Klöckner & Co: Nachhaltigkeitsbericht zeigt Weg aus der Krise
12.03.2026 - 00:00:19 | boerse-global.deDer deutsche Stahlhändler Klöckner & Co legt seinen Nachhaltigkeitsbericht für 2025 vor – und demonstriert damit inmitten einer Übernahmeschlacht wirtschaftliche Resilienz. Die Veröffentlichung parallel zu den Jahreszahlen unterstreicht, wie sehr ESG-Kriterien zum Kern des Geschäfts geworden sind.
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Finanzieller Aufwärtstrend trotz schwierigem Markt
Die Zahlen für 2025 zeigen eine erstaunliche Erholung. Das operative Ergebnis (EBITDA) vor Sondereffekten stieg deutlich auf 171 Millionen Euro, nach 136 Millionen im Vorjahr. Der Konzernumsatz ging zwar leicht auf 6,4 Milliarden Euro zurück, die Auslieferungsmenge stieg jedoch minimal auf 4,53 Millionen Tonnen.
Besonders bemerkenswert: Der Nettoverlust konnte von minus 176 Millionen auf minus 53 Millionen Euro mehr als halbiert werden. Ein starkes Working-Capital-Management bescherte dem Unternehmen einen positiven operativen Cashflow von 110 Millionen Euro – bereits das vierte Jahr in Folge. Vorstand und Aufsichtsrat wollen daher eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie vorschlagen.
„Nexigen“ treibt die grüne Transformation voran
Der Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert die Fortschritte unter der europäischen Taxonomie. Herzstück der Strategie ist die Marke „Nexigen“. Sie bündelt kohlenstoffreduzierte Material- und Logistiklösungen, mit denen Kunden ihre Lieferketten ökologischer gestalten können.
Das Unternehmen bekennt sich weiterhin zu den Science Based Targets und dem Ziel, bis 2050 netto keine Treibhausgase mehr auszustoßen. Der Bericht legt detailliert offen, wie Klöckner die Umweltauswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette managt – vom Rohstoff bis zur Auslieferung. Kunden erhalten sogar individuell berechnete Product Carbon Footprints für ihre Bestellungen.
Übernahme durch Worthington Steel steht bevor
Die Veröffentlichung fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen. Seit Januar läuft das Übernahmeangebot des US-Konzerns Worthington Steel, der 11,00 Euro je Aktie bietet. Kurz vor der Bilanzpressekonferenz senkte Worthington die Annahmeschwelle von 65 auf 57,5 Prozent und verlängerte die Frist bis zum 26. März 2026.
Parallel hat Klöckner sein Portfolio radikal umgebaut. Die brasilianische Tochter wurde verkauft, acht US-Verteilzentren abgestoßen. Gleichzeitig wuchs das Unternehmen durch Zukäufe wie Haley Tool & Stamping in den USA und Ambo Stahl in Deutschland.
Branche unter Druck: ESG wird zum Wettbewerbsvorteil
Klöckners Strategie spiegelt einen Branchentrend wider. Stahldistributoren stehen unter enormem regulatorischen Druck, ihre CO?-Emissionen zu senken – bei gleichzeitig volatilen Rohstoffmärkten. Die detaillierte Nachhaltigkeitsberichterstattung ist dabei kein lästiges Pflichtprogramm mehr, sondern ein kritischer Wettbewerbsvorteil.
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Durch die präzise Erfassung der Emissionen im eigenen Lager wird Klöckner zum unverzichtbaren Partner für Hersteller, die ihre indirekten Emissionen (Scope 3) reduzieren müssen. Die geplante Fusion mit Worthington Steel zeigt zudem den Konsolidierungsdruck im globalen Markt für Stahl-Service-Center. Experten sehen in der Kombination aus Worthingtons Verarbeitungskompetenz und Klöckners Vertriebsnetz sowie Nachhaltigkeits-Know-how ein schlagkräftiges transatlantisches Gebilde.
Stabile Aussichten für 2026 trotz Umbruch
Für das laufende Jahr zeigt sich Klöckner zuversichtlich. Trotz der verkäufe rechnet das Unternehmen mit stabilen Auslieferungsmengen. Aufgrund der schlankeren Struktur wird ein deutlicher Anstieg des operativen Ergebnisses vor Sondereffekten erwartet. Allein für das erste Quartal 2026 prognostiziert der Konzern einen EBITDA zwischen 20 und 60 Millionen Euro.
Die unmittelbare Zukunft wird maßgeblich vom Ausgang des Übernahmeangebots Ende März bestimmt. Sollte die Schwelle erreicht werden, könnte die Fusion das Wachstum beschleunigen und Klöckners Position als Pionier für nachhaltigen Stahlhandel in Europa und Nordamerika weiter festigen.
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