KI-Verordnung: Versicherer im Endspurt gegen die Zeit
30.01.2026 - 16:52:12Die deutschen Versicherer stehen vor dem finalen Countdown zur Umsetzung der EU-KI-Verordnung. Bis August 2026 müssen sie nachweisen, dass ihre Algorithmen den strengen neuen Regeln entsprechen – sonst drohen hohe Strafen und Betriebsstörungen.
Die Übergangsfristen laufen in diesem Jahr aus. Besonders betroffen sind hochriskante KI-Systeme, die in der Branche allgegenwärtig sind: Algorithmen, die über Vertragsabschlüsse, Beitragskalkulation oder Schadenregulierung entscheiden. Für sie gelten verschärfte Pflichten, die tief in Prozesse und IT-Strukturen eingreifen.
Die Hochrisiko-Falle der Versicherungswelt
Warum trifft es diese Branche so hart? Die KI-Verordnung stuft Systeme nach ihrem Gefahrenpotenzial ein. Genau die Kerngeschäfte der Versicherer – die Bewertung von Risiken und Ansprüchen – fallen häufig in die kritischste Kategorie. Schließlich können automatisierte Entscheidungen hier die finanzielle Lebensgrundlage von Menschen beeinflussen.
Die neuen Auflagen sind umfassend: Versicherer müssen ein Risikomanagementsystem etablieren, die Qualität ihrer Trainingsdaten sicherstellen, um Diskriminierung zu vermeiden, und jede Entscheidung ihrer KI lückenlos protokollieren. Zusätzlich sind menschliche Aufsicht, Robustheit und Cybersicherheit verpflichtend. Ein Mammutprojekt für IT-Abteilungen und Compliance-Teams.
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Wettlauf gegen den Stichtag im August
Die Zeit wird knapp. Bis zum 2. August 2026 müssen die Unternehmen eine vollständige Bestandsaufnahme aller KI-Anwendungen abgeschlossen, Risikoanalysen durchgeführt und identifizierte Lücken geschlossen haben. Es geht nicht nur um Technik, sondern auch um neue interne Struuren und umfassende Mitarbeiterschulungen.
Die Konsequenzen bei Verstößen sind finanziell drastisch. Die Bußgelder können sich am globalen Umsatz orientieren. Branchenkenner warnen: Wer die Umstellung nur als lästige Pflicht sieht, unterschätzt die Lage. Es brauche eine strategische Neuausrichtung.
BaFin schärft zusätzlich den Blick
Neben dem EU-Gesetz erhöht die nationale Aufsicht den Druck. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat die Risiken automatisierter Entscheidungen klar im Visier. Bereits Ende 2025 veröffentlichte sie eine Orientierungshilfe, die KI-Systeme in den regulatorischen Rahmen des Digital Operational Resilience Act (DORA) einbettet.
In ihrem jüngsten Risikobericht warnt die BaFin zudem vor der fragilen Lage an den Finanzmärkten. Die Unsicherheiten rund um das Wachstumspotenzial von Künstlicher Intelligenz stuft sie als zentralen Risikofaktor ein – ein klares Signal für verschärfte Aufsicht.
Mehr als nur Bürokratie: Eine Chance für Vertrauen
Ähnlich wie einst die DSGVO erzwingt der AI Act eine tiefgreifende Transformation. Doch er bietet auch eine Chance. Versicherer, die Transparenz und Fairness ihrer KI-Prozesse nachweisen können, stärken das Kundenvertrauen und schaffen einen Wettbewerbsvorteil.
Die kommenden Monate bis zum Stichtag werden entscheidend sein. Der Fokus liegt nun auf der finalen Implementierung und Überprüfung. Unternehmen, die frühzeitig gehandelt haben, können die Regeln als Leitplanken für sichere Innovation nutzen. Alle anderen müssen nun im Sprint nachholen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Langfristig wird der Erfolg davon abhängen, wie sehr die Prinzipien verantwortungsvoller KI in der Unternehmenskultur verankert werden.
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