Welle, Ransomware-Angriffen

KI treibt neue Welle von Ransomware-Angriffen an

23.02.2026 - 02:40:12 | boerse-global.de

Künstliche Intelligenz treibt automatisierte Phishing- und Ransomware-Angriffe voran und zwingt Firmen zu integrierten Sicherheitsplattformen. Die Verteidigung setzt ebenfalls auf KI-Technologien.

Künstliche Intelligenz beschleunigt Cyberangriffe in alarmierendem Tempo und zwingt Unternehmen zum Umdenken. Neue Sicherheitsberichte zeigen eine Rekordwelle automatisierter Erpressungssoftware, die gezielt westliche Volkswirtschaften ins Visier nimmt. Die Angreifer nutzen KI, um ihre Attacken effektiver, personalisierter und schwerer nachweisbar zu machen – was eine neue Ära der Cyberkriminalität einläutet.

KI als perfide Angriffswaffe

Im Zentrum der Bedrohung stehen hochgradig automatisierte Phishing-Kampagnen. Aktuelle Analysen, unter anderem von Nozomi Networks Labs, belegen: 83 Prozent aller erfolgreichen Angriffe beginnen mit Phishing-E-Mails, die dank KI kaum noch von echter Kommunikation zu unterscheiden sind. Rechtschreibfehler gehören der Vergangenheit an, der Tonfall wird individuell angepasst.

Die Konsequenz? Eine massive Zunahme von Ransomware-Vorfällen. Laut Berichten richten sich 70 Prozent aller globalen Angriffe gezielt gegen englischsprachige Länder – ein Indiz für die Fokussierung auf wirtschaftsstarke Regionen. Doch auch deutsche Unternehmen sind im Visier. Cyberkriminelle setzen KI zudem ein, um adaptive Malware zu entwickeln und Deepfakes für Betrugsmaschen wie den CEO-Fraud zu nutzen.

Das digitale Wettrüsten: KI als Schild

Doch die Technologie ist zweischneidig. Während sie als Waffe dient, wird sie gleichzeitig zum unverzichtbaren Schild. In der Cybersicherheitsbranche wächst das Vertrauen in KI-gestützte Abwehrsysteme. Viele Experten sind überzeugt: Verteidigungsteams können KI mindestens ebenso effektiv einsetzen wie Angreifer.

Moderne KI-Systeme analysieren riesige Datenmengen in Echtzeit, erkennen Anomalien, die Menschen entgehen, und priorisieren Sicherheitslücken. Die Automatisierung verkürzt die Reaktionszeiten erheblich und ermöglicht eine proaktivere Abwehr. Nahezu alle Fachleute sehen in der Automatisierung den Schlüssel für schnellere Gegenmaßnahmen.

Anzeige

Wer sich gegen die neuen, KI-gestützten Angriffe wappnen möchte, findet praxisnahe Strategien im kostenlosen E-Book „Cyber Security Awareness Trends“. Der Leitfaden erklärt aktuelle Bedrohungen, die Folgen neuer Gesetze (inkl. KI-Regulierung) und einfache Schutzmaßnahmen, mit denen Unternehmen ihre IT-Sicherheit ohne große Investitionen stärken. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen

Unternehmen unter Anpassungsdruck

Die neue Bedrohungslage erfordert ein fundamentales Umdenken in den Chefetagen. Die Fragmentierung von Sicherheitslösungen – der Einsatz vieler Einzelwerkzeuge – gilt zunehmend als risikoreich. Der Trend geht klar zu konsolidierten Plattformen, die Identitätsmanagement, Transaktionssicherheit und Vorfallmanagement zentral steuern.

Regulatorischer Rückenwind kommt aus Brüssel: Die NIS-2-Richtlinie und der geplante Cyber Resilience Act treiben diese Konsolidierung voran, da sie höhere Nachvollziehbarkeit und effizientere Audits fordern. Als Reaktion auf die komplexere Lage finden vermehrt Fachkonferenzen statt. Ein diese Woche angekündigter virtueller Gipfel zum Thema „Implications of AI“ bringt Führungskräfte zusammen, um umsetzbare Verteidigungsstrategien zu diskutieren.

Demokratisierung der Cyberkriminalität

Branchenkenner betonen: KI erfindet keine neuen Angriffsmethoden, sondern beschleunigt und vereinfacht bekannte Taktiken wie Social Engineering massiv. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einer Annäherung von Massen-Phishing und hochpersonalisierten Spear-Phishing-Angriffen.

Die Einstiegshürde für Kriminelle sinkt dadurch dramatisch. Es entsteht eine Art „Demokratisierung“ hochentwickelter Werkzeuge. Angreifer müssen keine eigenen KI-Modelle mehr entwickeln, sondern können kompromittierte Ressourcen mieten. Dieses Wettrüsten zwischen Angriff und Verteidigung definiert die Sicherheitslandschaft neu.

Ausblick: Die Ära der autonomen KI-Agenten

Die nächste Stufe ist bereits in Sicht: der Vormarsch autonomer KI-Systeme. Experten prognostizieren den verstärkten Einsatz von „Agentic AI“ – Agenten, die selbstständig Aufgaben ausführen. Während dies Effizienz verspricht, schafft es auch neue Angriffsflächen durch unkontrolliert agierende Software in Firmennetzwerken.

Die Konsequenz für Unternehmen ist klar. Sie müssen in integrierte, KI-gesteuerte Sicherheitsplattformen investieren, die Bedrohungen autonom erkennen und abwehren. Parallel bleibt die Sensibilisierung der Mitarbeiter ein entscheidender Faktor. Die größte Herausforderung aber ist der akute Fachkräftemangel. Der Engpass an Experten, die sowohl KI als auch Cybersicherheit verstehen, könnte die Verteidigungsfähigkeit der Wirtschaft nachhaltig schwächen.

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen - Dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.