Kleinanzeigen, Phishing-Welle

Kleinanzeigen: Neue Phishing-Welle leert Konten in Minuten

25.02.2026 - 13:39:54 | boerse-global.de

Kriminelle nutzen perfekt gefälschte Bezahlseiten, um Nutzer von Kleinanzeigen um hohe Summen zu bringen. Die Polizei warnt vor der ausgeklügelten Phishing-Masche, bei der Opfer oft auf ihrem Schaden sitzen bleiben.

Betrüger nutzen gefälschte PayPal-Mails und gefinkelte Links, um Nutzer von Kleinanzeigen um Tausende Euro zu bringen. Die Polizei schlägt Alarm, denn die Masche funktioniert erschreckend gut.

Die perfekte Falle: So läuft der neue Betrug ab

Die Kriminellen geben sich als seriöse Käufer oder Verkäufer aus. Im Chat schlagen sie vor, die Bezahlung über die offizielle "Sicher bezahlen"-Funktion oder PayPal abzuwickeln. Dafür benötigen sie angeblich die E-Mail-Adresse des Gegenübers.

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Kurz darauf trifft eine täuschend echte Nachricht ein – scheinbar von Kleinanzeigen oder PayPal. Der Link darin führt auf eine perfekt kopierte Login-Seite. Wer dort seine Daten oder einen SMS-Code eingibt, gibt den Tätern den Schlüssel zum Konto. Manchmal führt sogar ein Chatbot durch den Prozess und verleitet zu einer "Testüberweisung", die sofort abgebucht wird.

Reale Opfer, existenzielle Verluste

Die Masche ist kein theoretisches Szenario. Eine 42-Jährige aus Thüringen verlor so knapp 2.000 Euro, nachdem sie sich auf einer gefälschten Bankseite einloggte. Ein Mann aus Wuppertal büßte beim Kauf eines gebrauchten T-Shirts fast 1.900 Euro ein. In einem weiteren Fall reichte die Bestätigung eines SMS-Codes auf einer manipulierten PayPal-Seite, um 1.400 Euro zu erbeuten.

Die Betrüger schöpfen das verfügbare Limit komplett aus. Die Schadenssumme übersteigt dabei regelmäßig den eigentlichen Kaufpreis bei Weitem.

Vorsicht vor den Klassikern: "Freunde & Familie" und Dreiecksbetrug

Parallel warnen Verbraucherschützer vor altbekannten, aber immer noch wirksamen Tricks. Der häufigste: Der Verkäufer bittet, das Geld über PayPals "Freunde und Familie"-Option zu senden, um Gebühren zu sparen. Das Problem: Bei dieser privaten Überweisung gibt es keinen Käuferschutz. Das Geld ist bei Nicht-Lieferung meist weg.

Beim Dreiecksbetrug kopieren Kriminelle ein fremdes Inserat. Der ahnungslose Käufer bezahlt den originalen Verkäufer, der die Ware dann an die Adresse des Betrügers schickt. Am Ende steht der echte Verkäufer ohne Ware und ohne Geld da, sobald der Käufer seinen Kauf via Käuferschutz rückgängig macht.

Warum die Opfer oft auf ihrem Schaden sitzen bleiben

Besonders bitter für Betroffene: Die Zahlungsdienstleister erstatten das Geld in Phishing-Fällen häufig nicht. Ihre Argumentation: Der Nutzer hat die Transaktion durch Eingabe seiner Daten oder Bestätigung eines Codes selbst autorisiert. Für das System sieht das wie eine legitime Überweisung aus.

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Rechtsexperten bestätigen, dass Banken und Anbieter dann oft von grober Fahrlässigkeit ausgehen. Betroffene müssen ihren Anspruch mühsam per Widerspruch, mit Hilfe der Verbraucherzentrale oder eines Anwalts durchsetzen.

Warum Online-Marktplätze jetzt im Fokus stehen

Cyberkriminelle haben ihr Ziel gewechselt. Statt Kunden von Großbanken attackieren sie nun gezielt Nutzer von Plattformen wie Kleinanzeigen. Der Grund: Hier treffen Fremde aufeinander, die ein Geschäft machen wollen – das schafft ein natürliches Grundvertrauen. Genau dieses Vertrauen nutzen die Täter aus.

Sie kombinieren psychologische Tricks, wie freundliches Auftreten oder Zeitdruck, mit technisch perfekten Fälschungen der Bezahlseiten. Selbst erfahrene Nutzer können die Falle kaum erkennen. Die Plattformen arbeiten zwar an Gegenmaßnahmen, doch die Betrüger passen ihre Methoden rasend schnell an.

So schützen Sie sich – und das ist im Ernstfall zu tun

Die goldene Regel: Verlassen Sie niemals den geschützten Bereich der Plattform. Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Handynummer nicht im Chat weiter. Echte Dienste fordern Bankdaten nie per Link in einer E-Mail an.

Nutzen Sie bei PayPal für Geschäfte mit Fremden ausschließlich die Option "Waren und Dienstleistungen". Sie bietet Käuferschutz – "Freunde und Familie" nicht.

Falls es doch passiert ist:
1. Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder den Zahlungsdienstleister, um Abbuchungen zu stoppen.
2. Sichern Sie alle Beweise (Chats, E-Mails, Screenshots).
3. Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei.
4. Melden Sie das betrügerische Profil an die Plattform.

Die effektivste Waffe gegen die immer raffinierteren Maschen bleibt die eigene Skepsis.

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