Lebensmitteln wie Tofu gilt als unbedenklich. Die Warnung gilt den pharmakologisch wirksamen Hochdosis-Extrakten aus der Dose.
Verbraucherschützer fordern verbindliche Höchstmengen. Bis dahin raten Experten zu größter Vorsicht. Wer Präparate wie Kudzu-Extrakt erwägt, sollte das unbedingt vorher mit einem Arzt besprechen – besonders bei Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme. Die empfohlene Tagesdosis darf nicht überschritten werden.


