Kleinanzeigen startet neue Bezahlfunktion – Betrüger nutzen Umstellung
03.04.2026 - 05:01:30 | boerse-global.de
Kleinanzeigen hat seine Bezahlfunktion „Sicher bezahlen“ technisch neu aufgestellt. Die Plattform kooperiert dafür mit dem Finanzdienstleister Adyen. Doch parallel zur offiziellen Umstellung nutzen Kriminelle die Verunsicherung für raffinierte Phishing-Angriffe. Besonders Erstverkäufer geraten ins Visier.
Perfide Masche zielt auf Unerfahrene
Die Betrüger nutzen eine simple Information: Sie identifizieren über das öffentlich einsehbare Kontoalter gezielt unerfahrene Verkäufer. Kurz nach der Anzeigenschaltung meldet sich ein vermeintlicher Käufer und erklärt sein Interesse an der neuen „Sicher bezahlen“-Funktion.
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Dann kommt der Haken: Der Verkäufer erhält eine täuschend echte E-Mail oder Messenger-Nachricht im Kleinanzeigen-Design. Der Vorwand ist stets die aktuelle Systemumstellung. Zur „Verifizierung“ oder um das „bereits gezahlte Geld abzholen“ soll der Nutzer einen Link oder QR-Code anklicken. Dahinter verbirgt sich eine gefälschte Seite zur Abfrage von Kreditkartendaten oder Online-Banking-Zugängen.
Neue Qualität der Täuschung
Polizeibehörden wie aus Ansbach und Konstanz berichten von einer neuen Dreistigkeit. In einigen Fällen werden Opfer unter dem Vorwand einer Sicherheitsprüfung sogar dazu gebracht, Krypto-Wallets anzulegen oder ausländische Bankkonten per Video-Ident zu eröffnen. Die Täter nutzen diese Konten später für illegale Transaktionen.
Der Händlerbund warnt, dass die Professionalität der Angriffe inzwischen auch erfahrene Nutzer täuschen kann. Oft wird künstliche Dringlichkeit erzeugt: Eine Auszahlung stehe angeblich unmittelbar bevor und müsse nur noch schnell bestätigt werden.
So schützen Sie sich vor Betrug
Verbraucherschützer und die Polizei geben klare Handlungsempfehlungen. Die wichtigste Regel: Kleinanzeigen fragt niemals sensible Daten wie Passwörter oder TANs über externe Links ab. Die gesamte Zahlungsabwicklung läuft ausschließlich in der offiziellen App oder auf der verifizierten Website.
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Misstrauen ist angebracht, wenn der Kommunikationspartner darauf drängt, den internen Chat der Plattform zu verlassen. Seriöse Transaktionen benötigen keine Telefonnummern oder privaten E-Mail-Adressen. Die Kriminalpolizei Ansbach rät Verkäufern zudem, die Bezahlmethode selbst vorzugeben und sich nicht auf unbekannte Wege leiten zu lassen.
Warum die Umstellung Betrüger anlockt
Hintergrund der neuen Angriffswelle ist die technische Neuausrichtung von Kleinanzeigen. Die Integration der Adyen-Plattform soll den Zahlungsfluss vereinheitlichen und den Checkout beschleunigen. Für Nutzer bedeutet das: Einmal hinterlegte Daten ermöglichen künftig One-Click-Käufe.
Doch jede große Systemänderung bei einem Marktführer weckt Begehrlichkeiten. Kriminelle Netzwerke wissen, dass die mediale Aufmerksamkeit für die Neuerung die Glaubwürdigkeit ihrer Fake-Nachrichten erhöht. Sie nutzen die „Übergangsblindheit“ der Nutzer schamlos aus.
Die Zukunft: Mehr Sicherheit geplant
Kleinanzeigen will auf Basis der neuen Adyen-Infrastruktur weitere Sicherheitsstufen einziehen. Im Gespräch sind verbesserte Identitätsprüfungen und automatisierte Warnsysteme, die verdächtige Links im Chat früh erkennen sollen. Branchenexperten rechnen langfristig mit mehr biometrischer Verifizierung.
Bis dahin bleibt die Wachsamkeit des Einzelnen der beste Schutz. Die Behörden planen, ihre Aufklärungskampagnen gerade zu saisonalen Höhepunkten wie Ostern zu intensivieren. Denn eines ist klar: Wo viele Menschen online handeln, sind die Betrüger nicht weit.
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