Kongsberg Gruppen ASA: Norwegischer Rüstungsstar – Chance für DACH-Anleger?
28.02.2026 - 01:49:42 | ad-hoc-news.deBottom Line zuerst: Die Kongsberg Gruppen ASA entwickelt sich zum europäischen Gewinner des weltweiten Aufrüstungszyklus. Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die norwegische Rüstungsaktie damit zur ernstzunehmenden Alternative zu Rheinmetall & Co. Entscheidend ist jetzt, ob das starke Auftragspolster und neue Verteidigungsausgaben in Europa in dauerhaft höhere Gewinne übersetzt werden.
Was Sie jetzt wissen müssen: Kongsberg profitiert direkt von steigenden Verteidigungsbudgets der NATO, wichtigen Marine- und Raketenprojekten und der geopolitischen Lage. Zugleich ist der Titel für viele Privatanleger im DACH-Raum noch ein „Hidden Champion“ – mit Chancen, aber auch politischen und ethischen Risiken.
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Analyse: Die Hintergründe
Kongsberg Gruppen ASA mit der ISIN NO0003043309 ist ein norwegischer Technologiekonzern mit klarer Schwerpunktsetzung auf Verteidigung, Marine- und Luftfahrttechnik sowie komplexe Sensorsysteme. Das Unternehmen ist an der Börse Oslo gelistet, hat aber durch seine Rolle im NATO-Verbund eine wachsende Bedeutung für die Sicherheitsarchitektur Europas und damit indirekt auch für die Wirtschaft im DACH-Raum.
Während in Deutschland die politische Debatte um das 100-Milliarden-Sondervermögen der Bundeswehr und die Schuldenbremse anhält, profitieren Rüstungskonzerne operativ von real anziehenden Budgets. Für Kongsberg bedeutet das: mehr Nachfrage nach Raketen-, Seezielflugkörper- und Schiffssystemen, die in gemeinsame NATO-Projekte einfließen. Auch Marineprojekte, an denen deutsche Werften oder Zulieferer beteiligt sind, nutzen Komponenten und Systeme, an denen Kongsberg mitverdient.
Im Kern gliedert sich Kongsberg in drei große Bereiche: Defence & Aerospace, Maritime sowie Digital. Der größte Wachstumstreiber ist der Verteidigungsbereich mit Lenkflugkörpern, Raketen und vernetzten Feuerleitsystemen. Gerade diese Sparte steht im Fokus europäischer Aufrüstungsprogramme, etwa im maritimen Bereich der Nordsee oder bei Luftverteidigungslösungen, bei denen Deutschland, Norwegen und andere NATO-Partner enger kooperieren.
Warum die Aktie auf den Radar von DACH-Anlegern rückt
Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist Kongsberg aus mehreren Gründen relevant:
- Geopolitik als Kurstreiber: Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat die Sicherheitslage Europas grundlegend verändert. Staaten wie Deutschland, Norwegen und Polen investieren massiv in Luft- und Seeverteidigung. Kongsberg ist in mehreren dieser Programme eingebunden.
- Ergänzung zu DAX-Rüstungswerten: Viele Privatanleger aus Deutschland haben bereits Titel wie Rheinmetall oder Hensoldt auf der Watchlist. Kongsberg bietet eine Diversifikation in einen skandinavischen Markt mit starker Marinekompetenz und enger Verzahnung mit der NATO.
- Norwegische Stabilität: Norwegen gilt als politisch und wirtschaftlich stabil, mit solider Fiskalpolitik und Staatsfonds-Hintergrund. Für langfristige Anleger kann das ein Pluspunkt sein, insbesondere im Vergleich zu stärker verschuldeten Euroländern.
Gerade für Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die über Broker mit Zugang zu den nordischen Börsen oder über Handelsplätze wie Xetra, Tradegate oder gettex agieren, ist die Aktie vergleichsweise leicht handelbar. Viele Neobroker im deutschsprachigen Raum ermöglichen mittlerweile den Handel an der Börse Oslo oder alternativ über Zweitlistings bzw. außerbörslichen Handel.
Fundamentale Lage: Auftragsboom, aber auch hohe Erwartungen
Kongsberg verfügt über ein hohes Auftragsbuch im Verteidigungsbereich. Der Konzern profitiert von langfristigen Verträgen für Raketen- und Luftverteidigungssysteme, etwa der NSM-Seezielflugkörper und Joint Strike Missile in Verbindung mit F-35-Programmen. Diese Programme sind über Jahre angelegt und sorgen für Planungssicherheit, aber auch für immense Erwartungen an Effizienz und Margendisziplin.
