Klopftechnik gegen Prüfungsangst: Hype oder Hilfe?
10.02.2026 - 22:30:12Die umstrittene Klopftechnik EFT gewinnt bei gestressten Studenten an Popularität. Während Nutzer von schneller Entlastung berichten, stufen viele Wissenschaftler die Methode als Pseudowissenschaft ein.
So funktioniert das „Tapping“
Die Emotional Freedom Techniques (EFT) kombinieren Akupressur mit Psychologie. Nutzer klopfen mit den Fingern eine festgelegte Abfolge von Punkten im Gesicht und am Oberkörper, die aus der Traditionellen Chinesischen Medizin stammen. Gleichzeitig formulieren sie Sätze, die ihr Problem – etwa Prüfungsangst – benennen und mit einer positiven Affirmation verbinden. Ziel ist es, emotionale Blockaden zu lösen und das „energetische Gleichgewicht“ wiederherzustellen. Die Methode ist als einfache Selbsthilfe-Technik konzipiert.
Prüfungsangst und akute Anspannung lassen sich oft durch einfache Druckpunkte lindern. Ein kostenloser, bebilderter PDF‑Guide mit 101 Akupressur-Punkten aus der Traditionellen Chinesischen Medizin zeigt, welche Punkte bei Kopf-, Nacken- oder Brustspannung helfen und wie stark und wie lange Sie drücken sollten. Die Anleitungen sind für Anfänger geeignet und enthalten kurze Übungsabfolgen, die Sie in Prüfungs- oder Lernpausen anwenden können — schnell, ohne Nadeln oder Medikamente. Gratis-Akupressur-Guide sichern
Was sagen die Befürworter?
Verfechter der Klopftechnik verweisen auf Studien, die eine Wirkung nahelegen:
* Eine Meta-Analyse von 14 Studien zeigte eine deutliche Verringerung von Angstzuständen.
* Andere Forschungsergebnisse deuten auf eine Senkung des Stresshormons Cortisol um bis zu 24 Prozent hin.
* Für viele Anwender ist der praktische Nutzen entscheidend: Sie berichten von weniger Blackouts und besserem Zugriff auf gelerntes Wissen in Prüfungssituationen.
Warum die Wissenschaft skeptisch bleibt
Trotz positiver Erfahrungsberichte bleibt die wissenschaftliche Anerkennung aus. Kritiker führen mehrere Hauptargumente an:
* Die theoretische Grundlage – Störungen in einem körpereigenen Energiesystem – ist naturwissenschaftlich nicht belegt.
* Beobachtete Effekte lassen sich wahrscheinlich durch den Placebo-Effekt, beruhigende Rituale oder die enthaltenen Gesprächselemente erklären.
* Viele existierende Studien weisen methodische Mängel auf, etwa zu kleine Teilnehmerzahlen oder fehlende Verblindung.
Ein Methoden-Streit mit zwei Seiten
Die Kluft zwischen subjektivem Erleben und wissenschaftlicher Evidenz ist groß. Für den Einzelnen zählt oft die unmittelbar empfundene Linderung. Die Wissenschaft fragt hingegen: Wirkt die spezifische Klopfkomponente über Placebo-Effekte hinaus?
Bis das in großangelegten, rigorosen Studien belegt ist, wird EFT vor allem im Bereich Coaching und Selbsthilfe bleiben. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst: Soll es die etablierte kognitive Verhaltenstherapie sein – oder probiert man die umstrittene, aber für viele hilfreiche Klopftechnik aus?


