Kraken, Kryptobank

Kraken erhält als erste Kryptobank Zugang zum US-Notenbanksystem

05.03.2026 - 06:10:10 | boerse-global.de

Die US-Notenbank gewährt Kraken Financial erstmals direkten Zugang zu ihrem Zahlungsverkehrssystem. Das Pilotprojekt spaltet die Finanzwelt und durchbricht das traditionelle Banken-Monopol.

Kraken erhält als erste Kryptobank Zugang zum US-Notenbanksystem - Foto: über boerse-global.de
Kraken erhält als erste Kryptobank Zugang zum US-Notenbanksystem - Foto: über boerse-global.de

Eine Kryptowährungsbank hat erstmals direkten Zugang zum Zahlungsverkehrssystem der US-Notenbank erhalten. Diese historische Entscheidung spaltet die Finanzwelt.

Am Mittwoch, dem 4. März 2026, gewährte die Federal Reserve Bank of Kansas City dem Wyoming-basierten Institut Kraken Financial ein sogenanntes „Limited-Purpose“-Masterkonto. Damit kann das Unternehmen künftig US-Dollar-Transaktionen direkt über das Fedwire-System abwickeln – ohne Umweg über traditionelle Banken. Während die Digital-Asset-Branche diesen Schritt als Durchbruch feiert, warnen etablierte Bankenverbände vor erheblichen Systemrisiken.

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Ende des Banken-Monopols auf Fed-Zugang

Bislang waren Krypto- und Fintech-Unternehmen auf Partnerschaften mit klassischen Banken angewiesen, um am Zentralbankverkehr teilzunehmen. Diese Abhängigkeit ist für Kraken nun beendet. Das Unternehmen kann Fiat-Geld nun direkt und vermutlich schneller sowie kostengünstiger für seine institutionellen Kunden bewegen.

„Dies markiert die Konvergenz von Digital-Asset-Architektur und staatlichen Finanz-Infrastrukturen“, erklärte die Muttergesellschaft Payward. Aus ihrer Sicht wandelt sich Kraken damit vom Randakteur zu einer direkt angebundenen Finanzinstitution.

Kein vollwertiges Bankkonto, sondern Pilotprojekt

Die Erlaubnis ist jedoch mit strengen Auflagen verbunden. Es handelt sich ausdrücklich nicht um ein Vollbankkonto, sondern um ein auf ein Jahr befristetes Pilotprojekt. Kraken erhält damit Zugang zu den Zahlungsverkehrs-Schienen, nicht aber zu weiteren Notenbank-Fazilitäten.

So wird das Institut weder Zinsen auf bei der Fed gehaltene Reserven erhalten, noch kann es im Notfall Liquidität über das Diskontfenster der Zentralbank beantragen. Die Federal Reserve betonte, die spezifischen Beschränkungen seien auf das Geschäftsmodell und Risikoprofil zugeschnitten. Die Stabilität des US-Zahlungssystems habe oberste Priorität.

Sturm der Entrüstung bei etablierten Banken

Die Entscheidung löste umgehend heftigen Widerstand der etablierten Finanzbranche aus. Verbände wie die American Bankers Association und der Bank Policy Institute verurteilten den Schritt scharf.

Ihr Hauptvorwurf: Einem nicht einlagengesicherten Kryptounternehmen direkten Fed-Zugang zu gewähren, berge enorme Risiken für Geldwäschebekämpfung und Finanzstabilität. Kritiker verweisen darauf, dass Kraken als „Tier 3“-Institut weder über eine Bundes-Einlagensicherung verfügt noch der vollen Aufsicht durch US-Bankenbehörden unterliegt.

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Besonders umstritten ist der Zeitpunkt: Die Genehmigung erfolgte, obwohl der Fed-Vorstand in Washington noch an einem umfassenden Regelwerk für solche Konten arbeitet. Aus Bankensicht schafft dies gefährliche Rechtsunsicherheit.

Ergebnis eines jahrelangen regulatorischen Ringens

Der Erfolg von Kraken ist das Ergebnis eines über fünfjährigen Prozesses. Der Zugang zur Zentralbank-Infrastruktur galt in der Kryptobranche lange als heiliger Gral. Ein anderes Wyoming-Institut, die Custodia Bank, kämpfte sogar gerichtlich – bisher erfolglos – um ein ähnliches Konto.

Die Genehmigung spiegelt einen spürbaren Kurswechsel der US-Aufseher wider. Seit der Verabschiedung des GENIUS Act 2025 und der Berufung digitalaffinerer Regulierer gewinnt die Institutionalisierung von Krypto-Assets an Fahrt. Die politische Landschaft verschiebt sich.

Was bedeutet das für das globale Finanzsystem?

Experten sehen in der Entscheidung einen fundamentalen Einschnitt. Sie durchbricht das bisherige Banken-Monopol auf die kritische Siedlungsinfrastruktur. Indem die Fed einem Unternehmen mit einem Vollreserven-Modell (im Gegensatz zum traditionellen Teilreserve-Banking) Zugang gewährt, anerkennt sie implizit eine neue Kategorie von Finanzinstitut.

Für Analysten eröffnet dies einen Weg, Bankgeschäfte ohne traditionelle Kreditvergabe und Einlagensammlung aufzubauen. Die Integration eines Krypto-Unternehmens in den Kern der US-Wirtschaft unterstreicht das gewachsene Gewicht der Branche, deren Marktkapitalisierung derzeit bei rund 2,1 Billionen Euro liegt.

Der Schritt setzt auch andere Zentralbanken weltweit unter Druck, ihre Haltung zum Zugang nicht-traditioneller Finanzfirmen zu klären. Der einjährige Pilotbetrieb bei Kraken wird nun zum Prüfstand. Bei Erfolg dürften zahlreiche weitere Fintech- und Kryptounternehmen ähnliche Anträge stellen. Das Pilotprojekt könnte so die Mechanik des globalen Finanzsystems dauerhaft verändern.

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