Für DACH-Anleger ist wichtig: Rüstungswerte werden oft in Zyklen gehandelt. In Phasen akuter Konflikte preist der Markt hohe Wachstumsraten ein, während in ruhigeren Perioden die Bewertungen schnell unter Druck geraten können. Wer Kongsberg kauft, setzt nicht nur auf Technologie, sondern auch auf die These dauerhaft höherer Verteidigungsausgaben in Europa.
Im Vergleich zu klassischen Industrieaktien aus Deutschland wie Siemens oder Thyssenkrupp hängt Kongsberg deutlich stärker von politischen Entscheidungen ab. Das betrifft nicht nur NATO-Budgets, sondern auch Exportregelungen, Genehmigungsverfahren und Ethik-Debatten im jeweiligen Heimatland des Kunden.
Ethische und regulatorische Aspekte für deutsche Anleger
Im DACH-Raum spielen Nachhaltigkeit und ESG-Kriterien eine immer größere Rolle. Zahlreiche deutsche und Schweizer Fonds schließen die Rüstungsindustrie ganz oder teilweise aus. Kongsberg bewegt sich in einem Umfeld, in dem institutionelle Investoren aus dem deutschsprachigen Raum bewusst abwägen müssen, ob sie einen Rüstungstitel ins Portfolio aufnehmen.
Für Privatanleger gilt: Wer Kongsberg kauft, sollte seine persönliche Haltung zu Verteidigungsinvestments kennen. In Deutschland sind Waffenexporte, Militärausgaben und ethische Fragen regelmäßig Gegenstand politischer Debatten und Medienberichte. Teilweise verbieten Anlagerichtlinien von Stiftungen, Kirchen oder Pensionskassen explizit Investments in Rüstungsunternehmen.
Auf der anderen Seite argumentieren Befürworter, dass in der aktuellen geopolitischen Lage Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit als Teil einer funktionierenden, freiheitlichen Gesellschaft zu verstehen sind. Skandinavische Länder wie Norwegen verfolgen dabei meist eine klare, transparente Sicherheitspolitik, was einige institutionelle Investoren als positiv werten.
Technologie-Fokus: Warum Kongsberg für Ingenieure aus dem DACH-Raum spannend ist
Aus deutscher Sicht ist Kongsberg nicht nur defensiv, sondern auch technologisch interessant. Das Unternehmen arbeitet an Lösungen in Bereichen wie autonomes Fahren auf See, hochpräzise Sensortechnik, digitale Steuerungssysteme und Integration komplexer Plattformen.
Gerade für die exportorientierte deutsche Industrie kann das zu Kooperationen führen: Deutsche Maschinenbauer, Werften und Elektronikkonzerne sind immer wieder in gemeinsame Projekte mit skandinavischen Partnern eingebunden. Ob bei Fregatten, U-Booten oder Küstenüberwachungssystemen: Die Kombination aus deutscher Ingenieurskunst und skandinavischer Software- und Sensorkompetenz ist längst Realität.
Für die Schweiz mit ihrer starken Präzisionsindustrie und für Österreich mit seinen Nischenzulieferern in der Fahrzeug- und Luftfahrttechnik gilt ähnliches. Kongsberg wirkt damit nicht isoliert, sondern als Teil eines europäischen Verbundsystems von Technologiezulieferern.
Lokale Relevanz: So wirkt sich Kongsberg indirekt auf den DAX aus
Auch wenn Kongsberg nicht im DAX notiert ist, kann der Konzern indirekt Einfluss auf deutsche Indizes haben. Einerseits, weil gemeinsame Projekte mit DAX-Unternehmen wie Siemens, Airbus oder MTU über Zulieferketten verbunden sind. Andererseits, weil der gesamte Rüstungs- und Sicherheitssektor an der Börse oft im Paket bewertet wird.
Wenn beispielsweise neue NATO-Beschlüsse zur Stärkung der Luft- und Raketenabwehr anstehen, reagieren häufig gleichzeitig Rheinmetall, Hensoldt, Airbus und eben auch Kongsberg. Für Trader in Deutschland eröffnen sich dadurch Pair-Trading-Ansätze: etwa Long in Kongsberg bei gleichzeitigem Short in einem überbewerteten europäischen Konkurrenten oder umgekehrt.
