Krypto-Betrüger, Betrugswelle

Krypto-Betrüger nutzen KI für neue Betrugswelle

19.02.2026 - 17:09:12

Sicherheitsforscher warnen vor einer koordinierten SMS-Kampagne mit gefälschten Websites, die Opfer früherer Krypto-Scams erneut ausnehmen. Die Betrugsmasche folgt auf ein Rekordjahr für Krypto-Kriminalität.

Eine neue, raffinierte Betrugsmasche zielt gezielt auf Opfer früherer Krypto-Scams ab. Sicherheitsforscher warnen vor gefälschten Websites, die seriöse Finanzinstitute imitieren.

Neue Welle gefälschter „Rückerstattungs“-Seiten entdeckt

Sicherheitsexperten von Decripto.org haben am Donnerstag eine koordinierte Kampagne mit betrügerischen „Clone“-Websites aufgedeckt. Die Domains, darunter istitutodifondi.it und wiedergutschrift.de, wurden erst am 16. Februar registriert und ahmen offizielle Rückerstattungsfonds nach. Die Analyse zeigt, dass alle Seiten auf dieselbe technische Infrastruktur zurückgreifen – ein klarer Hinweis auf eine einzige organisierte kriminelle Gruppe.

Der Angriffsweg beginnt mit unaufgeforderten SMS-Nachrichten. Sie werden an Personen verschickt, die bereits Geld in Kryptowährungen verloren haben. Die Texte behaupten, ein „Rückerstattungsfonds“ sei genehmigt, und leiten die Empfänger auf eine der gefälschten Seiten. Dort werden persönliche Daten oder angebliche „Bearbeitungsgebühren“ abgefragt, um das vermeintlich zurückgezahlte Geld freizuschalten – das dann gestohlen wird.

2025: Ein Rekordjahr für Krypto-Betrug

Diese neue Kampagne folgt auf verheerende Zahlen zur Kriminalität im Kryptobereich. Laut einem Bericht von Chainalysis vom Januar 2026 erbeuteten Betrüger weltweit rund 17 Milliarden Euro. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren, getrieben vor allem durch eine Zunahme von Betrug durch Identitätsnachahmung um 1.400 Prozent.

„Recovery Room“-Betrug, bei dem Kriminelle ein zweites Mal zuschlagen, ist zur dominierenden Bedrohung geworden. Die durchschnittlichen Verluste pro Opfer stiegen 2025 um über 250 Prozent – von etwa 782 auf 2.764 Euro. Experten führen dies auf eine „Industrialisierung“ des Betrugs zurück: Spezialisierte Anbieter verkaufen Phishing-Kits und Opferlisten im Dark Web.

KI-gesteuerte Phishing-Kits beschleunigen Angriffe

Die schnelle Verbreitung dieser Clone-Seiten passt zu einem größeren Trend: der Automatisierung von Cyberkriminalität durch Künstliche Intelligenz. Die Global Threat Intelligence Group (GTIG) von Google Cloud wies in einem Bericht vom 12. Februar auf die wachsende Rolle von KI hin.

Die Forscher identifizierten ein Phishing-Kit namens „COINBAIT“, das seit Ende 2025 im Umlauf ist. Es nutzt KI-generierten Code, um seriöse Kryptobörsen vorzutäuschen. Solche Tools ermöglichen es Betrügern, überzeugende Köder zu erstellen und funktionierende Betrugs-Websites in Bruchteilen der bisher benötigten Zeit online zu stellen.

Wie Verbraucher die neue SMS-Masche erkennen können

  • Unaufgeforderte Kontaktaufnahme: Seien Sie skeptisch bei SMS oder Nachrichten von angeblichen „Rückerstattungsfonds“ oder Behörden.
  • Frische Domain-Registrierung: Prüfen Sie das Alter einer Website mit „Whois“-Tools. Seriöse Institute nutzen keine erst Tage zuvor registrierten Domains.
  • Vorkasse-Forderungen: Jede Aufforderung, eine Gebühr im Voraus zu zahlen, ist ein sicheres Betrugszeichen.
  • Generisches Hosting: Renommierte Finanzorganisationen hosten ihre Hauptseiten nicht bei Billiganbietern.
Anzeige

Die neue Welle an SMS‑ und KI‑basierten Phishing‑Angriffen zeigt, wie schnell Betrüger heute wechseln. Ein kostenloser Leitfaden erklärt praxisnah, wie Sie sich gegen Phishing‑Angriffe (inkl. SMS‑ und KI‑Tricks) schützen, welche Sofortmaßnahmen helfen und welche Einstellungen Sie an E‑Mail, Accounts und Wallets prüfen sollten. Jetzt kostenlosen Cyber‑Security‑Guide sichern

Regulierungsbehörden wie das kalifornische DFPI verstärken ihre Warnungen. Sie betonen: Legitime Behörden oder Strafverfolgungsbehörden kontaktieren Opfer niemals per SMS, um Rückerstattungen anzubieten. Wer ein verdächtiges Angebot erhält, sollte die Domain bei der lokalen Cybercrime-Stelle melden und keine Links anklicken.

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.