KI-Trend, Mitarbeiter-Produktivität

KI-Trend 2026: Unternehmen setzen auf Mitarbeiter-Produktivität

20.02.2026 - 22:00:12 | boerse-global.de

Unternehmen verlagern ihren Digitalisierungsfokus auf interne Effizienzsteigerung und investieren massiv in KI, um Mitarbeiter zu unterstützen und Prozesse zu automatisieren.

Die digitale Transformation wird 2026 von einem neuen Ziel getrieben: der Steigerung der Mitarbeiter-Produktivität. Damit verdrängt sie erstmals die Kundenorientierung von der Spitze der Unternehmensagenden. Diese strategische Wende belegt ein aktueller Branchenreport und geht einher mit einem massiven Anstieg der Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI). Unternehmen verlassen die Experimentierphase und setzen KI nun flächendeckend ein, um Abläufe zu optimieren und ihre Belegschaft zu unterstützen.

Strategischer Fokus wechselt nach innen

Eine globale Umfrage unter Führungskräften zeigt den Paradigmenwechsel deutlich auf. 39 Prozent nennen die Verbesserung der Mitarbeiter-Produktivität als oberste Priorität. Die Kundenerfahrung folgt mit 32 Prozent auf Platz zwei. Dieser Fokus auf interne Optimierung spiegelt sich in den Budgets wider: 71 Prozent der Organisationen planen, ihre KI-Investitionen in diesem Jahr zu erhöhen. Nach Jahren der Konzentration auf externe Verbesserungen richten Unternehmen den Blick nun nach innen, um operative Komplexität zu bewältigen.

Der Report „State of Digital Transformation 2026“ des Technologie-Dienstleisters TEKsystems unterstreicht diesen Wendepunkt. Fast die Hälfte (49 Prozent) aller befragten Unternehmen sieht in generativer KI die vielversprechendste Technologie für die kommenden ein bis zwei Jahre. Die finanziellen Mittel wachsen entsprechend: Der Anteil der Firmen, die mehr als zehn Millionen Euro in Transformationsprojekte stecken, stieg 2026 auf 27 Prozent.

„Der Erfolg wird denen gehören, die Prozesse neu denken, klare Governance schaffen und ihre Mitarbeiter auf die Zusammenarbeit mit KI vorbereiten“, sagt Ram Palaniappan, CTO bei TEKsystems Global Services. Die Erkenntnis setzt sich durch: Eine effiziente und befähigte Belegschaft ist die Grundlage für nachhaltiges Wachstum – und letztlich auch für eine überlegene Kundenerfahrung.

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Die Produktivitäts-Lücke: Hohe Erwartungen, bescheidene Ergebnisse

Trotz der Investitionsflut und des strategischen Fokus klafft eine Lücke zwischen Erwartung und Realität. Eine Studie des US-amerikanischen National Bureau of Economic Research (NBER) zeigt ein paradoxes Bild: Über 80 Prozent von fast 6.000 befragten Managern sahen in den vergangenen drei Jahren keine messbare Steigerung von Produktivität oder Beschäftigung durch KI.

Die Zukunftserwartungen könnten kaum gegensätzlicher sein. Dieselben Führungskräfte prognostizieren, dass KI die Produktivität in den nächsten drei Jahren um beachtliche 1,4 Prozent steigern wird. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass viele Unternehmen noch in der frühen Einführungsphase stecken und erst die Grundlagen für künftige Gewinne legen. Die Hürden sind hoch: 38 Prozent der Entscheider im TEKsystems-Report nennen die Komplexität ihrer eigenen IT-Landschaft als größtes Hindernis.

KI-Ökosystem reift für den Unternehmenseinsatz

Die Technologiebranche reagiert auf die steigende Nachfrage nach greifbaren Ergebnissen. Anbieter entwickeln ihre Lösungen von isolierten Werkzeugen hin zu integrierten Plattformen, die Intelligenz direkt in die täglichen Arbeitsabläufe einbetten.

Ein Beispiel ist die Arbeitsmanagement-Plattform monday.com. Das Unternehmen erweiterte kürzlich sein Partnerprogramm im Zuge seiner „AI-first“-Strategie. Ein KI-gestützter Engine soll Kunden nun mit spezialisierten Dienstleistern zusammenbringen. Zusätzlich wurde eine „AI Genius“-Zertifizierung für Partner mit besonderer KI-Expertise eingeführt. Solche Initiativen sind entscheidend, um Unternehmen bei der komplexen Einführung zu unterstützen und maßgeschneiderte Lösungen für Produktivitäts-Herausforderungen zu finden.

Herausforderung Sicherheit: Der Fall Microsoft Copilot

Die Euphorie wird von praktischen Risiken gedämpft. Der Fokus verschiebt sich vom Hype um generative KI hin zur sicheren und effektiven Integration in Kernprozesse. Ein Software-Fehler im KI-Assistenten Microsoft Copilot, der Daten aus Entwürfen und gesendeten E-Mails offenlegte, unterstreicht die kritische Bedeutung von Datengovernance und Sicherheit im KI-Zeitalter.

Organisationen stehen vor der Aufgabe, den Effizienzdruck mit robusten Sicherheitsprotokollen in Einklang zu bringen. Eine erfolgreiche KI-Integration erfordert mehr als nur Technologie: einen ganzheitlichen Ansatz aus Prozessoptimierung, Mitarbeiterschulung und einem klaren Bekenntnis zum Datenschutz.

Ausblick: Von der Unterstützung zur Automatisierung

Die Zukunft der Unternehmens-KI geht über die reine Unterstützung von Mitarbeitern hinaus. Es geht um die Automatisierung kompletter Workflows. Führungskräfte fragen nicht mehr nur, wie KI beim Verfassen einer E-Mail hilft, sondern wie sie eigenständig Berichte generiert, Kundenanfragen priorisiert oder Ressourcen verteilen kann.

Die erwartete Produktivitätssteigerung von 1,4 Prozent könnte sich bei erfolgreichem Wandel als konservative Schätzung erweisen. Wenn Unternehmen die anfänglichen Hürden überwinden und die KI-Tools selbst leistungsfähiger werden, dürften die Gewinne an Fahrt aufnehmen. Das zentrale Thema für das restliche Jahr 2026 wird der Beweis der Rendite von KI-Investitionen sein – und ihr Wandel vom IT-Budget-Posten zum Treiber von Geschäftswert und Wettbewerbsvorteil.

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