Gleichzeitig sollte man berücksichtigen, dass die norwegische Krone gegenüber dem Euro schwanken kann. Anleger im DACH-Raum tragen also neben dem Aktienkursrisiko auch ein Währungsrisiko, das positiv oder negativ wirken kann. Wer ohnehin Teile seines Portfolios außerhalb des Euroraums diversifizieren möchte, kann Kongsberg als Baustein in einem breiteren Skandinavien-Exposure sehen.
Handelbarkeit und praktische Hinweise für DACH-Anleger
Für Privatanleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die wichtigste Frage: Wie einfach ist die Aktie handelbar? Inzwischen bieten zahlreiche Onlinebroker im DACH-Raum Zugang zur Börse Oslo oder den Handel über alternative Handelsplätze.
Wichtige Punkte in der Praxis:
- Orderzeiten: Die Osloer Börse ist eine europäische Börse mit Handelszeiten, die gut zu deutschen Anlegern passen. Trotzdem sollte auf Liquidität und Spread geachtet werden, insbesondere bei außerbörslichen Handelsplätzen.
- Ordertypen: Limit-Orders sind bei weniger liquiden Titeln außerhalb des DAX sinnvoller als Market-Orders. Das gilt auch für Kongsberg.
- Steuern: Da Norwegen eine Quellensteuer auf Dividenden erhebt, sollten Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz prüfen, inwiefern diese auf die heimische Abgeltungs- bzw. Kapitalertragsteuer anrechenbar ist. Gerade in Deutschland gibt es hierfür standardisierte Verfahren der Anrechnung bzw. Rückforderung.
Für Schweizer Anleger kommen zusätzlich Besonderheiten der Vermögenssteuer und der Deklaration ausländischer Dividendenerträge hinzu, während österreichische Anleger die KESt-Regelungen berücksichtigen müssen. In allen drei Ländern kann ein Blick in die Detailinformationen des eigenen Brokers oder ein Gespräch mit dem Steuerberater sinnvoll sein.
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Das sagen die Profis (Kursziele)
Analysten großer Häuser betrachten Kongsberg in der Regel als Qualitätswert im europäischen Rüstungs- und Marinesegment, verweisen aber zugleich auf die bereits hohen Erwartungen, die im Kurs vielfach eingepreist sind. Öffentlich verfügbare Einschätzungen internationaler Broker und nordischer Banken tendieren überwiegend in Richtung „Kaufen“ oder „Übergewichten“, teils mit dem Hinweis auf das starke Wachstum im Verteidigungsbereich.
Wichtig für DACH-Anleger: Die meisten Analystenberichte kommen von skandinavischen oder internationalen Häusern, deutsche Großbanken decken den Titel deutlich seltener ab als heimische DAX-Werte. Wer sich auf professionelle Einschätzungen stützen will, sollte deshalb bewusst auch nordische Quellen und internationale Plattformen wie Bloomberg oder Reuters heranziehen.
In ihren Modellen unterstellen viele Analysten einen längerfristig erhöhten Verteidigungsetat in NATO-Staaten. Gleichzeitig wird betont, dass politische Richtungswechsel, Friedensinitiativen oder Budgetkürzungen das Bewertungsniveau schnell unter Druck setzen können. Auch mögliche Exportbeschränkungen oder Verzögerungen bei Großprojekten werden als Risiken genannt.
Für Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kann sich aus dieser Gemengelage eine klare Strategie ableiten: Wer an einen strukturell höheren Bedarf an Verteidigungstechnologie in Europa glaubt, findet in Kongsberg einen der zentralen Profiteure im maritimen und Raketenbereich. Wer dagegen von einer schnellen Normalisierung der Sicherheitslage ausgeht oder ethische Bedenken hat, sollte den Titel meiden oder höchstens als kleinen Beimischungswert betrachten.
Unabhängig vom individuellen Standpunkt gilt: Ein Investment in Kongsberg ist kein kurzfristiger „Zock“, sondern sollte als Teil einer mittel- bis langfristigen geopolitischen und technologischen Investmentthese verstanden werden. Für Anleger im DACH-Raum, die ihr Portfolio über den heimischen Markt hinaus diversifizieren und gleichzeitig am europäischen Sicherheitsfokus partizipieren möchten, kann die Kongsberg-Aktie ein Baustein sein, der sich näherer Analyse lohnt.
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