Kryptomarkt unter Druck: Regulierer greifen weltweit durch
12.02.2026 - 04:30:11Bitcoin und Ethereum stürzen ab, während USA und Großbritannien schärfere Regeln vorantreiben. Der globale Kryptomarkt steckt in einer tiefen Krise. Gleichzeitig stellen die Finanzaufsichten in Washington und London die Weichen für eine neue Ära strenger Kontrollen. Diese Doppelbelastung aus fallenden Kursen und regulatorischem Druck versetzt Anleger in Alarmbereitschaft.
Weißes Haus sucht Kompromiss für US-Kryptogesetz
In den USA hat die Debatte um eine umfassende Regulierung eine neue Dynamik erhalten. Das Weiße Haus lud am Dienstag, 10. Februar 2026, zu einem hochrangigen, nicht-öffentlichen Treffen. Ziel war es, Schlüsselfragen zur künftigen Marktstruktur für digitale Vermögenswerte zu klären. Die Teilnehmer aus Politik, Aufsicht, Banken- und Kryptobranche diskutierten über den Entwurf des sogenannten CLARITY Act.
Dieses Gesetz soll den jahrelangen Kompetenzstreit zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Rohstoffaufsicht CFTC beenden. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Regulierung von Stablecoins und damit verbundener Zinsprodukte. Hier stehen sich traditionelle Banken und Krypto-Unternehmen unversöhnlich gegenüber. Die US-Regierung drängt auf eine Einigung bis Ende Februar. Dieser Zeitdruck könnte den lange blockierten Gesetzentwurf endlich voranbringen.
Großbritannien setzt Krypto-Firmen Frist bis 2027
Parallel verschärft Großbritannien den Ton. Die Finanzmarktaufsicht FCA veröffentlichte am 11. Februar detaillierte Richtlinien für Krypto-Unternehmen. Sie bereiten den Weg für ein vollständiges Aufsichtsregime, das im Oktober 2027 in Kraft tritt. Ab dann benötigt jede Firma, die Kryptogeschäfte betreibt, eine vollständige Zulassung nach dem Financial Services and Markets Act (FSMA).
Die FCA fordert robuste Unternehmensführung, transparente Geschäftsmodelle und strenge Kundengeldabsicherung. Wer die Zulassung nicht rechtzeitig erhält, muss sein Geschäft geordnet beenden. Neue Kunden dürfen dann nicht mehr gewonnen werden. Die Botschaft ist klar: Die Zeit der Grauzonen ist vorbei. Krypto-Firmen müssen sich auf das Niveau traditioneller Finanzdienstleister hocharbeiten.
Kurse im Sturzflug: Institutionelle Anleger ziehen sich zurück
Die regulatorischen Ankündigungen belasten die Kurse erheblich. Bitcoin fiel diese Woche unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 US-Dollar und notierte zeitweise bei 69.000 Dollar. Analysten warnen vor einem erneuten Test der Tiefststände um 60.000 Dollar.
Noch schlechter läuft es für Ethereum. Die zweitgrößte Kryptowährung brach unter wichtige technische Unterstützungsniveaus und näherte sich einem kritischen Punkt bei 1.850 Dollar. Prognosemärkte sagen einen anhaltenden Abwärtstrend für Ethereum bis Monatsende voraus.
Mehrere Indikatoren verstärken die pessimistische Stimmung. Die Marktkapitalisierung des Stablecoins Tether (USDT), einer wichtigen Liquiditätsquelle, schrumpfte. Das deutet auf einen Kapitalabfluss aus dem Krypto-Ökosystem hin. Zudem transferierten große institutionelle Anleger wie BlackRock Hunderte Millionen Dollar in Bitcoin und Ethereum an Handelsplattformen – für viele Beobachter ein klares Verkaufssignal.
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Globale Wende: Von Einzelfall-Entscheidungen zu klaren Regeln
Die Schritte in Washington und London sind Teil eines globalen Trendes. Die großen Volkswirtschaften wollen digitale Vermögenswerte in ihre etablierten Finanzsysteme integrieren – aber klar nach ihren eigenen Regeln. Damit endet die Phase der unsicheren, von Einzelfall-Entscheidungen geprägten Aufsicht.
Diese Wende birgt Chancen und Risiken. Kurzfristig verursachen die drohenden strengeren Regeln und hohen Compliance-Kosten erhebliche Verunsicherung und Volatilität. Langfristig könnte die geforderte regulatorische Klarheit jedoch der Branche helfen. Sie würde den Verbraucherschutz stärken und den Weg für mehr institutionelle Investoren ebnen.
Entscheidungswochen: Kommt die Trendwende im Februar?
Die kommenden Wochen werden richtungsweisend sein. Das Ergebnis der Verhandlungen im Weißem Haus, das für Ende Februar erwartet wird, könnte den ersten konkreten gesetzlichen Rahmen in den USA schaffen. Ein Kompromiss bei Stablecoins könnte die Kurse beflügeln. Ein Scheitern würde die Unsicherheit verlängern.
Händler achten auf wichtige technische Niveaus. Für Ethereum ist die Haltezone um 1.850 Dollar entscheidend. Ein Bruch könnte einen Fall in den Bereich von 1.650 bis 1.750 Dollar auslösen. Bei Bitcoin wird der Kampf zwischen der Unterstützung bei 68.000 und dem Widerstand bei 72.000 Dollar die nächste größere Bewegung bestimmen. Während die Regulierer die Leitplanken für die digitale Finanzwelt errichten, navigiert der Markt durch eine Phase tiefgreifender Veränderungen – mit ungewissem Ausgang.
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