QR-Codes, Phishing-Welle

KI und QR-Codes: Neue Phishing-Welle bedroht deutsche Unternehmen

20.02.2026 - 03:09:12

Raffinierte Cyberattacken mit KI und QR-Code-Phishing nehmen massiv zu und stellen herkömmliche Sicherheitskonzepte vor immense Herausforderungen. Zero-Trust-Architekturen werden essenziell.

Eine neue Generation raffinierter Cyberangriffe überrollt deutsche Unternehmen und Verbraucher. Getrieben von künstlicher Intelligenz und schwer erkennbaren Methoden wie QR-Code-Phishing stellen diese Attacken herkömmliche Sicherheitsvorkehrungen vor immense Probleme.

Die Demokratisierung der Cyberkriminalität

Die Spielregeln haben sich grundlegend geändert. Generative KI-Tools wie ChatGPT senken die Eintrittsbarriere für Kriminelle dramatisch. Plötzlich können auch technisch weniger Versierte massenhaft grammatikalisch einwandfreie und personalisierte Phishing-E-Mails erstellen. Die typischen Erkennungsmerkmale wie Rechtschreibfehler sind damit Geschichte.

Doch die KI geht noch weiter: Sie erzeugt polymorphe Angriffe, bei sich die Schadsoftware und ihre Verpackung ständig verändern, um Signatur-basierte Virenscanner auszutricksen. Sogar Deepfake-Videos und -Stimmen kommen zum Einsatz, um Mitarbeiter in Telefonaten zu täuschen. Aktuelle Phishing-Kits leiten Opfer in Echtzeit an, selbst mehrstufige Sicherheitsverfahren zu umgehen.

„Quishing“: Der unsichtbare Angriff im Bild

Eine besonders tückische Entwicklung ist der rasante Anstieg von QR-Code-Phishing, kurz „Quishing“. Hier verstecken Angreifer den bösartigen Link nicht im Text, sondern in einem QR-Code-Bild. Viele E-Mail-Security-Lösungen scannen Texte auf verdächtige URLs, analysieren Bilder jedoch nicht.

Die Masche: Eine täuschend echte E-Mail, scheinbar von der Deutschen Rentenversicherung oder der Hausbank, fordert zum Scannen auf – etwa zur „Bestätigung“ der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Scannt das Opfer den Code mit dem Smartphone, landet es auf einer perfekt gefälschten Login-Seite, die auf dem kleinen Display kaum vom Original zu unterscheiden ist. Das Ziel ist fast immer der Diebstahl von Unternehmens-Zugangsdaten.

Alarmierende Zahlen: Eine Attacke alle 19 Sekunden

Das Ausmaß der neuen Bedrohung ist erschreckend. Ein Bericht des Sicherheitsanbieters Cofense dokumentierte für 2025 bereits eine Verdopplung bösartiger E-Mail-Angriffe im Vergleich zum Vorjahr. Das entspricht einer Attacke alle 19 Sekunden. Ein anderer Report, basierend auf der Analyse von 72 Milliarden E-Mails, verzeichnete einen Anstieg von E-Mail-Malware um 131 Prozent.

Die Angriffe zielen gleichermaßen auf Privatpersonen und Unternehmen ab. Für Firmen ist die Gefahr existenziell: Erlangen Angreifer erst legitime Anmeldedaten, können sie sich wochenlang unbemerkt im Netzwerk bewegen, Daten exfiltrieren und weitere Attacken vorbereiten. Der Fokus hat sich verschoben – von reiner Ransomware-Erpressung hin zum Identitätsdiebstahl als lukrativem Türöffner.

Neue Verteidigung: Zero-Trust und gesundes Misstrauen

Was bedeutet das für den Schutz? Klar ist: Traditionelle, statische Abwehrmaßnahmen reichen nicht mehr aus. Experten fordern einen strategischen Wandel hin zu einem mehrschichtigen Ansatz.

Zentral ist die Einführung einer Zero-Trust-Architektur, bei der keinem Nutzer und keinem Gerät im Netzwerk blind vertraut wird. Ergänzt werden muss dies durch KI-gestützte Abwehrsysteme, die Anomalien im Nutzerverhalten in Echtzeit erkennen können.

Die wichtigste Verteidigungslinie bleibt jedoch der Mensch. Kontinuierliche Mitarbeiterschulungen müssen die neuen Methoden wie Quishing und KI-gestütztes Social Engineering abdecken. Die goldene Regel lautet: Jede unaufgeforderte Nachricht, die zu einer dringenden Handlung – einem Klick oder Scan – auffordert, muss kritisch hinterfragt und über einen zweiten, unabhängigen Kanal verifiziert werden. In der neuen Ära der Cyberangriffe ist ein gesundes Misstrauen der beste Schutz.

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